Preise

Was macht eigentlich … ein Preis?

Schaut man in die Welt der Wirtschaft dieser Tage, so könnte man meinen, dass der Preis eines Produktes oder einer Dienstleistung nur insofern wichtig ist, dass man halt wissen muss wie viele Münzen und Scheine man am Ende des Einkaufes vorlegen muss. Abgesehen davon hat man vielleicht mal in der Schule dieses nette Schaubild von Angebot und Nachfrage gesehen, dass besagt, dass sich Angebot und Nachfrage bei einem bestimmten Preis in der Waage halten und das ist dann der Marktpreis. Ansonsten scheinen Preise sehr beliebig geworden zu sein. Immer öfter werden Preise manipuliert oder gar festgesetzt. Prominente Beispiele sind Zinsen (der Preis für allerlei Finanzdienstleistungen) oder Löhne (der Preis für Arbeitskraft). Beide sind staatlich festgelegt, bzw. auf bestimmte Spannweiten beschränkt. Andere Preise werden durch Steuern massiv und ungleich erhöht (z.B. Zigaretten), durch künstliche Verknappung hochgehalten (z.B. bis kürzlich noch die Milch durch die Milchquote), oder durch Subventionen und Steuervorteile im Verhältnis verbilligt (z.B. Öko-Strom). Der Staat scheint zu glauben, dass ein Preis nur eine zufällige Zahl ist, an der man beliebig drehen kann. Leider hat die weitreichende Preismanipulation echte Konsequenzen. Um zu sehen warum, muss man wissen was ein Preis eigentlich macht.

 

Stellen Sie sich vor, dass Ihnen eine kleine Spedition gehört. Ihre LKW-Flotte braucht viele Dinge um flüssig zu laufen, zum Beispiel Reifen, Benzin, Ersatzteile, Fahrer, Kartenmaterial, Autobatterien, Spesen für die Raststätte, etc. Bleiben wir für dieses Beispiel mal bei den Reifen. Diese müssen ersetzt werden. Aber wann? Man könnte die Reifen ja zum Beispiel nach jeder Tour ersetzen, das erhöht die Sicherheit. Oder man wartet bis sie total durchgefahren sind und ersetzt sie erst dann. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Aber wo? Sie sind ja nicht der einzige Reifenkunde auf der Welt und die Menge an Reifen ist endlich. Wenn Sie langfristig planen wollen und immer genug Reifen für ihre Flotte bereit haben müssen, dann dürfen Sie nie vor der Situation stehen, dass sie eines Tages die alten Reifen weggeschmissen haben, aber keine neuen mehr im Laden finden. Also sollten Sie die Weltproduktion an Reifen kennen um zu wissen wann eine Knappheit droht und sie ihre Reifen länger drauf lassen müssen. Aber um die Weltproduktion an Reifen zu kennen, müssen Sie wissen wie dieses Jahr die Rohgummi-Ernte in Asien ausfiel, bzw. ausfallen wird. Also müssen Sie wissen ob die Plantagenarbeiter da vielleicht streiken wollen, ob eine Naturkatastrophen droht, ob Krieg herrscht, ob vielleicht ein Frachtschiff voll Kautschuk unterwegs gesunken ist, ob ein Güterzug auf dem halben Weg zur Reifenfabrik entgleist ist, ob die Stromversorgung der Fabrik stabil ist etc. Sie müssen auch wissen ob vielleicht eine Knappheit bei Schiffsdiesel droht, so dass die Frachtschiffe im Hafen bleiben und dazu müssen Sie den ganzen Produktionsprozess von Schiffsdiesel kennen. Sie müssen auch wissen ob die Maschinen in der Reifenfabrik zuverlässig laufen und dazu den ganzen Produktionsprozess dieser Maschinen kennen, dazu aber auch den vollen Weg von der Erzgrube zur Maschinenfabrik im Auge behalten… Und das ist nur das Thema Reifen. Sie können diese unendliche Reihe auch beim LKW-Diesel, bei der Autobatterie oder beim Navi beginnen. Ist das realistisch? Kennen Sie einen Spediteur, der das alles im Auge behält?

Natürlich wird Ihnen kein Spediteur sagen können welche Gefahr seinem Unternehmen vom aktuellen Gewerkschaftsführer in Malaysia oder einem Tiefdruckgebiet im indischen Ozean droht. Das muss er auch nicht. Preise dienen als pfeilschnelle Information. Wird weniger Kautschuk geerntet, dann haben die Besitzer der Plantagen ein Interesse daran ihren üblichen Gewinn zu halten. Da die Nachfrage gleich bleibt, können sie es sich leisten die Preise für Kautschuk zu erhöhen. Diese Preiserhöhung wird von Kunde zu Kunde weitergegeben, da jeder seine Gewinne erhalten will. Schließlich steht ein teurerer Reifen im Laden. Warum weiß der Spediteur vielleicht gar nicht, das muss ihn aber auch in keinster Weise interessieren. Das einzige was für ihn wichtig ist, das ist der Gewinn des eigenen Unternehmens. Er kann mit dem neuen Preis rechnen. Lässt er seine Reifen ein paar Fahrten länger drauf, dann erhöht sich der Kraftstoffverbrauch, eventuell verringert sich die Transportgeschwindigkeit, im schlimmsten Fall sind sogar Kosten durch Unfälle zu befürchten. Diesen Mehrkosten können die Mehrkosten für Reifen entgegengesetzt werden. Ein Mittelweg wird gefunden, ab dem sich die erhöhten Kosten pro Fahrt durch den Kauf von weniger Reifen amortisiert haben. Da die meisten Spediteure so rechnen werden, sinkt die gesamte Nachfrage an Reifen. Am Ende der Reifenknappheit hat jeder Spediteur somit, ohne zentrale Koordination, nur durch die Informationen, die, in Preisen versteckt, durch den Markt hallen, genug Reifen gehabt.

Ein zentraler Planer, zum Beispiel der Staat, kann das schlichtweg nicht. Selbst wenn ein Spezialist tatsächlich alles über die Welt der Reifen weiß, muss er gleichzeitig auch jedes Detail über alle anderen Aspekte aller Unternehmen wissen, die Reifen benötigen. Dann muss er bei jedem Unternehmen den Geschäftsplan im Detail kennen, sowie Zusatzinfos wie zum Beispiel die Art der Ladung, die Transportrouten etc., also alles was den Reifenverschleiß beeinflussen kann. Irgendwann ist man dann an dem Punkt angekommen, an dem jeder Unternehmer einfach seinen konkreten Bedarf an eine zentrale, verteilende Stelle meldet und seinen Reifensatz genau passend bekommt, aber dann hat man nur eine teure Zentralplanungsbehörde zwischen Käufer und Verkäufer geschaltet, ohne sonstige Änderungen im Betriebsablauf.

Jede weitere Preismanipulation, egal in welche Richtung, zerstört den Informationswert in den Preisen. Dadurch schafft er Mangel oder Überangebote, je nachdem ob die Preise gesenkt oder erhöht werden. Aber dazu habe ich bereits einmal geschrieben. Wichtiger ist, was diese Preismanipulationen für eine Rolle in Wirtschaftskrisen spielen. Der Zins ist hier das beste Beispiel. Er wird schon seit vielen Jahren künstlich niedrig gehalten. Dadurch sinkt der Preis und damit das Risiko von Investitionen, zumindest augenscheinlich. Normalerweise würde ein niedriger Zins folgende Informationen enthalten:

  • Finanzinstitute schätzen die Wirtschaftslage positiv ein. Sie sind deshalb bereit einen geringeren Preis für Kredite zu verlangen, da sie eine Rückzahlung für wahrscheinlich halten.
  • Die Kunden im jeweiligen Markt sind nicht 100% zufrieden mit dem aktuellen Angebot an Produkten und Dienstleistungen, deshalb geben sie nicht all ihr Geld aus, sondern lassen einen Teil auf dem Konto. Dadurch haben die Banken mehr Geld zur Verfügung, dass sie verleihen können, dadurch wird es aber auch wahrscheinlicher, dass eine neue Investition Erfolg hat, weil Kunden nach Neuem verlangen
  • Andere Unternehmen investieren derzeit nicht viel, deshalb ist Kredit billig verfügbar. Es sind also auch die nötigen Rohstoffe zur Investition zahlreich vorhanden.

Wird der Zins aber künstlich niedrig gehalten, in dem die Zentralbanken ständig neu gedrucktes Geld nachschieben, werden die selben Informationen weiter vermittelt, einfach dadurch, dass Unternehmer eine Investition als relativ risikolos wahrnehmen, auch wenn sie die oben genannten Punkte nicht im Detail bewusst wahrnehmen. Also investieren viel zu viele Marktteilnehmer gleichzeitig in die selben Branchen, so geschehen zum Beispiel im Bauboom in Spanien in den 2000ern. Es gab schließlich einerseits nicht die nötigen Kunden um profitabel zu bleiben, andererseits teilweise nicht mal die nötigen Rohstoffe um die Bauten (zumindest zum geplanten Preis) zu vollenden.

Am Ende steht eine kaputte Ampel. Die Regierungen dieser Welt und ihre Zentralbanken haben gemerkt, dass rote Ampeln den Verkehrsfluss aufhalten und alles auf Grün gestellt. Eine Zeit lang floss der Verkehr tatsächlich schneller, aber dann gab es die ersten Unfälle und jetzt steht die ganze Kreuzung voller Autowracks. Jetzt traut sich kaum noch jemand zu fahren, weil sie wissen, dass man der Ampel nicht mehr trauen kann. Die Reaktionen der Regierungen der Welt war es die Lichter in der grünen Ampel noch ein wenig heller zu machen. Wo kämen wir denn sonst hin?

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Gut gemeint – Der Staat schafft Mangel

Das Pfingstwochenende ist noch nicht zu lange her und so manchem wird aufgefallen sein, dass über die beiden Feiertage eine deutliche Steigerung der Benzinpreise zu sehen war. Das ist nicht ungewöhnlich, tatsächlich ist es allgemein bekannt, dass zu Feiertagen, verlängerten Wochenenden und zum Ferienanfang und -Ende immer einige Cent aufgeschlagen werden und es führt auch regelmäßig zu Empörung seitens der Autofahrer, Interessensverbände und immer wieder auch der Politiker. Klar, denkt man sich, die wissen, dass die Leute an den Tagen fahren müssen, also Benzin kaufen müssen, sie nutzen die Notlage der Menschen aus und verdienen sich eine goldene Nase. Tatsächlich ist es aber so, dass die hohen Benzinpreise der verlängerten Wochenenden eine soziale Funktion erfüllen. Selbst dann, wenn der Tankstellenbetreiber tatsächlich nur von Geldgier motiviert ist.

hier zu sehen: Ein simple Lösung eines komplizierten Systems

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Wir gehen davon aus, dass ein Tankstellenbetreiber, wie jeder Unternehmer, darauf aus ist mit seiner vorhandenen Ware möglichst viel Geld zu verdienen. An einem normalen Werktag bleiben dem Unternehmer mehrere Möglichkeiten: Entweder verlangt man einen hohen Preis und verdient viel an den kleinen Mengen Benzin, oder man verlangt wenig und verdient wenig an großen Mengen Benzin. Beides hat seine Vorteile. In der Regel wird ein Mittelweg eingeschlagen. Es besteht grundsätzlich die Motivation im Wettbewerb mit anderen Tankstellen, durch einen geringfügig niedrigeren Preis, Kunden abzuwerben und somit durch Quantität die kleinere Gewinnmarge auszugleichen. Dies drückt die Preise allgemein unter ein Niveau, dass sich der Verkäufer wünschen würde. Möglich wird dies dadurch, dass bei einem niedrigeren Preis und der dadurch höheren verkauften Menge an Benzin, im Zweifelsfall nachbestellt werden kann. Dann kommt ein Tanklaster vom Mutterkonzern, füllt die Tanks auf und die Strategie kann weiter geführt werden.

An einem Feiertag ist aber in Deutschland ein ganz anderes Problem vorhanden: Das Fahrverbot für LKW. Es ist nicht möglich, wenn man den ganzen Pfingstsonntag das Benzin verkauft hat, noch vor Ende des Pfingstmontags neues zu bestellen. Ebenso steht am Ferienanfang und -Ende, wie jeden Tag, nur eine begrenzte Anzahl von Tanklastern zur Verfügung, die durch ein erhöhtes Verkehrsaufkommen behindert werden und durch die vielen Autofahrer öfter gerufen werden müssen. In beiden Fällen wird für den Tankstellenbetreiber die Verfügbarkeit von neuem Kraftstoff eingeschränkt oder ganz verhindert. Wir bleiben aber für das Beispiel bei hier beim Pfingstwochenende:

Der Tankstellenbetreiber steht nun vor einer veränderten Situation. Für zwei Tage bietet sich ihm nur eine feste Menge an Kraftstoff, die er verkaufen kann. Wenn er den meisten Profit daraus holen will, dann bringt es nichts viel für wenig zu verkaufen, sondern er muss die begrenzte Menge für den höchstmöglichen Preis los werden. Ob er sich dessen bewusst ist oder nicht, er sorgt damit dafür, dass Ihr Auto nicht auf der Autobahn liegen bleibt. Betrachten wir vier Szenarios:

  1. Ihr Tank ist knapp 3/4 voll. Sie fahren an einer Tankstelle vorbei, an der Super gerade auf 1,50€ steht.
  2. Ihr Tank ist knapp 3/4 voll. Sie fahren an einer Tankstelle vorbei, an der Super gerade auf 1,20€ steht.
  3. Ihr Tank ist nahezu leer. Sie fahren an einer Tankstelle vorbei, an der Super gerade auf 1,50€ steht
  4. Ihr Tank ist nahezu leer. Sie fahren an einer Tankstelle vorbei, an der Super gerade auf 1,20€ steht.

In Szenario 1 werden nahezu alle Fahrer weiterfahren. In Szenario 2 jedoch ergibt sich die interessante Möglichkeit schnell mal für den günstigen Preis aufzufüllen. Wer weiß wann er wieder kommt. Szenario 3 und 4 sehen anders aus. Sie brauchen Benzin, Sie haben einen akuten Mangel und laufen Gefahr liegen zu bleiben. Im Fall 4 ist es Ihr Glückstag, aber auch bei Nr. 3 wären Sie bereit zu tanken. Der Kraftstoff ist Ihnen 1,50€ wert.

Steigt der Preis an Feiertagen, allein wegen der Absicht der Betreiber Profit zu machen, werden all jene vom Tanken abgehalten, die mit ihren Reserven auch locker bis zum nächsten Werktag kommen. Die durch das Gesetz künstlich verknappte Menge an Kraftstoff im Land, wird nur, oder zumindest hauptsächlich, an die Autofahrer ausgegeben, die wirklich in diesem Moment auf den Kraftstoff angewiesen sind. Durch die Voraussagbarkeit dieser Verknappungen (Feiertage kommen ja nicht überraschend) und der resultierenden Preissteigerungen, erhöht sich die Motivation der Autofahrer entweder an diesen Tagen weniger zu fahren, also die knappe Ressource nicht weiter zu verbrauchen, oder an den Tagen davor, an denen wegen der Tanklaster kein wirklicher Mangel besteht, bereits die Reserven aufzufüllen.

Die „Profitgier“ des freien Marktes schafft es auf diese Art und Weise ein knappes Gut so in der Bevölkerung zu verteilen, dass jene es erhalten, die ihm in diesem Moment den höchsten, subjektiven, Wert zusprechen. Nun kann ein findiger Politiker den üblichen Ärger über Benzinpreise nutzen und folgendes Gesetz erlassen: An Sonn- und Feiertagen darf der Preis von Kraftstoff nicht mehr als 5 Cent über dem Durchschnitt der vorangegangenen 30 Tage liegen. So will der Politiker die „Ausbeutung“ der armen Autofahrer verhindern. Es gibt nur zwei mögliche Folgen einer solchen Politik. Entweder werden die Tankstellenbetreiber den Preis auch an Werktagen geringfügig erhöhen um die geringfügig niedrigeren Preise an Feiertagen auszugleichen, oder aber sie halten den Preis auch an Feiertagen niedrig. Letzteres Szenario hätte zur Folge, dass an Tagen an denen der Kraftstoff knapp ist mehr Leute als üblich tanken. Gegen Ende zweier Feiertage wie an Pfingsten, Ostern oder Weihnachten, ist dann zu erwarten, dass spätestens am Abend die ersten Zapfsäulen trocken liegen und Autos vor ihnen parken, die nicht genug Benzin haben um zur nächsten Tanke zu kommen.

Vergleichbare Szenarien sehen wir überall in der Wirtschaft. Wird ein Gut oder eine Dienstleistung knapp, dann steigt ihr Preis. Dies sorgt einerseits dafür, dass für die Dauer des Mangels weniger Menschen versuchen dieses Gut oder diese Dienstleistung zu erwerben und diese somit denen zukommen, die ihnen den höchsten subjektiven Wert zuschreiben. Andererseits motiviert es andere wirtschaftliche Akteure dazu in die jeweilige Branche zu investieren und langfristig so den Mangel zu lindern, was dann mit einer Preissenkung einhergeht. Staatliche Interventionen haben dies an vielen Punkten erschwert oder gar unmöglich gemacht. Nahezu jede Preissteigerung in einem bestimmten Bereich wird inzwischen mit dem Ruf nach dem Eingriff der Regierung beantwortet. Das aktuellste Beispiel ist die Mietpreisbremse. Jeder Vermieter, der eine Wohnung neu vermieten will, muss jetzt mindestens den Gegenwert von einem Drittel des Neubaus investieren, bevor er die Miete um mehr als 10% erhöhen darf. Dies gilt für angespannte Wohnungsmärkte, ein Label, dass Landesregierungen verteilen. Das dies Investitionen gerade in den angespannten Wohnungsmärkten abhält ist eigentlich mit gesundem Menschenverstand zu erkennen, aber die selbe Regierung hat ja auch einen Mindestlohn beschlossen. Gerade in Gegenden, in denen Mangel herrscht, also eine besonders hohe Nachfrage (ergo wollen dort viele Menschen gerne wohnen), können hohe Preise Investoren anlocken, die zu Neubauten und Modernisierungen bereit sind. Da die Mieter, die in der Lage sind diese Preise zu bezahlen, natürlich nicht aus dem Obdachlosenheim kommen, sondern bereits selbst Mieten oder besitzen, macht dies Kapazitäten in solchen Wohngegenden oder Gebäuden frei, die per Definition geringer nachgefragt sind als die neuen Wohnungen. Diese sinken im Preis, was sie für weniger wohlhabende Mieter erschwinglich macht. Diese Prozesse, vor allem die neuerdings sogenannte Gentrifizierung, sind kein Versagen des Marktes, sondern ein ganz normaler, keineswegs neuer, Vorgang. Die Präferenz für bestimmte Stadtviertel hat sich schon immer in beide Richtungen massiv verschoben und mit ihr die Preise.

Die Reaktion des freien Marktes auf Mangel ist Investition, die Reaktion des Staates ist die Schaffung neuen Mangels!