Islamismus

Keine Religion wie jede andere

Die Junge Alternative für Deutschland hielt am vergangenen Wochenende ihren diesjährigen Bundeskongress in Bingen. Markus Frohnmaier, einer der beiden alten und neuen Bundesvorsitzenden, bekräftigte in seiner Begrüßungsrede erneut die derzeit wohl radikalste Forderung der AfD-Jugend: Einen sofortigen und vollständigen Stop jedweder muslimischen Einwanderung nach Europa und insbesondere nach Deutschland. Eine extreme Forderung sicherlich und schon als sie zum ersten Mal gefordert wurde, bekam sie die zu erwartenden Reaktionen. Wie kann man nur? Was ist denn mit der Religionsfreiheit? Nicht alle Muslime…? Was für ein Genie war Mohammed doch, dass muss man neidlos anerkennen. Mit dem gelegentlichen Zusatz, dass das soeben gesagte von Gott selbst stammt, hat der selbsternannte Prophet es geschafft sein durch und durch weltliches Gesetzbuch in unserer ach so toleranten Welt unangreifbar zu machen. Wahrlich, Allah ist groß!

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Jeder Religion liegt eine irgendwie geartete spirituelle Erkenntnis zu Grunde, eine Wahrheit die, tiefer als rein beobachtbarer Fakt, etwas über die Natur der Welt und den Sinn des Lebens erklärt. Sie ist die Legitimation für alle weltlich umsetzbaren Vorschriften der Religion und oft, aber nicht zwingend, der Gewalt gegen und über andere. Zum Beispiel liegt dem Hinduismus die Idee des Karmas und der Wiedergeburt zu Grunde. Dem Christentum liegt die Idee einer Ursünde, die durch den Kreuzestod Jesu denen vergeben wurde die ihn annehmen, zu Grunde. Doch was ist die tiefe Wahrheit des Islam? Sie lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Monotheismus. Das war’s. Alles weitere leitet sich nur davon ab. Etwas detaillierter: Mohammed glaubte vom Gott der Christen und Juden, über einen Erzengel, beauftragt worden zu sein alle entstandenen Verfälschungen und Missverständnisse aufzuheben. Vieles davon betrifft die lebensweltlichen Vorschriften, das einzige Missverständnis im religiösen Sinne scheint die Dreifaltigkeit zu sein. Gerade zu krampfhaft wird immer und immer wieder im Koran und im frühen Islam betont, dass es nur einen Gott gibt und man nicht von „Dreien“ sprechen soll. Die Inschrift im Felsendom ist ein besonders beeindruckendes Zeugnis davon.

Alles spirituelle oder religiöse im Islam erschöpft sich im Bekenntnis „Es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed ist sein Prophet“. Der Rest ist Weltanschauung und vor allem Vorschrift. Jeder Aspekt des Lebens ist im Koran und den Hadithen (der Prophetenbiographie) vorgeschrieben, bis hin zur Frage was zu tun ist wenn man aus Versehen eine Fliege verschluckt. Das Aufwachsen von nun bald 50 Generationen unter islamischer Herrschaft, mit dem Gebet zu täglich fünf festen Zeiten und der Suche nach Problemlösungen für auch nur die kleinsten Alltagsprobleme in den Zahllosen Versen des Koran und Anekdoten der Hadithen, hat islamische Kulturen geprägt. Wenn die Gottheit alles so genau vor gibt, wieso sollte man dann an ihr zweifeln wenn sie befiehlt zu töten, zu verletzen, zu brandtschatzen und zu erobern? Wo ist das Einstiegsfenster für die Aufklärung? Wo kann der Zweifel an der absoluten Autorität der Religion ansetzen, wenn ein so vollumfängliches Weltbild dabei zerbricht? Nicht dass es keine Versuche gab, doch selbst die prominenteste dieser Strömungen, die Ismaeliten, sind an den Rand gedrängt worden.

Doch was ist der Sinn und das Ziel einer solchen Religion, die sich so kurz zusammenfassen lässt? Nun, die Antwort steckt im Namen. „Islam“ bedeutet „sich ergeben“ oder „Unterwerfung“. Anders als das Christentum, oder der Buddhismus, zielt der Islam nicht in dem Sinne auf eine innere Veränderung des neuen Gläubigen ab, eine rein oberflächliche Unterwerfung ist absolut zufriedenstellend. Will ein Christ missionieren, so ist er nicht zufrieden, wenn der neue Christ nur eine Kreuzkette anlegt, oder das Vater Unser nachbeten kann, er möchte, dass die Person quasi neu geboren wird. Der Buddhist möchte Menschen helfen das Nirvana zu erreichen, etwas das unter keinen Umständen vortäuschbar ist. Der Islam fordert die Formel „Es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed ist sein Prophet“ und die Befolgung der Sharia und der 6 Säulen. Nichts davon setzt einen tatsächlichen Sinneswandel oder Erweckungsmoment voraus, alles kann komplett vorgespielt werden. Zum Beispiel aus Angst. Es ist dieser Punkt an dem der Terror ansetzt. Wird der ständige Terror für die Ungläubigen zu viel, werden sie entweder kämpfen oder sich unterwerfen. Wer regelmäßig in den Nachrichten Kinderleichen, verursacht durch den islamistischen Terror, sieht, der wird sicherlich nicht auf einer tiefen spirituellen Ebene vom Islam überzeugt, es reicht aber wenn er genug Angst entwickelt um sich zu unterwerfen. Hauptsache es hört auf.
Dass der Islam nicht auf eine wirkliche innere Konvertierung aus ist, zeigt der vorgeschriebene Umgang mit Christen und Juden. Anders als „Heiden“ haben sie das Recht gegen die Abgabe einiger Bürgerrechte und einer Kopfsteuer ihren Glauben zu behalten. Ein fundamental undenkbarer Gedanke bei jeder Religion, deren Ziel nicht weltliche Herrschaft, sondern die Seele der Menschen ist.

Unsere Kultur ist so sehr vom Christentum geprägt, dass wir es selbst gar nicht merken, so wenig wie wir die Luft zum Atmen sehen können. Auch wenn wir von Religion im Abstrakten sprechen, auch wenn wir Atheisten sind, sind alle unsere Grundannahmen über das was eine Religion an sich ist vom Christentum geprägt. Wir erwarten automatisch, dass jede andere Religion, gerade die abrahamitischen, mehr oder weniger nach dem selben Muster ablaufen. Nichts könnte falscher sein.
Religionsfreiheit hat sich in dieser Kultur entwickelt. Zunächst zwischen den christlichen Konfessionen, dann stetig mehr und mehr der Weltreligionen. Grundannahme ist dabei der freie Wettbewerb der Ideen. Doch im Gegensatz zu jeder anderen Weltreligion braucht der Islam den freien Wettbewerb nicht, denn er muss nicht zwingend überzeugen, er kann, aber er muss nicht. So wenig wie die Religionsfreiheit heute noch ein Argument für Menschenopfer wäre, so wenig darf sie ein Argument für eine Religion sein, deren Praxis solche Auswüchse hat wie der islamistische Terror heutzutage. Nur weil man das Etikett Religion an etwas dranklebt darf es nicht automatisch frei von jeden Konsequenzen sein. Würde noch nicht existieren und man würde ihn, ohne Verweis auf eine göttliche Offenbarung, einfach als Ideologie, neu gründen, es würde keine paar Monate dauern und sie wäre auf allen Ebenen verboten.

Eins muss klar gestellt werden: Der Islam ist eine Idee. Jeder kann eine Idee annehmen, jeder kann sie ablegen. Nichts in der DNA oder im Blut eines Arabers oder eines Indonesiers macht ihn zum Moslem oder gar Islamisten, es ist eine reine Frage der Kultur. Doch auch der Nationalsozialismus war eine Kultur, eine Idee, eine Ideologie und es hat ihren Opfern nicht geholfen, dass nur 8% der Deutschen Parteimitglied waren, oder dass es auch Deutsche gab die anders dachten. In wie weit wir die Idee der Religionsfreiheit auf diese Religion als solche, nicht auf die Gläubigen Menschen, anwenden, muss, wie bei jeder anderen Ideologie, von den Grenzen unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung bestimmt sein. Dies ist keine Religion wie jede andere, sie ist ganz und gar weltlich, mit dem gelegentlichen Verweis auf göttliche Autorität. Eigentlich ist das noch nicht einmal eine Religion.

 

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Menschen mögen gleich sein, Kulturen sind es nicht

Eigentlich wollte ich meine Leserschaft ein paar Wochen mit Archivartikeln abspeisen, die Uni nötigt mir zur Abwechslung mal eine Menge Aufmerksamkeit ab. Aber leider sind in den vergangenen Tagen einige Dinge passiert, die mich veranlassen einen Artikel zu beenden, der schon länger in meinen Entwürfen liegt:

Die letzten Tage waren widerlich, einfach nur abartig, abstoßend und widerlich. Vorletzte Nacht wurden von einem IS-Anhänger zwei französische Polizisten erstochen, was schon fast zur Nebenmeldung wird, im Kontext des feigen Anschlags auf einen Schwulenclub in Orlando am Tag davor, ebenfalls IS. Und einen Tag davor prügelten sich Russen und Engländer in Marseille wie wilde Affenhorden, inklusive einem (wiederbelebten) Todesopfer. Da Aufnahmen der IS-Attentate (noch) nicht vorliegen, bleibt mir das Bild der Russen, die zu fünft auf den am Boden liegenden Engländer eintreten und -prügeln, als das abartigste Bild des ganzen Wochenendes im Kopf. Und noch kurz davor hat die Antifa einen Aktivisten der Identitären Bewegung per Steinwurf ins Koma geschickt, währenddessen wurde in Göttingen ein Verbindungsstudent mit Säure angegriffen und liegt im Krankenhaus. Mich persönlich überrascht es, dass noch niemand die islamistische Gewalt mit den Exzessen der Europäer relativiert hat, denn dieses eine Mal wäre zumindest die Inbezugsetzung angebracht.

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Wir können das Ganze, wie es besonders bei den islamistischen Attentätern bereits versucht wird, als die Einzeltaten von verwirrten Individuen darstellen. Doch das greift zu kurz. Rein rechtlich gesehen ist jeder Täter nur ein Einzeltäter, bestenfalls gibt es Helfer, Mitwisser, Auftraggeber etc. doch zum Beispiel die Kugeln in Orlando wurden jedes einzelne Mal von einem Individuum verschossen, der nach jedem Knall die Möglichkeit gehabt hätte zu stoppen. Letztendlich ist der Mensch immer selbst für seine Taten verantwortlich, denn er ist der der sie ausführt, der der sie beenden kann. Aber wer die angeborene rote Linie, die ureigene menschliche Hemmung einen anderen Menschen weder zu verletzen noch zu töten, überschreitet, der tut das nicht zufällig, besonders nicht mit Vorsatz. Was also hat sowohl den Moslem in Orlando als auch den Russen in Marseille zu seiner äußerst brutalen Aktion motiviert? Die Antwort lautet: Kultur.

Wer, wie es immer noch geschieht, Ethnien oder Rassen erstens scharf abgrenzt und diesen dann zweitens die inhärente Eigenschaft der Gewalttätigkeit zuschreibt, der bekommt zur Zeit ein Problem. Denn wer die genetischen, oder von mir aus rassischen Gemeinsamkeiten zwischen prügelnden Russen und Engländern einerseits, oder den im Namen Allahs mordenden Männer und Frauen von den Phillipinen bis nach Schweden finden will, dem wird es schwer fallen seine These zu belegen. Welche genetische Gemeinsamkeit(en) genau den frischen britischen Konvertiten und den afghanischen Selbstmordattentäter vereinen würde mich wirklich interessieren. Nein, was den islamistischen Attentätern gemein ist, ist der Islam. Wenn wir sehr großzügig sein wollen (will ich nicht) ihr Islamismus. Was den Hooligans gemein ist, ist die Hooligankultur.

Bei Hooligans und Moslems handelt es sich jeweils nur um einen Aspekt der kulturellen Identität einer Person. Niemand ist nur Moslem oder Hooligan. Man ist auch Afghane, Engländer, Mann, Frau, Vater, Sohn, etc. Um über Kulturen im Allgemein zu sprechen ist es deshalb hilfreich zunächst die Subkultur anzusehen. Niemand hat ein Problem damit, dass die Kultur, oder Subkultur der Hooligans eine schlechtere ist als zum Beispiel die der normalen, nicht gewalttätigen Fußballfanclubs. Wenn schon nicht an Hand der Grundidee, dann an Hand der Ergebnisse in der Realität. Hat man also die Wahl, zum Beispiel mit staatlichen Fördergeldern, dem e.V. Status oder gar einem Verbot, bestimmte Fankulturen zu fördern oder zu unterbinden, dann ist es vorzuziehen die gewaltlosen zu fördern und die gewalttätigen zu unterbinden. Gesunder Menschenverstand. Wer wer ist, dass kann man nicht immer vorher sagen, aber am Ergebnis sind sie objektiv messbar.

Denken wir nun weiter. Geht es um ganze Kulturen, eventuell sogar kulturelle Überbegriffe wie „Der Westen“ oder „Die islamische Welt“, in denen es jeweils große interne Unterschiede gibt, dann wird es erstens schwieriger allgemeine, messbare und vor allem objektive Aussagen zu treffen und zweitens daraus praktische Konsequenzen abzuleiten. Unmöglich wird es nicht. Wenn ich zum Beispiel sage, dass mir britische Komiker besser gefallen als deutsche, oder italienische Kunst besser als persische, dann ist das eine Geschmacksfrage, für die ich nur Konsequenzen in meinem eigenen Leben ziehen kann, zum Beispiel in welches Museum ich eher gehe. Man kann aber durchaus objektiv sein. Wo sind die Regierungen stabiler (mehr oder weniger Bürgerkriege, Revolutionen, vorzeitige Regierungswechsel), wo ist es sicherer (Kriminalität, Sicherheitsstandards, Kriegsgefahr), wo lebt man freier (Wahlrecht, Korruption, Meinungsfreiheit), wo ist man gesünder (Lebenserwartung, Kindersterblichkeit) und wo ist die Wirtschaft freier (Steuern, Vorschriften, Zölle) etc. All diese Sachen sind zumindest zu einem zufriedenstellenden Grad messbar. Die Frage ist, warum sollten sie ein Kriterium für „besser“ oder „schlechter“ sein und dürfen wir uns solche Kategorien überhaupt anmaßen?

Ich glaube ich kann so arrogant sein für die ganze Menschheit zu sprechen wenn ich sage: Es ist besser wenn Menschen leben, als wenn sie sterben. Es ist besser wenn es weniger Verbrechen gibt als mehr. Es ist besser wenn Menschen reicher, gesünder und schlauer sind als wenn sie ärmer, kranker und dümmer sind. Deshalb sind Sicherheit, Stabilität, Gesundheit und Wohlstand objektive Standards. Eine Kultur die hier sozusagen mehr „Punkte“ hat, ist zu bevorzugen. Weitere Aspekte wie politische und wirtschaftliche Freiheit, sind nicht von allen Kulturen als erstrebenswerte Ziele anerkannt, aber wer sich durch Geschichte und Gegenwart wühlt, der sieht deutlich, dass höhere Werte hier auch höhere Werte von Sicherheit, Stabilität Gesundheit und Wohlstand gewähren.
Allerdings ist es schwierig zu sagen eine Kultur ist exakt 100% besser als die andere. Man muss einzelne Aspekte betrachten. Zum Beispiel haben die Polen einen deutlich gesünderen Ansatz in der Flüchtlingsfragen und weniger Probleme der inneren Sicherheit, die Schweizer sind in Sachen politischer Freiheit weit vorne, während die deutsche Kultur, auch über Staatsgrenzen hinaus, zum Beispiel enormen Wohlstand erzeugt hat. Wer wissen will warum muss sich die Kulturen dann genau anschauen und herausfinden was sie in den jeweiligen Bereichen herausragend macht. Sofern man Dinge wie natürliche Ressourcen oder regelmäßige Naturkatastrophen herausrechnet, bleiben zum Beispiel kulturelle Aspekte wie die deutsche Arbeitsethik, der schweizerische Freiheitssinn, der polnisch-katholische Patriotismus etc.
Deshalb ist auch meine Ideale Kultur nicht etwa „deutsch“ oder „britisch“ oder ähnliches, sondern hat etwa die Streitkultur der Briten, den deutschen Ordnungssinn, die arabische Gastfreundlichkeit usw.

Das schöne an Kulturen ist, dass sie er- und verlernbar sind. Und hier setzt der praktische Aspekt an. Persönlich muss man sich gegenüber ehrlich sein und fragen, ob man Aspekte der eigenen Kultur weiter lebt, oder ob man von anderen Kulturen adaptiert. Wer überzeugend ist, der kann damit eine der vielen Entwicklungen anstoßen, die die Geschichte prägen. Oder gar ob ich protestiere, im schlimmsten Fall kämpfe, wenn objektiv schlechtere Aspekte Einzug halten oder positivere verschwinden.
Aber auf der politischen Ebene ist es noch einmal wichtiger. Wer Verantwortung für sein Volk hat, der muss wissen welche Teile von Kulturen toleriert werden können und welche nicht. Zum Beispiel ist der türkische oder italienische Beitrag zur deutschen Küche Geschmackssache. Ich persönlich mag beides. Der Staat hat keinen Grund einzuschreiten. Wegen des arabischen Fatalismus, nach dem am Ende ja doch alles Allahs Wille ist, so wurde oft argumentiert, nimmt man sich in der arabischen Welt nicht so sehr als seines Glückes Schmied war und geht weniger (zum Beispiel unternehmerisches) Risiko ein. Das hemmt das persönliche Fortkommen und so den Wohlstand. Das betrifft aber nur die Personen selbst. Auch hier gibt es keinen Grund für den Staat einzugreifen. Wenn aber ein kulturelles Element, zum Beispiel die „Taharrusch“ genannten Gruppenvergewaltigungen, Leben, Freiheit, oder Wohlstand Dritter bedrohen, dann wird es Zeit einzugreifen, auch präventiv. Und es ist wichtig solche Taten eben gerade nicht mit kulturellen Eigenarten zu entschuldigen, wie es in Deutschland Praxis ist, sondern diese zusätzlich auf die gesellschaftliche Anklagebank zu stellen und diese früh zu unterbinden. Wer sie predigt ist ebenso eine Gefahr, wie wer sie lebt.

Grundsätzlich ist die Durchsetzung, oder Nicht-Durchsetzung von Kultur eine Frage derer die in dieser Kultur leben. Ein Staat kann und sollte Kultur nicht gestalten, denn wo er sie in gesetzliche Bahnen leitet, wird sie starr und steht auch positiven Änderungen nicht mehr so offen gegenüber. Aber auch mein Libertarismus hat seine Grenzen. Als Minarchist sehe ich so oder so eine Rolle für den Staat bei dem Schutz von Leben, Freiheit und Eigentum. Die Kultur spielt dabei eine Rolle. Denn sobald man sich der Lüge hingibt, dass alle Kulturen eigentlich gleich seien, dann müsste man zwangsläufig glauben, dass die russischen Hooligans genau gleich „gut“ sind wie der Fanclub vom örtlichen Kreisligaverein, dass das Dritte Reich rein kulturell der Bundesrepublik ebenbürtig ist, oder dass eben der Islam nicht mehr oder weniger gewalttätig sein kann als der Buddhismus. Wichtig ist es deshalb kulturelle Rechtfertigung für Taten gegen Andere nicht etwa als mildernde Umstände zu sehen, sondern als Anlass, im rechtsstaatlichen Rahmen, ein Exempel zu statuieren. Ebenso dürfen Politiker nicht, mit falsch verstandener Toleranz, oder ganz und gar bewusstem Hass auf Deutschland, ständig für die kulturelle „Bereicherung“ aus objektiv schlechteren Kulturen zu werben, sie nicht zu fördern, sie bei z.B. Einwanderung in die Entscheidung mit einzubeziehen und sie nicht durch Regierungsnähe und PR-Aktionen aufzuwerten. Das schöne daran ist, dass es nicht nur die Heimatkultur schützt, sondern auch Integration in diese befördert. Zugleich verhindert es den Menschen unter Generalverdacht zu stellen, also zu sagen, dass zum Beispiel Moslems nicht einwandern dürfen, weil die alle religiöse Intoleranz predigen und Frauen schlagen. Stattdessen heißt es, sie können gerne kommen, aber wer religiöse Intoleranz predigt und Frauen schlägt, der fliegt. Wer versucht diese Ideen zu etablieren, der fliegt noch schneller. Wer versucht seine Kultur als Ausrede zu nehmen, der fliegt mit Überschall.

 

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Wir sind immer noch da – die grauen November Europas

Nachdem ich am Freitag Abend live in der BBC die Ereignisse von Paris verfolgt hatte (im deutschen Fernsehen war das ja kaum möglich), war eine Art Schreibblockade bei mir eingekehrt. Vier angefangene Blogbeiträge liegen seit den vergangenen Tagen in meinem Account, keinen konnte ich richtig zu Ende führen. Es war schwer etwas zu schreiben, dass nicht schon tausend Mal durchgekaut war, dass nicht wie moralisierende Rechthaberei oder späte Einsicht klang. Auch widerstrebt es mir die Opfer dieser Nacht als politisches Argument zu verwenden. Alles was jetzt gültig und notwendig ist, war es auch schon vorher. Es liegt einfach ein ganz neues Gefühl über Europa, dass es so nicht einmal nach dem 11. September hier gab. Wir sind im Krieg, wir sind bedroht und wir haben Angst. Es wird Zeit eins klar zu stellen: Wir sind immer noch da!

sich daran erinnern wie der  November  1806 gewesen sein muss. Gerade erst hatte Napoleon seinen letzten großen Rivalen, Preußen, bei Jena und Auerstedt geschlagen, war kurz darauf in Berlin einmarschiert. Preußen wurde zerschlagen und neu aufgeteilt, wie es auch mit zahlreichen anderen deutschen Staaten geschehen war. Napoleon war, so schien es damals, unbesiegbar. Jeden Gegner hatte er hinweg gefegt und jedes Volk unterworfen. Es muss eine Zeit der enormen Unsicherheit gewesen sein. Welcher Sohn wird für oder gegen Napoleon in den Krieg eingezogen, welche Güter requiriert, welche Armee wird brandschatzend durch das Land ziehen. Wie konnte man da in die Zukunft blicken?

Wie war es als damals im November 1849 die große Revolution der Nationalliberalen in Deutschland niedergeschlagen war. Als die schwarz-rot-goldene Fahne von Einigkeit und Recht und Freiheit zerrissen im Schlamm lag. Als jede Meinungsäußerung, jede Regung nach Freiheit ein Todesurteil war. Wer kann sich die Verzweiflung vorstellen all derer, die über ein Jahr für die Freiheit und Einigkeit Deutschlands mit der Waffe, auf der Straße, oder im Parlament gekämpft hatten und sich nun der Gewalt der Restauration ausgesetzt sahen?

Nur die Wenigsten, nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa erinnern sich an die Hungerwinter, Todeszonen, Todeslisten und Verstümmelungen des ersten Weltkrieges. Als Millionen von Familien ohne Söhne und Väter da standen, als eine ganze Generation für nichts und wieder nichts in den Schützengräben jämmerlich verreckte. Und als dann, im November 1918, für die einen alles gewonnen, für die anderen alles verloren war, noch die Spanische Grippe mehr Tote forderte als der Krieg, als ein Land nach dem anderen in schreckliche Armut und in Bürgerkrieg verfiel. Wie muss es einer deutschen Familie gegangen sein, die, nur noch aus Müttern und Töchtern bestehend, umgeben von Straßenschlachten und Mordkommandos, ihr Essen erbetteln musste?

Ebenfalls erschreckend wenige kennen noch die November der Jahre 39-45. Als es mal den einen, mal den anderen erschien als sei der Krieg niemals zu gewinnen, als sei das Gefühl vollkommen ausgeliefert zu sein das neue Normal. Als die einen erst die Krieg und Konzentrationslager fürchteten, dann die anderen Vertreibung, Rache und Vergewaltigung. Als Hunger, Zerstörung und Niederlage den Deutschen und Hunger und Zerstörung trotz Sieg dem Rest Europas das Rückgrat auf Jahrzehnte brachen. Als die gerade von Hitler befreiten Völker im Osten unverzüglich unter das Joch Stalins kamen. Wie grau und sinnlos muss ihnen das alles erschienen sein?

Und als in den 70ern und 80ern die RAF das ganze Land lahmlegte, während der Kalte Krieg immer mehr danach aussah heiß zu werden. Als die Deutschen, wie so viele in Europa anscheinend die Wahl hatten entweder von einer Bombe am Straßenrand oder aus der Luft ein schnelles Ende zu finden, wie muss die Zukunft gewirkt haben, als dann noch eine Partei nach der anderen von der Einheit Deutschlands abrückte und sich mit der Teilung zu arrangieren begann?

 

Napoleon ist weg. Metternich und all seine fürstlichen Kumpanen sind weg. Die Schrecken der Straßen vom November 1918 und der Weimarer Republik sind weg. Hitler, Stalin, alle Diktatoren sind weg! Die RAF ist weg! Deutschland ist eins! Jedes Mal, jedes einzelne Mal wenn Deutschland, wenn Europa in Finsternis versunken ist, Finsternis, die viele Male schrecklicher war als die unbestritten schrecklichen Vorfälle in Paris, hat die Freiheit gesiegt. Deutschland hat mehr als 2000 Jahre Geschichte hinter sich. Von Varus bis zur Mauer haben wir jeden Feind von Innen und von Außen überwunden, wie auch Europa noch jeden Feind von Innen und von Außen überwunden hat. Einigkeit und Recht und Freiheit, Liberté, Egalité, Fraternité sind Werte, die nicht einfach mal von irgendwelchen Intellektuellen herbeigesponnen wurden. Sie sind tief in der europäischen Seele, wie sie tief in der deutschen Seele sind. Europa wacht auf, Deutschland wacht auf. Im Angesicht eines Feindes, wie wir ihn seit Jahrzehnten nicht gesehen haben, zeigt sich wofür diese Kulturen stehen. Es liegt an den Regierungen Europas diesem nicht im Weg zu stehen, sondern diesem Aufwachen zu folgen, wie es Schritt für Schritt immer mehr Regierungen tun, mit der bemerkenswerten Ausnahme Deutschlands.
Wenn dieser November besonders grau erscheint, dann bleibt nur eins zu sagen: Alle Feinde sind tot, wir sind immer noch da!

Ja, der Islamische Staat ist unislamisch, aber warum?

Kein Anschlag, keine Gräultat, kein Massaker von ISIS, oder IS, oder wie immer sich die Mörderbande inzwischen nennt, ohne dass uns von zahlreichen Islamverbänden, und noch viel mehr von grün-linken Genossen, versichert wird, dass der Islamische Staat ja nichts mit dem wahren Islam zu tun hätte. Dazu kommt dann meist noch der Verweis darauf, dass die Christen ja auch mal marodierend und massakrierend durch die selben Gebiete gezogen wären. Gut das war vor rund 800 Jahren, aber dennoch. Die Ausrede, dass der IS unislamisch sei, ist an sich nicht falsch, sie wird aber nie spezifiziert. Was den IS unislamisch macht kann uns viel über diese Religion sagen.

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Wofür ist der Islamische Staat bekannt? Er erobert, er massakriert brutalst, er führt Anschläge auch außerhalb seiner Grenzen durch und/oder fördert diese, ruft zum globalen Dschihad auf und er hat sich selbst zum Kalifat, mit Al-Baghdadi an der Spitze erklärt. Arbeiten wir mal Stück für Stück ab was daran islamisch ist und was nicht:

  • Der Koran und die Hadithe sind die Quellen aller Autorität im Islam. Das Problem ist: Sie sind nicht chronologisch geordnet. Der Koran ist nach Länge der einzelnen Suren geordnet, wobei die einzelnen Suren ebenfalls teilweise eindeutige Zeitsprünge beinhalten. Die Hadithen sind lose Sammlungen von Anekdoten und Zitaten des Propheten. Das führt zu Problemen, da die Aufforderungen im Koran, z.B. zu Gewalt und Gewaltverzicht, oft widersprüchlich sind und nur durch zeitliche Abfolge deutlich wird, was endgültig ist [siehe Sure 2, Vers 106]. Setzt man die Hadithen und den Koran in Zusammenhang, stützt dies mit stilistischen Analysen und Querverweisen im Originaltext, so ergibt sich ein sehr deutliches Bild von der Abrogation, also der Ablösung alter Anweisungen durch neue.
    Es zeigen sich, analysiert man so, 4 Phasen des Dschihads in Mohammeds Zeiten. Sie beginnen mit einem reinen Dschihad des Wortes und der Aufforderung Widerspruch und sogar Gewalt stumm und stoisch zu ertragen [Sure 50, Vers 39] und enden, nachdem die Muslime die arabische Halbinsel weitestgehend kontrollieren, mit der Aufforderung zur uneingeschränkten Offensive und dem berühmten Schwertvers „Und erschlagt sie, wo immer ihr auf sie stoßt…“ [Sure 2, Vers 191].
    Apologeten des Islam argumentieren oft damit, dass mit der vorgeschriebenen Eroberung nur die arabischen Stämme und damit die natürlichen Gegner zu Lebzeiten Mohammeds gemeint wären. Dies ist leicht zu widerlegen, denn noch Mohammed selbst hat kurz vor seinem Tod die Eroberung der byzantinischen Stadt Tabuk befohlen, immerhin 700km von Mekka entfernt und eine christliche Stadt.
    Die kontinuierliche Expansion des Islamischen Staates ist also absolut durch den Koran gerechtfertigt und damit islamisch. Unislamisch sind tatsächlich, bleibt man bei der Autorität des Korans, all jene muslimischen Staaten, die nicht expandieren.
  • Aber die Massaker an Christen, Apostaten, Juden, Schiiten, Jesiden, etc. die sind doch sicherlich Exzesse, oder? Mmmmh…. bedingt. Die Frage ist was vor dem Massakern geschehen ist, das wird nicht immer aus den Videos klar. Grundsätzlich kann der Dschihad gegen 3 Arten von Gegnern geführt werden:
    Einmal die Schriftbesitzer. Das sind Juden und Christen, denn denen wurde die Botschaft Allahs schon je einmal gesandt, aber sie haben sie nicht verstand, bzw. verfälscht. Deswegen muss ihnen eine gewisse Gnade zugestanden werden. Sie haben die Wahl entweder Muslime zu werden, oder aber sogenannte Dhimmis zu werden. Diese Schutzbefohlenen dürfen weiter ihren Glauben praktizieren, haben aber keine Bürgerrechte, dürfen am öffentlichen Leben nur sehr eingeschränkt teilnehmen und müssen eine jährliche Strafsteuer zahlen. Nur wenn sie sich beidem widersetzen, dann müssen sie sterben.
    Dann sind da die Polytheisten, die an Vielgötterei glauben, zum Beispiel die Hindus, oder praktisch jeder außer Juden und Christen. Diese haben nur die Wahl zu konvertieren, oder zu sterben.
    Schließlich die Apostaten, also jene Muslime, die vom Glauben abgefallen sind. Eine Rückkehroption gibt es nicht. Sie müssen sterben, ohne wenn und aber.
    Also ist jedes Massaker an Schiiten, Jesiden, oder Muslimen die nicht beim IS mitkämpfen wollen grundsätzlich gerechtfertigt, aus der Perspektive des IS zumindest. Massaker an Nicht-Muslimen sind nur dann gerechtfertigt, wenn diese nicht konvertieren oder Dhimmis werden wollen. So lange der IS das einhält ist es absolut islamisch zu massakrieren, egal wie viele, wo und vor welchem Publikum. Mohammed persönlich hat laut den Hadithen persönlich 800 jüdische Gefangene des Qurayza Stammes enthauptet.
  • Was ist aber mit den Terroranschlägen? Nun Terroranschläge richten sich per Definition nicht immer nur gegen Militär, sondern führen meist zu enormen zivilen Opfern. Seien das die erschossenen Juden bei der Geiselnahme in Paris, nach dem Charlie Hebdo Massaker, oder die Toten des 11. Septembers. Egal welche Organisation, durch Terroranschläge hat der Islam die Schlagzeilen auf sich gezogen. Tatsächlich kann man im Koran und den Hadithen zahlreiche Verse finden, die Zivilisten, Nutzvieh und -pflanzen, Wasserversorgung etc. unter besonderen Schutz im Krieg stellen. Ist der Terror also unislamisch? Nein ist er nicht. Wie ein Gummiparagraph steht die allgemein akzeptierte Lehrmeinung (die ja, wenn auch nicht so leichtfertig, in westlicher Kriegsdoktrin vorhanden ist), dass Zivilisten Ziele sein können wenn es zum Sieg unbedingt nötig ist. Das ist ein sehr weit interpretierbarer Gedanke. Außerdem sind Zivilmassaker legitim, wenn sie als Vergeltung für Massaker an Muslimen stattfinden. Als solche Massaker an Muslimen kann man fast jede, auch defensive, Kriegshandlung der „Ungläubigen“ zählen.
  • Und schließlich der Aufruf zum globalen Dschihad und die Ausrufung des Kalifats. Und hier haben wir den Salat. Bis zum Zerfall des Osmanischen Reiches nach dem 1. Weltkrieg gab es immer ein durchgehendes Kalifat, von Mohammed an. Wer das Recht hat ein neues Kalifat auszurufen, das ist nirgendwo festgeschrieben. Al-Baghdadi hat sich die Autorität dazu aus seiner salafistischen (also dem Propheten nacheifernden) Lebensweise gezogen. Keine islamische Autorität in der Geschichte dieser Religion hat das jemals für ausreichend gehalten. Auch war das ursprüngliche Ziel der Organisation die Auslösung eines Bürgerkrieges zwischen Sunniten und Schiiten. Auch dafür kann es logischerweise keine Grundlage geben, da zu Mohammeds Zeiten die Muslime noch vereint waren. Da nur ein Kalif das Recht hat den Dschihad per Aufruf zur Individualpflicht für alle Muslime zu machen, er aber diese Autorität eigentlich nicht hat, ist auch dieser Aufruf unislamisch.

Und so sieht es schlussendlich aus. Das Blutbad, dass der IS anrichtet ist nicht unislamisch, sein Eroberungszug ist nicht unislamisch, sein Terror ist nicht unislamisch. Was unislamisch ist, ist einzig und allein die Autorität Al-Baghdadis. Wer sagt, dass der IS unislamisch ist hat Recht, impliziert damit aber nur eins: Wenn der wahre Kalif die selben Gräuel befehlen würde, dann wäre alles in Ordnung. Natürlich würden uns die Grünen immer noch erzählen, dass wir das im Westen nur missverstehen.

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