IS

Keine Religion wie jede andere

Die Junge Alternative für Deutschland hielt am vergangenen Wochenende ihren diesjährigen Bundeskongress in Bingen. Markus Frohnmaier, einer der beiden alten und neuen Bundesvorsitzenden, bekräftigte in seiner Begrüßungsrede erneut die derzeit wohl radikalste Forderung der AfD-Jugend: Einen sofortigen und vollständigen Stop jedweder muslimischen Einwanderung nach Europa und insbesondere nach Deutschland. Eine extreme Forderung sicherlich und schon als sie zum ersten Mal gefordert wurde, bekam sie die zu erwartenden Reaktionen. Wie kann man nur? Was ist denn mit der Religionsfreiheit? Nicht alle Muslime…? Was für ein Genie war Mohammed doch, dass muss man neidlos anerkennen. Mit dem gelegentlichen Zusatz, dass das soeben gesagte von Gott selbst stammt, hat der selbsternannte Prophet es geschafft sein durch und durch weltliches Gesetzbuch in unserer ach so toleranten Welt unangreifbar zu machen. Wahrlich, Allah ist groß!

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Jeder Religion liegt eine irgendwie geartete spirituelle Erkenntnis zu Grunde, eine Wahrheit die, tiefer als rein beobachtbarer Fakt, etwas über die Natur der Welt und den Sinn des Lebens erklärt. Sie ist die Legitimation für alle weltlich umsetzbaren Vorschriften der Religion und oft, aber nicht zwingend, der Gewalt gegen und über andere. Zum Beispiel liegt dem Hinduismus die Idee des Karmas und der Wiedergeburt zu Grunde. Dem Christentum liegt die Idee einer Ursünde, die durch den Kreuzestod Jesu denen vergeben wurde die ihn annehmen, zu Grunde. Doch was ist die tiefe Wahrheit des Islam? Sie lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Monotheismus. Das war’s. Alles weitere leitet sich nur davon ab. Etwas detaillierter: Mohammed glaubte vom Gott der Christen und Juden, über einen Erzengel, beauftragt worden zu sein alle entstandenen Verfälschungen und Missverständnisse aufzuheben. Vieles davon betrifft die lebensweltlichen Vorschriften, das einzige Missverständnis im religiösen Sinne scheint die Dreifaltigkeit zu sein. Gerade zu krampfhaft wird immer und immer wieder im Koran und im frühen Islam betont, dass es nur einen Gott gibt und man nicht von „Dreien“ sprechen soll. Die Inschrift im Felsendom ist ein besonders beeindruckendes Zeugnis davon.

Alles spirituelle oder religiöse im Islam erschöpft sich im Bekenntnis „Es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed ist sein Prophet“. Der Rest ist Weltanschauung und vor allem Vorschrift. Jeder Aspekt des Lebens ist im Koran und den Hadithen (der Prophetenbiographie) vorgeschrieben, bis hin zur Frage was zu tun ist wenn man aus Versehen eine Fliege verschluckt. Das Aufwachsen von nun bald 50 Generationen unter islamischer Herrschaft, mit dem Gebet zu täglich fünf festen Zeiten und der Suche nach Problemlösungen für auch nur die kleinsten Alltagsprobleme in den Zahllosen Versen des Koran und Anekdoten der Hadithen, hat islamische Kulturen geprägt. Wenn die Gottheit alles so genau vor gibt, wieso sollte man dann an ihr zweifeln wenn sie befiehlt zu töten, zu verletzen, zu brandtschatzen und zu erobern? Wo ist das Einstiegsfenster für die Aufklärung? Wo kann der Zweifel an der absoluten Autorität der Religion ansetzen, wenn ein so vollumfängliches Weltbild dabei zerbricht? Nicht dass es keine Versuche gab, doch selbst die prominenteste dieser Strömungen, die Ismaeliten, sind an den Rand gedrängt worden.

Doch was ist der Sinn und das Ziel einer solchen Religion, die sich so kurz zusammenfassen lässt? Nun, die Antwort steckt im Namen. „Islam“ bedeutet „sich ergeben“ oder „Unterwerfung“. Anders als das Christentum, oder der Buddhismus, zielt der Islam nicht in dem Sinne auf eine innere Veränderung des neuen Gläubigen ab, eine rein oberflächliche Unterwerfung ist absolut zufriedenstellend. Will ein Christ missionieren, so ist er nicht zufrieden, wenn der neue Christ nur eine Kreuzkette anlegt, oder das Vater Unser nachbeten kann, er möchte, dass die Person quasi neu geboren wird. Der Buddhist möchte Menschen helfen das Nirvana zu erreichen, etwas das unter keinen Umständen vortäuschbar ist. Der Islam fordert die Formel „Es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed ist sein Prophet“ und die Befolgung der Sharia und der 6 Säulen. Nichts davon setzt einen tatsächlichen Sinneswandel oder Erweckungsmoment voraus, alles kann komplett vorgespielt werden. Zum Beispiel aus Angst. Es ist dieser Punkt an dem der Terror ansetzt. Wird der ständige Terror für die Ungläubigen zu viel, werden sie entweder kämpfen oder sich unterwerfen. Wer regelmäßig in den Nachrichten Kinderleichen, verursacht durch den islamistischen Terror, sieht, der wird sicherlich nicht auf einer tiefen spirituellen Ebene vom Islam überzeugt, es reicht aber wenn er genug Angst entwickelt um sich zu unterwerfen. Hauptsache es hört auf.
Dass der Islam nicht auf eine wirkliche innere Konvertierung aus ist, zeigt der vorgeschriebene Umgang mit Christen und Juden. Anders als „Heiden“ haben sie das Recht gegen die Abgabe einiger Bürgerrechte und einer Kopfsteuer ihren Glauben zu behalten. Ein fundamental undenkbarer Gedanke bei jeder Religion, deren Ziel nicht weltliche Herrschaft, sondern die Seele der Menschen ist.

Unsere Kultur ist so sehr vom Christentum geprägt, dass wir es selbst gar nicht merken, so wenig wie wir die Luft zum Atmen sehen können. Auch wenn wir von Religion im Abstrakten sprechen, auch wenn wir Atheisten sind, sind alle unsere Grundannahmen über das was eine Religion an sich ist vom Christentum geprägt. Wir erwarten automatisch, dass jede andere Religion, gerade die abrahamitischen, mehr oder weniger nach dem selben Muster ablaufen. Nichts könnte falscher sein.
Religionsfreiheit hat sich in dieser Kultur entwickelt. Zunächst zwischen den christlichen Konfessionen, dann stetig mehr und mehr der Weltreligionen. Grundannahme ist dabei der freie Wettbewerb der Ideen. Doch im Gegensatz zu jeder anderen Weltreligion braucht der Islam den freien Wettbewerb nicht, denn er muss nicht zwingend überzeugen, er kann, aber er muss nicht. So wenig wie die Religionsfreiheit heute noch ein Argument für Menschenopfer wäre, so wenig darf sie ein Argument für eine Religion sein, deren Praxis solche Auswüchse hat wie der islamistische Terror heutzutage. Nur weil man das Etikett Religion an etwas dranklebt darf es nicht automatisch frei von jeden Konsequenzen sein. Würde noch nicht existieren und man würde ihn, ohne Verweis auf eine göttliche Offenbarung, einfach als Ideologie, neu gründen, es würde keine paar Monate dauern und sie wäre auf allen Ebenen verboten.

Eins muss klar gestellt werden: Der Islam ist eine Idee. Jeder kann eine Idee annehmen, jeder kann sie ablegen. Nichts in der DNA oder im Blut eines Arabers oder eines Indonesiers macht ihn zum Moslem oder gar Islamisten, es ist eine reine Frage der Kultur. Doch auch der Nationalsozialismus war eine Kultur, eine Idee, eine Ideologie und es hat ihren Opfern nicht geholfen, dass nur 8% der Deutschen Parteimitglied waren, oder dass es auch Deutsche gab die anders dachten. In wie weit wir die Idee der Religionsfreiheit auf diese Religion als solche, nicht auf die Gläubigen Menschen, anwenden, muss, wie bei jeder anderen Ideologie, von den Grenzen unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung bestimmt sein. Dies ist keine Religion wie jede andere, sie ist ganz und gar weltlich, mit dem gelegentlichen Verweis auf göttliche Autorität. Eigentlich ist das noch nicht einmal eine Religion.

 

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Verantwortlich für jeden Toten – Denn sie wissen was sie tun

Ich bin kein Pazifist. So libertär ich bin, ich sehe ein starkes Militär als unabdingbarer Garant der äußeren Sicherheit. Dazu können auch Auslandseinsätze gehören, da habe ich ganz grundsätzlich kein Problem mit, denn in einer asymmetrischen Welt kann der Feind nicht immer an der Front bekämpft werden. Was aber am Freitag im Bundestag beschlossen wurde, dass geht gegen jeden gesunden Menschenverstand. Es ist nicht nur der Einsatz an sich, es ist alles drumherum, alles was seit der Wiedervereinigung mit der Bundeswehr angestellt wurde.

Fotograf: Tobias Koch www.tobiaskoch.net

Veröffentlichung mit Urhebernennung „Foto: Tobias Koch“. Fotograf: Tobias Koch http://www.tobiaskoch.net Kontaktadresse für Rückfragen: contact@tobiaskoch.net http://www.facebook.com/tokography

Man muss eines bei den Soldaten der Bundeswehr mehr bewundern als alles andere: Sie werden in der Öffentlichkeit angespuckt, manchmal angegriffen, vom Dienstherren kaputtgespart, mit mangelhaftem Equipment ausgestattet und dann an die letzten Ecken der Welt geschickt in Einsätze, die sofort verloren sind, wenn die Truppen wieder abziehen. Aber dabei üben sie ihren Dienst weiterhin professionell und nach besten Möglichkeiten aus und gehen bei Beschwerden den Dienstweg, statt öffentlichem Radau. Das zeugt einerseits von guter Disziplin, andererseits von großem Respekt vor dem Dienstherren. Verdient hat das der Dienstherr leider nicht mehr.

Der 2+4 Vertrag erlegt der BRD eine militärische Obergrenze von 370.000 Soldaten auf. Mehr ist völkerrechtlich nicht drin. Keine irrelevante Größe. Zusammen mit einem großen, durch die Wehrpflicht gegebenen, Reserveheer, um im Kriegsfall aufzustocken, ist das eine Armee, die ihren angestammten Sinn und Zweck, die Landesverteidigung, erfüllen kann. Diesem Auftrag hat man anscheinend völlig abgeschworen. Der Kernpunkt (und verfassungsmäßig einzig wirklich zulässige Auftrag) der Bundeswehr ist völlig in den Hintergrund getreten, als sei mit dem Ende des Kalten Krieges jede Kriegsgefahr für immer und ewig verflogen. Man hat die Bundeswehr auf unter 180.000 Mann zusammengeschrumpft, etwas mehr als Äthiopien, etwas weniger als Marokko, fast exakt so viel wie Kuba. Dabei hat man, wenn man den öffentlich gewordenen Beschwerden der Soldaten und diversen Presseberichten glaubt, mit diesen Dritte-Welt-Ländern auch die Ausrüstungsqualität gemeinsam. Die materielle Lage ist ein Trauerspiel, in dem nie für die ganze Armee auf einmal das Material vorhanden ist, sondern in Rotation Einheiten im Einsatz oder Manöver zur Verfügung gestellt wird.

Es scheint als könne man in Deutschland, wo die gesellschaftliche Unterstützung für die Armee so niedrig ist wie kaum irgendwo auf der Welt, hier sparen ohne Sinn, Verstand oder Empörung. Beim Bund kürzen klingt nach Frieden und ist damit populär. Genauso die völlig überhastete und unorganisierte Abschaffung der Wehrpflicht, die nicht nur zu enormen Nachwuchsproblemen führt, sondern auch den letzten Rest Verankerung in der Gesellschaft entfernt. Auch hier konnte man sich drauf verlassen, dass Sparen bei der Bundeswehr nur noch von Soldaten kritisiert wird und von denen gibt es ja immer weniger.

Ich halte ein Militär für absolut notwendig und da man es braucht sollte es auch nach besten Möglichkeiten ausgestattet sein und zahlenmäßig in der Lage seine Mission zu erfüllen. Aber diese Mission sollte, so wie es auch im Grundgesetz gedacht ist, nur sein das Land an sich oder das eigene Bündnissystem bei direkten Angriffen zu verteidigen. Aber das ist beim Syrien-Einsatz nicht der Fall, nicht mal ansatzweise. Der Islamische Staat ist eine terroristische Bedrohung für Deutschland. Seine Armeen stehen nicht an der Grenze. Die Aufgabe diese Terroristen zu bekämpfen ist Aufgabe der Geheimdienste und der Polizei. Bedingt kann es Aufgabe der Bundeswehr sein, wenn sie im Innern eingesetzt werden sollte, allerdings sehe ich dies sehr kritisch und noch ist dies rechtlich schwer möglich.

Statt einer Landes- oder Bündnisverteidigung schmeißt die Bundesregierung, mit expliziter Erlaubnis des Parlaments, 1200 deutsche Soldaten in die gefährlichste und unübersichtlichste Krisenregion der Welt. Zunächst einmal fehlt jede Form von Strategie. Man ist sich einigermaßen einig gegen wen man ist. Also gegen den IS. Ansonsten hat die Koalition der Willigen, geschmiedet maßgeblich von Frankreich und Russland (soviel zu EU- oder NATO-Bündnisfall), noch ein paar Probleme zu lösen. Assad stützen oder stürzen? Sollen die Aufklärungsfotos der Tornados Erdogan zugänglich gemacht werden, oder bombt er sonst die Kurden zu Klump? Will man wirklich mit Saudi-Arabien gegen islamischen Fanatismus zu Felde ziehen?

Wenn die Luftwaffe und ihre Bodencrew in ordentlicher Stärke in diese Region eingreift, dann fliegt sie durch einen Luftraum, in dem eine beispiellose Anzahl an Luftwaffen aus aller Welt bereits scharfe Einsätze fliegt, jeder mit einem offiziellen und vielen inoffiziellen Zielen. Sie fotografieren die Stellungen und Marschrouten ständig wechselnde Allianzen, völlig neu auftretender Parteien und nicht zuletzt von Gruppen, die gleichzeitig Freund, Feind und Neutral für verschiedene Teilnehmer der Anti-IS-Koalition sind. Das tut sie mit Material, das in so schlechtem Zustand ist, dass man auch gleich noch ein paar Messerschmidts oder einen Fieseler Storch aus dem Museum holen könnte. Die Idee, dass man, wenn man selbst keine Bomben schmeißt, auch keine Opfer bringen muss ist hinrissig. Abgesehen von möglichen terroristischen Angriffen auf die Stützpunkte der Bundeswehr, auf ihre Transporte und natürlich auch zu Hause, ist das Material an sich eine Gefahr. Bei möglicherweise hunderten von Aufklärungsflügen (sollte sich der Einsatz über Jahre hinziehen) muss nur ein einziges Mal ein technisches Problem vorliegen, selbst wenn nie ein Tornado abgeschossen wird, und deutsche Piloten fallen mit dem Fallschirm auf IS-Territorium. Was mit ihnen passieren kann, hat der IS am jordanischen Piloten gezeigt, der bei lebendigem Leib in einem Käfig brutalst verbrannt wurde. Wenn ich ein Tornadopilot wäre, würde ich die Finger vom Schleudersitz lassen und den Tod lieber kurz und schmerzlos kommen lassen.

Unterbesetzt, mangelhaft ausgerüstet und ohne langfristige Strategie schickt der Bundestag die Luftwaffe in einer Art Wohlfühlmission, nach dem Motto „wir tun auch was“, in die gefährlichste und brutalste Region der Welt. Politiker müssen bei Militäreinsätzen immer den Tod ihrer Soldaten mit in Kauf nehmen, das an sich ist nicht verwerflich weil unvermeidlich. Aber deutsche Soldaten ohne Sinn und Verstand in einen potentiellen Foltertod in der Hand brutaler Islamisten, in das Schicksal als Schaustück der Terrorpropaganda oder auch nur in den Unfalltod durch die mangelhafte Ausrüstung zu schicken ist nicht nur falsch, es ist widerwärtig. Ich wünsche jedem Bundestagsabgeordneten, der diesen Freitag mit Ja gestimmt hat, dass ihm das Gesicht eines jeden dort fallenden Soldaten auf ewig in jedem einzelnen Traum erscheint.

Ja, der Islamische Staat ist unislamisch, aber warum?

Kein Anschlag, keine Gräultat, kein Massaker von ISIS, oder IS, oder wie immer sich die Mörderbande inzwischen nennt, ohne dass uns von zahlreichen Islamverbänden, und noch viel mehr von grün-linken Genossen, versichert wird, dass der Islamische Staat ja nichts mit dem wahren Islam zu tun hätte. Dazu kommt dann meist noch der Verweis darauf, dass die Christen ja auch mal marodierend und massakrierend durch die selben Gebiete gezogen wären. Gut das war vor rund 800 Jahren, aber dennoch. Die Ausrede, dass der IS unislamisch sei, ist an sich nicht falsch, sie wird aber nie spezifiziert. Was den IS unislamisch macht kann uns viel über diese Religion sagen.

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Wofür ist der Islamische Staat bekannt? Er erobert, er massakriert brutalst, er führt Anschläge auch außerhalb seiner Grenzen durch und/oder fördert diese, ruft zum globalen Dschihad auf und er hat sich selbst zum Kalifat, mit Al-Baghdadi an der Spitze erklärt. Arbeiten wir mal Stück für Stück ab was daran islamisch ist und was nicht:

  • Der Koran und die Hadithe sind die Quellen aller Autorität im Islam. Das Problem ist: Sie sind nicht chronologisch geordnet. Der Koran ist nach Länge der einzelnen Suren geordnet, wobei die einzelnen Suren ebenfalls teilweise eindeutige Zeitsprünge beinhalten. Die Hadithen sind lose Sammlungen von Anekdoten und Zitaten des Propheten. Das führt zu Problemen, da die Aufforderungen im Koran, z.B. zu Gewalt und Gewaltverzicht, oft widersprüchlich sind und nur durch zeitliche Abfolge deutlich wird, was endgültig ist [siehe Sure 2, Vers 106]. Setzt man die Hadithen und den Koran in Zusammenhang, stützt dies mit stilistischen Analysen und Querverweisen im Originaltext, so ergibt sich ein sehr deutliches Bild von der Abrogation, also der Ablösung alter Anweisungen durch neue.
    Es zeigen sich, analysiert man so, 4 Phasen des Dschihads in Mohammeds Zeiten. Sie beginnen mit einem reinen Dschihad des Wortes und der Aufforderung Widerspruch und sogar Gewalt stumm und stoisch zu ertragen [Sure 50, Vers 39] und enden, nachdem die Muslime die arabische Halbinsel weitestgehend kontrollieren, mit der Aufforderung zur uneingeschränkten Offensive und dem berühmten Schwertvers „Und erschlagt sie, wo immer ihr auf sie stoßt…“ [Sure 2, Vers 191].
    Apologeten des Islam argumentieren oft damit, dass mit der vorgeschriebenen Eroberung nur die arabischen Stämme und damit die natürlichen Gegner zu Lebzeiten Mohammeds gemeint wären. Dies ist leicht zu widerlegen, denn noch Mohammed selbst hat kurz vor seinem Tod die Eroberung der byzantinischen Stadt Tabuk befohlen, immerhin 700km von Mekka entfernt und eine christliche Stadt.
    Die kontinuierliche Expansion des Islamischen Staates ist also absolut durch den Koran gerechtfertigt und damit islamisch. Unislamisch sind tatsächlich, bleibt man bei der Autorität des Korans, all jene muslimischen Staaten, die nicht expandieren.
  • Aber die Massaker an Christen, Apostaten, Juden, Schiiten, Jesiden, etc. die sind doch sicherlich Exzesse, oder? Mmmmh…. bedingt. Die Frage ist was vor dem Massakern geschehen ist, das wird nicht immer aus den Videos klar. Grundsätzlich kann der Dschihad gegen 3 Arten von Gegnern geführt werden:
    Einmal die Schriftbesitzer. Das sind Juden und Christen, denn denen wurde die Botschaft Allahs schon je einmal gesandt, aber sie haben sie nicht verstand, bzw. verfälscht. Deswegen muss ihnen eine gewisse Gnade zugestanden werden. Sie haben die Wahl entweder Muslime zu werden, oder aber sogenannte Dhimmis zu werden. Diese Schutzbefohlenen dürfen weiter ihren Glauben praktizieren, haben aber keine Bürgerrechte, dürfen am öffentlichen Leben nur sehr eingeschränkt teilnehmen und müssen eine jährliche Strafsteuer zahlen. Nur wenn sie sich beidem widersetzen, dann müssen sie sterben.
    Dann sind da die Polytheisten, die an Vielgötterei glauben, zum Beispiel die Hindus, oder praktisch jeder außer Juden und Christen. Diese haben nur die Wahl zu konvertieren, oder zu sterben.
    Schließlich die Apostaten, also jene Muslime, die vom Glauben abgefallen sind. Eine Rückkehroption gibt es nicht. Sie müssen sterben, ohne wenn und aber.
    Also ist jedes Massaker an Schiiten, Jesiden, oder Muslimen die nicht beim IS mitkämpfen wollen grundsätzlich gerechtfertigt, aus der Perspektive des IS zumindest. Massaker an Nicht-Muslimen sind nur dann gerechtfertigt, wenn diese nicht konvertieren oder Dhimmis werden wollen. So lange der IS das einhält ist es absolut islamisch zu massakrieren, egal wie viele, wo und vor welchem Publikum. Mohammed persönlich hat laut den Hadithen persönlich 800 jüdische Gefangene des Qurayza Stammes enthauptet.
  • Was ist aber mit den Terroranschlägen? Nun Terroranschläge richten sich per Definition nicht immer nur gegen Militär, sondern führen meist zu enormen zivilen Opfern. Seien das die erschossenen Juden bei der Geiselnahme in Paris, nach dem Charlie Hebdo Massaker, oder die Toten des 11. Septembers. Egal welche Organisation, durch Terroranschläge hat der Islam die Schlagzeilen auf sich gezogen. Tatsächlich kann man im Koran und den Hadithen zahlreiche Verse finden, die Zivilisten, Nutzvieh und -pflanzen, Wasserversorgung etc. unter besonderen Schutz im Krieg stellen. Ist der Terror also unislamisch? Nein ist er nicht. Wie ein Gummiparagraph steht die allgemein akzeptierte Lehrmeinung (die ja, wenn auch nicht so leichtfertig, in westlicher Kriegsdoktrin vorhanden ist), dass Zivilisten Ziele sein können wenn es zum Sieg unbedingt nötig ist. Das ist ein sehr weit interpretierbarer Gedanke. Außerdem sind Zivilmassaker legitim, wenn sie als Vergeltung für Massaker an Muslimen stattfinden. Als solche Massaker an Muslimen kann man fast jede, auch defensive, Kriegshandlung der „Ungläubigen“ zählen.
  • Und schließlich der Aufruf zum globalen Dschihad und die Ausrufung des Kalifats. Und hier haben wir den Salat. Bis zum Zerfall des Osmanischen Reiches nach dem 1. Weltkrieg gab es immer ein durchgehendes Kalifat, von Mohammed an. Wer das Recht hat ein neues Kalifat auszurufen, das ist nirgendwo festgeschrieben. Al-Baghdadi hat sich die Autorität dazu aus seiner salafistischen (also dem Propheten nacheifernden) Lebensweise gezogen. Keine islamische Autorität in der Geschichte dieser Religion hat das jemals für ausreichend gehalten. Auch war das ursprüngliche Ziel der Organisation die Auslösung eines Bürgerkrieges zwischen Sunniten und Schiiten. Auch dafür kann es logischerweise keine Grundlage geben, da zu Mohammeds Zeiten die Muslime noch vereint waren. Da nur ein Kalif das Recht hat den Dschihad per Aufruf zur Individualpflicht für alle Muslime zu machen, er aber diese Autorität eigentlich nicht hat, ist auch dieser Aufruf unislamisch.

Und so sieht es schlussendlich aus. Das Blutbad, dass der IS anrichtet ist nicht unislamisch, sein Eroberungszug ist nicht unislamisch, sein Terror ist nicht unislamisch. Was unislamisch ist, ist einzig und allein die Autorität Al-Baghdadis. Wer sagt, dass der IS unislamisch ist hat Recht, impliziert damit aber nur eins: Wenn der wahre Kalif die selben Gräuel befehlen würde, dann wäre alles in Ordnung. Natürlich würden uns die Grünen immer noch erzählen, dass wir das im Westen nur missverstehen.

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