Aktivismus

Kindesmissbrauch auf Youtube, Analsex in der Teen Vogue – Es muss ein Ende haben

Es gibt nicht mehr viel in dieser Gesellschaft, dass mich noch wirklich überrascht. Ich bin es gewohnt, dass jede der noch kürzlich als allgemeingültigen Ideen von Anstand und Moral nicht nur erodiert, sondern auch mit offensichtlich klarem Vorsatz zerstört wird. In vielen Fällen überstimmt meine libertäre Seite dabei meine konservative Seite. So lange es keinen Einfluss auf Dritte hat, können Menschen machen was sie wollen, auch wenn mich bestimmte Dinge ganz grundsätzlich stören. Zum Beispiel wenn jedes Jahr meine Innenstadt am Christopher Street Day zum Jahrestreffen der Exhibitionisten wird, dann habe ich ein Problem damit. Was aber erwachsene Menschen in ihren eigenen vier Wänden einvernehmlich wem wo hinstecken ist mir egal. Aber da ist schon der Knackpunkt: Erwachsene. Denn gestern lief mir ein Video über den Weg, dass man gesehen haben muss um es zu glauben. „Parents Explain Masturbation“ ist genau das wonach es klingt.

„Parents Explain Masturbation“ ist ein haarsträubendes Video. Nicht nur, dass man es für absolut in Ordnung hielt Kinder (und wir sprechen hier von Kindern, nicht Jugendlichen) in dieser Art vorzuführen, während man es gleichzeitig für nötig erachtete eine Altersbeschränkung für das Video und eine Verpixelung eines Dildos vorzunehmen. Dramatisch ist der Umgang mit den Kindern selbst. Die Eltern (am schlimmsten die Frau im weißen Top und die Frau in der roten Jacke) drücken das für die Kinder offensichtlich sehr unangenehme Thema mit aller Vehemenz weiter voran. Masturbierst du? Masturbierst du? Du kannst es mir sagen. Masturbierst du? Immer wieder halten sich die Kinder die Augen zu, rutschen spürbar peinlich berührt auf ihrem Platz herum, sagen nichts oder „Mamaaaaa…“. Man spricht von „Adult Toys“ und stellt diese dann Kindern hin. Das ganze natürlich nicht im Rahmen eines vertraulichen Eltern-Kind-Gespräches, was zwar auch noch unangemessen wäre, aber immerhin in einem geschützten Umfeld, sondern in der Öffentlichkeit von derzeit etwas unter einer Millionen Klicks. Stellt man dieses Video in den Kontext von vorangetriebener Frühsexualisierung in Schulen und Kindergärten, der zunehmenden Zahl an Kindern die schon vor der Pubertät von ihren Eltern Hormontherapien und Geschlechtsumwandlungen erlaubt bekommen, und Artikeln wie eine Einführung in die Welt des Analsex in der Teen Vogue, sieht man, dass hier etwas gehörig falsch läuft in unserem Umgang mit Kindern. Es gibt nämlich einen Grund dafür, dass es Altersgrenzen für die im weitesten Sinne sexuelle Interaktion von Erwachsenen und Minderjährigen gibt, und der Grund ist nicht, dass wir bigott sind und uns die Idee unserer Kinder und Sex anekelt oder Angst macht.

Jede Beziehung zwischen Erwachsenen und Minderjährigen ist immer und automatisch von einem Autoritätsgefälle charakterisiert. Das heißt, dass Erwachsene grundsätzlich für Kinder eine Autorität darstellen. Sie wissen mehr, dürfen mehr, haben mehr Wohlstand, Dinge und Erfahrungen. Diese Denkweise ist nicht nur kulturell bei allen Völkern und Zivilisationen verstärkt, sondern auch angeboren. Keine Spezies verbringt so viel Zeit mit der Aufzucht der nächsten Generation, Kinder sind programmiert von den Erwachsenen zu lernen und erkennen daher grundsätzlich deren Taten und Aussagen als korrekt an. Auch Kinder die als ungezogen oder grundsätzlich nicht autoritätshörig gelten, wissen um diesen Umstand. Wer auf dem Schulhof prügelt weiß, dass er es besser nicht direkt vor den Lehrern macht und kriegt einer der zum Beispiel selbst oft Schläge verteilt mal was zurück, rennt er schnell zu Lehrer/Eltern/Erziehern etc. Nein, auch die Kinder die sich im Allgemeinen nicht daran halten, erkennen zumindest formal die Autorität der Erwachsenen an. Hinzu kommen noch einmal spezielle Gruppen von Erwachsenen, die besondere Autorität haben, über die man lernt, dass sie besonders vertrauenswürdig sind. Das sind zum Beispiel die Eltern, Lehrer, Sporttrainer, Ärzte, Polizisten, Krankenschwestern, nahe Verwandte, usw.

Das Resultat dieses Autoritätsgefälles ist erdrückend wenn man sieht wie es gerade für Sex missbraucht werden kann, denn allgemein könnte man ja erwarten, dass die Missbrauchten am längeren Hebel sitzen. Einen Pädophilen erwartet die absolute Hölle im Gefängnis, Verlust der Existenz und falls vorhanden der Beziehung, sowie vollständige gesellschaftliche Ächtung schon beim reinen Vorwurf. Das Opfer erwartet Therapie, Mitgefühl und Aufmerksamkeit. Aber dem ist nicht so. Den allermeisten Tätern gelingt es ihre Opfer psychisch zu manipulieren und das nicht zuletzt durch ihre Autorität. Wie oft hört man von Kindern, deren missbrauchender Elternteil mit Liebesentzug drohte, oder von Kindern und Jugendlichen die ihrem Täter glaubten, dass sie sich für den Missbrauch schämen müssten. Wie oft konnten vertrauenserweckende Manipulateure Kindern weiß machen, dass das was sie tun ganz normal ist. Wie viele Lehrer und Trainer haben gute Noten, Beurteilungen und Vergünstigungen benutzt um zu kriegen was sie wollen. Und natürlich wie viele Erwachsene konnten sich durch für sie unbedeutende kleine Geldbeträge das Schweigen von Kindern erkaufen, die kaum ein paar Euro Taschengeld im Monat hatten.
Selbst wenn man von dem seltenen, aber schon geschehenen Fall einer einvernehmlichen Beziehung zwischen z.B. Schüler und Lehrerin ausgeht, dann bleibt dennoch die Lehrerin in diesem Fall am längeren Hebel und kann jederzeit enormen Druck ausüben, wenn der Schüler nicht mehr weiter machen will oder etwa eine bestimmte sexuelle Handlung verweigert.

Also haben wir Grenzen gezogen, zum beiderseitigen Schutz. Keine sexuellen Handlungen mit Schutzbefohlenen, egal welchen Alters. Keine sexuellen Handlungen innerhalb der Familie. Keine sexuellen Handlungen mit unter 14-jährigen und unter bestimmten Umständen auch unter 16- und 18-jährigen. Diese Regelungen gelten zum beidseitigen Schutz. Ein Erwachsener kann sich nicht aus Sex mit einer 12-jährigen herausreden, weil diese vielleicht schon besonders reif sei und eine 20-jährige kann sich eine später unangenehme sexuelle Begegnung mit einem Älteren nicht als Ausnutzung ihrer Unreife schönreden. Gibt es geistig und körperlich extrem frühreife Kinder die sexuell selbstbestimmt handeln könnten? Gibt es Mitt-Zwanziger die so unreif sind, dass sie sich den Konsequenzen von Sex nicht bewusst sind und sich manipulieren lassen? Sicher, rein statistisch wird das schon mal vorkommen, aber dann haben die halt Pech gehabt. Man muss die roten Linien irgendwo ziehen und zwar im Zweifel immer beim Kindswohl.

Nun werden weder im Youtube-Video noch in der Teen Vogue Kinder tatsächlich berührt oder gar vergewaltigt. Also wo ist das Problem? Nun das Problem liegt in der neuen Form von, im weitesten Sinne, Sexualerziehung die hier sichtbar wird. Die „klassische“ Sexualerziehung die an Schulen noch zum Glück vorherrscht ist primär eine trockene, wissenschaftlich-aufklärerische Sexualerziehung. Kindern und Jugendlichen wird die Funktionsweise der menschlichen Reproduktion, die Normalität ihrer körperlichen und geistigen Veränderung, die Vermeidung von Schwangerschaft und Geschlechtskrankheit, sowie grundsätzliche Informationen über Schwangerschaft und ähnliches dargeboten. Damit ist eigentlich die ausreichende Grundlage gelegt. Die Kinder können nun nur noch wider besseres Wissen unverhütet miteinander schlafen und Konsequenzen riskieren. Sie können nicht mehr behaupten nicht zu wissen was sie da tun. Der Rest gehört ihnen, sie entdecken ihre Sexualität und entscheiden sich dabei für die Personen denen sie sich anvertrauen. Und das können ruhig Eltern, Lehrer, Trainer, Ärzte etc. sein, oder die klassische Dr. Sommer – Seite in der Bravo. Entscheidend ist, dass die Kinder entscheiden mit wem sie über welches Thema sprechen können, wie weit sie dabei gehen wollen, ob sie eventuell etwas zeigen möchten, dass ihnen Unbehagen bereitet.

Die „neue“ Form der Sexualerziehung ist jedoch fundamental anders. Die Kinder sollen nun nicht mehr selbst entscheiden oder entdecken, den Kindern wird alles und jedes vorgeführt, beigebracht, und das alles von Personen denen explizit zu diesem Zwecke Autorität gegeben wurde und welche die Kinder nicht selbst ausgesucht haben. Ein Perverser der ein Kind darüber ausfragt ob es masturbiert, oder eine Jugendliche darüber ob sie vielleicht Interesse an Analsex hat, oder naiven Spieltrieb zur eigenen Befriedigung ausnutzt, ist fundamental nicht von jemandem zu unterscheiden der dies für eine frühe Sexualerziehung tut. Ein Biologielehrer, der die Wissenschaft hinter Fortpflanzung und die Gefahr durch Geschlechtskrankheiten etc. erklärt, ist sehr wohl von einem (ggf. versuchten) Kindesmissbrauch zu unterscheiden. Das ist der große Knackpunkt der dem Missbrauch Tor und Tür öffnet. Entscheidend ist das Aufdrängen eines Spektrums von Praktiken, Fetischen, Vorlieben, Orientierungen, von Personen von deren Unterstützung, Beurteilung, Liebe, oder Versorgung die betroffenen Kinder abhängig sind. Wer sich nur einmal auf einer Porno-Seite im Internet umschaut sieht sofort einige Dinge die er eigentlich nicht sehen wollte. Aber Erwachsene im Internet können halt einfach nicht darauf klicken, oder etwas anderes ansehen. Kinder und Jugendliche deren Eltern, Lehrer, Trainer, etc. quasi spielerisch, vielleicht mit guten Vorsätzen, den Horizont ihrer Kinder erweitern wollen zwingen diese unangenehmen Erfahrungen außerdem noch ihren Kindern auf.

Ist jeder, der eine solche Frühsexualisierung befürwortet ein Pädophiler? Nein, sicherlich nicht. Aber Leute wie die Eltern im Video, die mit explizit sexuellen Gesprächen nicht aufhören, wenn ihre Kinder sehr sehr deutlich zeigen, dass sie dies nicht möchten gehören meiner Meinung nach ins Gefängnis. Wer Kindern allerlei sexueller Praktiken in all ihrer Vielfalt aussetzt anstatt sie entdecken zu lassen, der belästigt sie und gehört ins Gefängnis. Wer mit Kindern spielerisch ausprobieren will, von einer sexuellen Selbstbestimmung von frühester Kindheit an spricht gehört ins Gefängnis. Stattdessen sind diese Leute auf Youtube, in Schulen, Redaktionsstuben, und vor allem in den Parlamenten. Noch ist diese Sexual“aufklärung“ kein Mainstream. Es muss hier eine Grenze gezogen werden, die nicht überschritten werden darf.

 

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White Privilege – Rassisten an meiner Uni

Manchmal fällt mir Wochen lang kein interessantes Thema zum Schreiben ein, dann  5 gleichzeitig 5 vor die Füße. Dieses Mal hing mir ein Thema vor der Nase. Ich lief durch die Anglistik meiner Universität, betrachtete die „Love trumps hate“ Sticker und sonstigen politischen Äußerungen auf den Türen der Professoren, bis ich an einer Tür stehen blieb. In einem braunen Umschlag mit der Markierung „zum mitnehmen“ hingen dort zusammengetackert immer zwei Seiten mit der Überschrift „White Privilege: Unpacking the Invisible Knapsack“, übersetzt „Weiße Privilegien: den unsichtbaren Beutel entpacken“.  [Anm.: Alle Übersetzungen von mir, der Originaltext kann hier eingesehen werden]
Der Text beginnt schonmal interessant „Mir wurde beigebracht Rassismus nur als individuelle, gemeine Handlungen zu sehen, nicht als unsichtbares System, dass meiner Gruppe Dominanz überträgt.“ Dieses einleitende Zitat im Text ist entscheidend für das Selbstbild der Selbstgeißler. Denn wenn es tatsächlich darauf ankäme was Menschen tatsächlich tun und sagen, dann müsste man die westliche Welt und ihre Einwohner mit wenigen Ausnahmen vom Rassismus freisprechen. Nicht nur gibt es Gesetze für die Gleichberechtigung, es gibt eine Bürgerinitiative nach der anderen, Vereine, etc. Die Zahl derer die tatsächlich denken, dass jemand auf Grund z.B. seiner Hautfarbe unterdrückt oder benachteiligt werden sollte ist schon sehr gering, diejenigen die auch noch danach handeln noch viel niedriger, ganz abgesehen von den rechtlichen Konsequenzen die dafür drohen. Wie kann also jemand wie Peggy McIntosh (die Autorin des Textes, übrigens weiß) der Welt glaubhaft erklären, dass sie in ihrer sicherlich gut bezahlten Stelle als Direktorin des Wellesley Collage Center for Research on Women nicht gegen Windmühlen, sondern gegen tatsächlichen Rassismus kämpft? Der Rassismus kommt von einem „unsichtbaren“ System. Das ist praktisch. Es ist unsichtbar, man kann es nicht festnageln, es hat keine definierten Grenzen. Löst man Problem X, selbst nach den Vorgaben von Frau McIntosh persönlich, kann sie ohne Probleme ein neues Problem Y herbeifantasieren um ihre Wichtigkeit erneut zu bestätigen. Wer ihr widerspricht, der sieht das unsichtbare System einfach nicht so gut wie sie und ist schlimmstenfalls ein Rassist.

Ich habe mich entschieden alle 50 Beispiele des täglichen „White Privileges“ einzeln zu betrachten und zu beantworten. Nicht nur sie selbst, sondern das Grunddenken dahinter sind brandgefährlich und man muss es kennen:

  1. „Wenn ich will kann ich es meistens arrangieren in einer Gruppe zu sein die aus Mitgliedern meiner Rasse besteht.“ Ok… und wenn nicht? Ehrlich, was wenn man es eben nicht arrangieren kann? Das ist ja allein schon auf Grund statistischer Wahrscheinlichkeit der Fall, wenn man eben einer Minderheit angehört. Und wieso ist das White Privilege? Es könnte ja genauso jemand sich darüber beschweren, dass er als einer der letzten Weißen in Harlem keine weiße Gruppe findet. Nein, problematisch wird das nur, wenn man schon davon ausgeht, dass es für Nicht-Weiße unsicher oder unangenehm ist in einer weißen Gruppe zu sein, doch das ist hier ja überhaupt erst zu beweisen. Zirkelschluss.
  2. „Ich kann es vermeiden Zeit mit Menschen zu verbringen, zu denen mir Misstrauen anerzogen wurde und die gelernt haben mir oder meiner „Art“ zu misstrauen.“ Wie bitte? Misstrauen gegenüber Fremden und Leuten die anders aussehen als die Vertrauten, also vor allem Familie und Nachbarn, ist nichts was man anerziehen muss. Im Gegenteil, es steckt im Menschen und muss aberzogen werden, im Westen ist das mit einigem Erfolg geschehen. Wo bitte wird gelehrt einander zu misstrauen? In welcher Welt lebt Peggy McIntosh? Die einzigen die Misstrauen lehren sind die, die Minderheiten beibringen, dass die Weißen für alle ihre Probleme verantwortlich seien.
  3. „Wenn ich umziehen muss, kann ich ziemlich sicher sein Wohnraum in einem Gebiet zu mieten oder zu kaufen, dass ich mir leisten kann und in dem ich leben möchte.“ Kein westliches Land erlaubt Diskriminierung auf Grund der Herkunft bei der Wohnungssuche. Außerdem setzt dieses Beispiel voraus, dass die unsichtbaren rassistischen Systeme der einzige Grund sind, warum ein Nicht-Weißer nicht die Wohnung kriegen kann die er will.
  4. „Ich kann mir ziemlich sicher sein, dass die Nachbarn dort mir neutral oder wohlwollend gegenüber stehen.“ Nein kannst du nicht, kann niemand, weiß, schwarz, gelb, grün, orange.
  5. „Ich kann fast immer alleine Einkaufen gehen, mit der Sicherheit dass mich niemand belästigt oder mir folgt.“ Dies ist eine Anspielung auf das Klischee, dass Ladenbesitzer und -detektive vor allem Schwarzen Kunden folgen, weil sie glauben, dass diese klauen. Das mag stimmen, vor allem in den USA, gilt aber auch zum Beispiel für Jugendliche aller Art. Beide Gruppen sind statistisch gesehen häufiger Diebe als andere. Das lasse ich also als Vorurteil gelten, von mir aus auch als Rassismus.
  6. „Ich kann das Fernsehen anmachen oder eine Titelseite ansehen und Menschen meiner Rasse mehrheitlich repräsentiert sehen.“ Buhuuuu. Heul leise. Ganz ehrlich, wenn jemand ein so fragiles Weltbild hat, dass die Tatsache, dass in einem mehrheitlich weißen Land (in Deutschland rund 90%) mehrheitlich weiße Menschen dargestellt sind, ein tatsächliches Problem darstellt, dann ist dem nicht mehr zu helfen. Genauso gut könnte ich argumentieren Opfer des Sexismus zu sein, weil ich mehrheitlich Frauen auf Magazincovern sehe.
  7. „Wenn ich etwas über unser nationales Erbe oder über Zivilisation höre, wird mir gezeigt, dass Menschen meiner Farbe es zu dem gemacht haben was es ist.“ Ja, weil es so ist. Es gab Zeiten in denen man nicht mal daran gedacht hat die Beiträge Nicht-Weißer zur Geschichte der westlichen Zivilisation zu würdigen. Das ist schon seit Jahrzehnten anders. Ein Blick in ein heutiges Geschichtsschulbuch beweist dies. Aber abgesehen davon, die Geschichte Europas wurde nun einmal fast ausschließlich von Weißen gemacht, weil es bis vor sehr kurzem eben fast nur sie dort gab. Die Geschichte der USA (von wo Peggy McIntosh ja schreibt) ist eben eine Geschichte des Staates den weiße Einwanderer geschaffen haben und auch dort findet sich im heutigen Geschichtsunterricht viel über die Beiträge der Nicht-Weißen.
  8. „Ich kann mir sicher sein, dass meine Kinder Unterrichtsmaterial erhalten, dass die Existenz ihrer Rasse bezeugt.“ Die Existenz ihrer Rasse bezeugt… bezeugt!!! Ich weiß gar nicht was ich dazu schreiben soll. Glauben Minderheiten nicht, dass ihre Rasse existiert bis Weiße ihnen Kursmaterial darüber vorlegen?
  9. „Wenn ich will, finde ich mit großer Sicherheit einen Verleger für diesen Text über White Privilege.“ Ja, der Verleger den du lieb Peggy McIntosh gefunden hast, war das Institut dessen Direktor du bist. Du hast dich also selbst verlegt. Woher willst du also wissen wie leicht oder schwer es wäre? Oder wollte es sonst keiner, obwohl du eine Weiße bist? So oder so, Schwachsinnsargument.
  10. „Ich kann mir ziemlich sicher sein, dass meine Stimme in einer Gruppe gehört wird, in der ich der einzige Vertreter meiner Rasse bin.“ Wer einer Minderheit angehört hat in unserer Gesellschaft sogar eine sehr erhöhte Chance seiner Stimme Gehör zu verschaffen, eben als die andere Perspektive. Aber selbst dann stellt sich die Frage ob es überhaupt eine neue Perspektive in die Diskussion bringt, bzw. ob man überhaupt eine andere Stimme hat, nur weil man einer anderen Rasse angehört.
  11. „Ich kann es locker nehmen ob ich jemandem zuhöre der in einer Gruppe der einzige Vertreter seiner Rasse ist.“ Wenn man schon mal in einer Gruppe ist, sollte man jedem zuhören. Warum sollte es von der Hautfarbe abhängen ob man anderen zuhört?
  12. „Ich kann in einen Musikladen gehen und die Musik meiner Rasse repräsentiert finden, in einen Supermarkt und die Hauptnahrungsmittel finden die zu meinen kulturellen Traditionen passen und in einen Friseursalon und dort jemanden finden der meine Haare schneiden kann.“ Zum Musikladen nur ein Wort: Rap! Zum Supermarkt und zum Friseursalon: Wer in einem Land in einer kleinen Minderheit ist und erwartet die eigenen kulturellen Eigenheiten überall genauso zu finden wie die der Mehrheit, der hält sich selbst wohl für ganz schön wichtig. ich wüsste allein in meiner Stadt sofort aus dem Kopf mehrere Adressen für afrikanische Frisuren, asiatisches Essen, etc.
  13. „Egal ob ich per Scheck, Kreditkarte oder bar bezahle, ich kann mich darauf verlassen, dass meine Hautfarbe keinen Einfluss darauf hat wie finanziell zuverlässig ich wirke.“ Erstens: Wer benutzt noch Schecks? Zweitens: Ok, die Hautfarbe sollte keine Rolle spielen. Aber tut sie es? Statistisch gesehen sind Angehörige von Minderheiten ärmer als die Mehrheitsbevölkerung, mit einigen Ausnahmen (zum Beispiel Asiaten). Der Rückschluss mag also ein Vorurteil sein, aber mit welchen Konsequenzen? Wenn ich jemanden als Kunde möchte, bleibt mir nur abzuwarten ob die Kreditkarte angenommen wird oder nicht. Wer sich mit Schecks bezahlen lässt ist selbst schuld.
  14. „Ich kann meine Kinder meistens von Leuten fern halten die sie vielleicht nicht mögen.“ Wenn wir diesen Satz unter dem rassistischen Licht betrachten suggeriert er also, dass Minderheitenkinder häufig nicht gemocht werden. Doch das wäre überhaupt irgendwie mal zu begründen und wenn es explizit gegen Weiße gemünzt ist, müsste begründet werden warum es nicht auch andersrum so ist.
  15. „Ich muss meinen Kindern nicht beibringen, dass sie sich für ihre tägliche physische Sicherheit systematischem Rassismus bewusst sein müssen.“ Wenn ich Kindern eintrichtere, dass ihnen überall Gefahr droht, werden sie auch überall Gefahr sehen. Die Abwesenheit tatsächlicher Schäden für die Kinder kann ich dann dadurch erklären, dass sie gut aufgepasst haben. Grundsätzlich ist das sowieso ein Zirkelschluss: Ein Beispiel für White Privilege ist, dass ich meine Kinder davor warnen muss.
  16. „Ich kann mir ziemlich sicher sein, dass die Lehrer und Arbeitgeber meiner Kinder sie tolerieren werden, wenn sie sich den Schul- und Arbeitsplatz normen anpassen; meine Hauptsorgen beziehen sich nicht auf die Einstellung anderer zu ihrer Rasse.“ Wer sich den Normen anpasst, egal welche Farbe, wird auch keine Probleme kriegen. Gegen die seltenen Ausnahmen gibt es Gesetze. Bestenfalls dient dieser Punkt dazu jede Konsequenz für ein Verhaltens- und Anpassungsproblem von Mitgliedern einer Minderheit mit Rassismus zu verteufeln.
  17. „Ich kann mit vollem Mund sprechen und niemand erklärt es mit meiner Hautfarbe.“ Was?
  18. „Ich kann fluchen, mir Second-Hand Kleidung anziehen, Briefe nicht beantworten, ohne dass Menschen diese Entscheidung auf die schlechte Moral, Armut oder Ungebildetheit meiner Rasse zurückführen.“ Fluchen und Briefe nicht beantworten ist unhöflich, das dürfen auch Weiße nicht. Wer zum Beispiel mit bestimmtem Dialekt spricht wird auch in einer Mehrheitsgesellschaft abgestempelt. Als Unterschicht oder White Trash und assoziierte Menschen haben dann die Folgen der Vorurteile zu spüren. Nicht zwingend Rassismus.
  19. „Ich kann öffentlich zu einer mächtigen männlichen Gruppe sprechen, ohne meine Rasse quasi auf den Prüfstand zu stellen.“ Warum ausgerechnet eine männliche Gruppe? Wer glaubt, dass er seine komplette Rasse in einer solchen Situation repräsentiert, dem unterstelle ich Narzismus.
  20. „Ich kann eine herausfordernde Situation gut meistern, ohne ein gutes Beispiel für meine Rasse genannt zu werden.“ Also das ist ein Erste-Welt-Problem wie aus dem Lehrbuch, aber ignorieren wir das mal. In der Tat würde ich diesem Argument zustimmen. Man muss nur mal ein Spiel der Nationalmannschaft sehen und schon wird bei jedem Migrationshintergrund nach dem Tor genau dies herausgestellt. Wir Weißen sind schon sehr privilegiert das nicht zu haben.
  21. „Ich werde nie darum gebeten für alle Menschen meiner Rasse zu sprechen.“ Nein, ich werde nur gebeten mich für alles was jemals Menschen meiner Rasse gemacht haben außerordentlich schuldig zu fühlen.
  22. „Ich kann völlig unwissend bezüglich der Kulturen und Sprachen von Menschen mit anderer Hautfarbe sein, auch wenn diese die Mehrheit der Weltbevölkerung ausmachen, und in meiner Kultur keine negativen Folgen davon spüren.“ Die Erde ist nicht eine große Uni oder ein Center for Research on Women. Die allermeisten Menschen auf der Welt, jeder Kultur, jeder Sprache, kennen sich nicht mit den anderen Kulturen der Welt aus. Sie haben besseres zu tun.
  23. „Ich kann unsere Regierung kritisieren und sagen wie sehr ich mich vor ihrer Politik fürchte, ohne als kultureller Außenseiter gesehen zu werden.“ Wer Angst vor der Regierung hat und nicht weiß ist, wird als kultureller Außenseiter gesehen… ähm ja. Ich lass das mal so stehen.
  24. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich, wenn ich den Manager verlange, jemanden mit meiner eigenen Hautfarbe sehen werde.“ Und wenn nicht?
  25. „Wenn mich ein Verkehrspolizist anhält, oder die Steuerbehörde mich überprüft, kann ich mir sicher sein, dass ich nicht wegen meiner Rasse ausgewählt wurde.“ Wenn man tatsächlich deswegen ausgewählt wird, ist das Rassismus, unbestritten. Aber wenn einem so etwas passiert, heißt es nicht, dass es aus rassistischen Gründen sein muss. Wer denkt wie die Autorin, wird sich aber immer deshalb verfolgt fühlen.
  26. „Ich kann einfach Poster, Postkarten, Bilderbücher, Grußkarten, Puppen, Spielzeug, und Kindermagazine kaufen, die Menschen meiner Rasse zeigen.“ Und wenn nicht? Wenn man das als etwas positives voraussetzt, dann darf man es eigentlich den Firmen nicht übel nehmen wenn sie für die deutliche Mehrheit produzieren, das ist wirtschaftlich. Ich bin mir sicher, dass es in mehrheitlich z.B. schwarzen Ländern anders aussieht.
  27. „Ich kann zu den Treffen der meisten Organisationen gehen in denen ich Mitglied bin und mich eingespannt eher als ausgeschlossen, fehl am Platz, ungehört, auf Abstand gehalten oder gefürchtet fühlen.“ Fühlen ist hier das Schlüsselwort. Man wird nicht ausgeschlossen, man fühlt sich ausgeschlossen. Komplett das Problem von dem der sich so fühlt.
  28. „Ich kann mir ziemlich sicher sein, dass ein Streit mit einem Kollegen einer anderen Rasse eher seine Fortschrittschancen als meine in Gefahr bringt.“ Nein kann ich nicht.
  29. „Ich kann mir ziemlich sicher sein, dass ich, wenn ich für die Beförderung eines angehörigen einer anderen Rasse argumentiere, oder für ein Programm dass sich auf seine Rasse konzentriert, wird das wahrscheinlich für mich keine schweren Nachteile haben, selbst wenn meine Kollegen mir nicht zustimmen.“ Ähm… nein ich kann mir über den Ausgang dieses sehr spezifischen Szenarios nicht sicher sein.
  30. „Wenn ich erkläre, dass es sich um rassische Angelegenheit handelt oder nicht, wird meine Rasse dieser Einschätzung mehr Gewicht verleihen als der Einschätzung einer Person mit anderer Hautfarbe.“ Das heißt, dass die Autorin wirklich glaubt, dass wenn eine Schwarze sagt, dass hier Rassismus vorliegt und ein Weißer sagt, dass das nicht der Fall ist, alle einfach nicken und nach Hause gehen.
  31. „Ich kann die Entwicklungen in der Minderheitenliteratur und dem Minderheitenaktivismus ignorieren, verächtlich machen, oder von ihnen lernen, aber in jedem Fall bin ich von negativen Konsequenzen dieser Entscheidungen geschützt.“ Nein, das trifft auf jeden zu, der kein Geisteswissenschaftler mit diesem Schwerpunkt ist. Außerdem würde ich gerne mal wissen wissen welche negativen Konsequenzen sich für Minderheiten daraus ergeben Minderheitenliteratur zu ignorieren. Hier merkt man die akademische Blase in der die Autorin lebt.
  32. „Meine Kultur macht mir wenig Angst davor die Perspektiven und Macht von Menschen anderer Rassen zu ignorieren.“ Siehe meine Antwort zu Nr. 22.
  33. „Man macht mich nicht direkt darauf aufmerksam, dass meine Körperform, Haltung oder Körpergeruch als durch meine Rasse bedingt gelten.“ Was? Wenn ich nur von Mitgliedern meiner Gruppe umgeben bin vielleicht. Aber wenn Weiße auf Nicht-Weiße treffen wird immer nur auf die anderen so hingewiesen?
  34. „Ich kann mich über Rassismus sorgen, ohne als selbstsüchtig zu wirken.“ Wer sich um das Wohlergehen der eigenen Gruppe sorgt, sorgt sich damit auch automatisch um das eigene. Aber Peggy McIntosh unterstelle ich den Eigennutz sehr wohl, auch wenn es gegen ihre Gruppe geht. Ihr Lehrstuhl will ja legitimiert bleiben.
  35. „Ich kann einen Job als Gleichstellungsbeauftragte/r kriegen, ohne dass meine Kollegen denken, dass ich den Job wegen meiner Rasse gekriegt habe.“ Bei einem Beruf der sich ganz explizit mit Rasse, Geschlecht, etc. befasst wird man solche Vorurteile nicht vermeiden können. Wieder mal Mimimi auf hohem Niveau.
  36. „Wenn mein Tag, meine Woche, mein Jahr schlecht läuft, muss ich mich nicht bei jeder negativen Episode fragen ob sie rassistische Untertöne hatte.“ Wer sich erst noch fragen muss, ob ihm Rassismus wiederfahren ist, dem ist kein Rassismus wiederfahren.
  37. „Ich kann mir ziemlich sicher sein, dass ich Leute finde die willens sind mit mir zu sprechen und mich zu weiteren beruflichen Schritten beraten.“ Ja, bekannterweise steht sowas nur Weißen zur Verfügung…
  38. „Ich kann über viele Optionen, gesellschaftlich, politisch, imaginär und beruflich nachdenken, ohne mich zu fragen ob eine Person meiner Rasse angenommen werden oder eine Erlaubnis erhalten würde.“ Gegen Diskriminierung bei der Einstellung oder der Genehmigung von Lizenzen, Erlaubnissen, Scheinen, etc. gibt es Gesetze. Angesichts der Tatsache, dass es Frauenquoten schon gibt und Minderheitenquoten gefordert werden, muss man sich die Frage als weißer Mann vielleicht bald wirklich stellen.
  39. „Ich kann zu spät zu einem Meeting kommen, ohne dass dies auf meine Rasse zurückgeführt wird.“ Und wenn man pünktlich kommt gilt man wahrscheinlich wieder als gutes Beispiel für seine Rasse und wird herausgestellt. Man kann nicht gewinnen. Wie wäre es damit nicht zu spät zu kommen?
  40. „Ich kann öffentliche Wohnräume beanspruchen, ohne die Angst, dass meine Rasse nicht reingelassen oder dort misshandelt wird.“ Und wieder „Angst“. Angst kann auch irrational sein. Würde man „die Angst“ aus dem Satz nehmen, wäre das eine berechtigte Sorge. Die Sorge darüber, dass man Angst hat ist nichtssagend, denn die kann völlig unbegründet sein. Das Problem liegt beim Ängstlichen.
  41. Ich kann sicher sein, dass, wenn ich rechtliche oder medizinische Hilfe benötige, meine Rasse nicht gegen mich arbeitet.“ Das kann niemand. Und soweit ich noch verstehen kann, dass man möglicherweise an einen Richter oder Anwalt mit rassistischen Ansichten gerät, wie wahrscheinlich ist es, dass einem medizinische Hilfe verweigert wird?
  42. „Ich kann meine Aktivitäten so arrangieren, dass ich mich niemals wegen meiner Rasse zurückgewiesen fühle.“ Ergo: Wenn ich mein Leben nicht ohne jede Form von Zurückweisung führen kann, bin ich unterdrückt.
  43. „Wenn ich als Anführer eine geringe Glaubwürdigkeit habe, dann kann ich mir sicher sein, dass meine Rasse nicht das Problem ist.“ Kann ich mir da wirklich immer sicher sein? Obama mochte ich nicht wegen seiner Politik, entgegengehalten wurde mir nur, dass ich Rassist sei. Also würde ich es so umformulieren: Ich habe nie die Ausrede, dass meine Unbeliebtheit nur Rassismus sei. White Privilege.
  44. „Ich kann einfach akademische Kurse und Institutionen finden, die nur meiner Rasse Aufmerksamkeit schenken.“ Ich wüsste nicht eine akademische Einrichtung, die nur einer Rasse Aufmerksamkeit schenkt. Ich wüsste einige Kurse, die explizit nur einer Rasse Aufmerksamkeit schenken, zum Beispiel wenn es um bestimmte Literatur geht.
  45. „Ich kann erwarten, dass bildliche Sprache und Bilder in jedweder Kunst den Erfahrungen meiner Rasse entspricht.“ Jedweder Kunst. Im Original „all of the arts“. Warum sollte jedwede Kunst den Erfahrungen meiner Rasse entsprechen? Es gibt einen gigantischen Kanon von Kunst aller Art, die Erfahrungen von Nicht-Weißen widerspiegelt. McIntosh’s Argument setzt erstens voraus, dass ein Weißer auch dort seine Bilder etc. findet und zweitens, dass es ungerecht sei, dass Nicht-Weiße ihre Bilder nicht in Kunst von Weißen finden. Wer denkt bitte so?
  46. „Ich kann Abdecker oder Pflaster in „Hautfarbe“ kaufen und sie mehr oder weniger zu meiner Haut passend finden.“ Ja wir nähern uns den richtig harten Problemen. Diese Produkte werden, wie alle, für einen entsprechenden Markt hergestellt. In einem mehrheitlich weißen Land lohnt es sich nicht große Kontingente andersfarbiger Pflaster oder Abdecker zu produzieren, es gibt sie allerdings in den meisten Läden. In anderen Ländern ist das anders. Was Leute wie Peggy McIntosh daran nicht verstehen bleibt mir ein Rätsel.
  47. „Ich kann alleine oder mit meinem Partner reisen ohne Peinlichkeiten oder Feindlichkeit von denen zu erwarten mit denen wir zu tun haben.“ Das hängt komplett davon ab wohin man verreist. Und wieso das ausgerechnet ein Beispiel für Rassismus sein muss bleibt mir schleierhaft.
  48. „Ich habe keine Schwierigkeiten eine Nachbarschaft zu finden in der die Leute meinen Haushalt für gut befinden.“ Denn ich als weißer Mann finde immer und überall nur Leute die mich toll finden…
  49. „Meine Kindern kriegen Texte und Unterrichtsstunden die implizit unsere Art Familie unterstützen und sie nicht gegen meine Wahl der Partnerschaft wenden.“ War das Thema nicht Rassismus?
  50. „Ich fühle mich in den meisten öffentlichen, institutionellen und gesellschaftlichen Bereichen der Gesellschaft willkommen und normal.“ Zum Schluss also noch ein letztes Mal. Bist du nicht willkommen oder fühlst du dich nicht willkommen? Ersteres ist Rassismus, zweitens ist dein Problem.

Langer Rede langer Sinn: White Privilege ist die Idee, dass auch jeder Weiße der nicht rassistisch ist, sogar jene die sich direkt gegen Rassismus engagieren, immer noch von einem rassistischen System profitieren. Hohe Priester/innen der intellektuellen Eliten wachen darüber und ergreifen immer mehr politischen Einfluss, Selbstbeweihräucherung und Geld, gerechtfertigt mit dem edlen Kampf für die gute Sache.
Die 50 Beispiele täglichen White Privileges, die an die Studenten hier verteilt wurden, nicht von irgendwelchen Leuten, sondern von Leuten mit Lehrauftrag, mit Autorität, sind gefährlich. Sie bringen den gläubigeren Lesern bei sich selbst zu hassen, die Fundamente ihrer Gesellschaft zu hassen, Böses dort zu sehen wo keines ist, machen den Zweifler zum Häretiker und Rassisten. Und was noch schlimmer ist, sie passen zwar zur Ideologie, nicht aber zur Realität. Wer also schon anfällig für diese politische Denkweise ist, in der eine Klasse, Rasse, Sexualität, etc. schuld an allem ist, dann aber auf eine Welt treffen in der dies nicht offensichtlich der Fall sein scheint und dann daraus schließt, dass es alles nur versteckt stattfindet, der rutscht gefährlich ab. Denn wem man Dinge glaubhaft machen kann, die der Realität offensichtlich widersprechen, den macht man sich gefügig.

Die wahren Rassisten sind die, die einerseits alle Schuld einer Ethnie zuweisen wollen und andererseits sich als die mütterlichen Beschützer ihrer geliebten Minderheiten aufspielen, als könnten diese ihre Probleme nicht selbst lösen. Alles um sich selbst als tugendhaft, rechtschaffend und vor allem eines Gehaltes und einer gewissen Autorität würdig zu zeigen. Dies passiert gerade an deutschen Universitäten. Nicht von irgendeinem Spinner im AStA oder einem Flugblattverteiler vor der Mensa, sondern von Professoren so vertreten. Vivat academia, vivant professores.

 

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LEHREN AUS DEM CHAOSJAHR 2016 – TEIL 3: Links sind alle Hemmschwellen gefallen!

Das Jahr 2016 wird in einer von zwei Varianten in die Geschichte eingehen, entweder als eine irre Laune der Geschichte, oder als das Jahr in dem sich alles begann zu verändern. So oder so, es wird in Erinnerung bleiben. Es ist das Jahr in dem die AfD kolossal in die Landtage von Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin eingezogen ist. Es ist das Jahr des Brexit-Votums. Es ist das Jahr von Donald Trump. Und auch wenn die Wahl von Norbert Hofer erst noch ansteht, ist es das Jahr in dem in Österreich die Grünen und die FPÖ die SPÖ und ÖVP auf die Zuschauerränge verwiesen haben. 2016 war soweit ein Jahr, von dem wir politisch viel lernen können. In Teil 3 beschäftigen wir uns mit der erschreckenden politischen Kultur die von Links in diesem Wahljahr zu sehen war.

 

Es gibt viele Probleme die man mit der Politik von links haben kann. Es kann um Sachfragen gehen, um die Dominanz linker Gesellschaftsvorstellungen in den Medien, um die Schlagseite der Presse, etc. Das ist alles normal, das gibt und gab es schon seit Generationen. 2016 haben wir jedoch etwas erlebt, dass zumindest in dieser Dimension, neu ist und das ist die aggressive Beanspruchung der Realität für sich. Eine bessere Formulierung fällt mir dafür nicht ein. Gemeint ist nicht nur der Anspruch in der politischen Gesamtdiskussion Recht zu haben, sondern der radikale, autoritäre und verständnislose Geist, der nicht einmal in der Lage ist zu begreifen, wie jemand anderer Meinung sein kann. Linke Politik, gerade bei den sogenannten Social Justice Warriors, die in Deutschland in den Gutmenschen ihr ähnlichstes Äquivalent haben, ist nun das Produkt einer jahrzehntelangen Konditionierung in der westlichen Welt geworden. Eine Konditionierung, die nun nicht nur eine Kulturrevolution darstellt, sondern auch damit begonnen hat ihre eigenen Kinder zu fressen.

Grundlage dieser Kulturrevolution ist dabei zwar eine heute inzwischen größtenteils verrentete Generation von Autoren, Journalisten, Professoren und Politikern, aber die aktuelle Eskalationsstufe kommt nicht von den altgedienten Kommunisten, sondern von Menschen die, wenn überhaupt, den Kommunismus nur nebenbei predigen, lieber aber von der Gerechtigkeit der Gesellschaft als Ganzes schwärmen. Feministinnen der dritten Generation, Bahnhofsklatscher, Antifa und Antinationale, die Grünen und in Übersee Gruppen wie Black Lives Matter. Was ihnen allen gemein ist, ist der Glaube (nahezu) unumstößliche Mechanismen und Gesetze innerhalb der Gesellschaft entdeckt zu haben, in denen nicht das Individuum eine Rolle spielt, sondern Strukturen und Kollektive. Nach Geschlecht, Alter, Rasse, Sexueller Orientierung, Bildung etc. teilen sie die Gesellschaft ein und weisen den einzelnen Abstufungen Werte auf einer Skala der Unterdrückung zu. Ein Mann ist weniger unterdrückt als eine Frau, ein Weißer mehr als ein Schwarzer, aber ist eine weiße Frau nun unterdrückter als ein schwarzer Mann? Das sind die akademischen Diskussionen innerhalb dieser politischen Klasse. Dass es zum Beispiel ein Homosexueller in Deutschland noch heute, auch wenn er keine staatlichen Repressionen mehr zu fürchten hat, vielleicht immer noch ein schwereres Leben hat als ein Heterosexueller ist ja soweit noch relativ unumstritten, doch wer sich aktiv bemüht sich im Alltag von Vorurteilen zu befreien, ja selbst gar kein Problem mit Homosexuellen hat, der müsste ja eigentlich von den Linken bejubelt werden, oder?
Falsch! Wie dieses in freier Wildbahn lebende Exemplar eines Social Justice Warriors so freundlich erklärt, sind alle Weißen Rassisten, alle Heterosexuellen homophob, alle Männer Sexisten und und und. Um in unserer heutigen Welt, in der auf gesetzlicher, persönlicher und institutioneller Ebene Gleichberechtigung zum Fetisch erhoben wurde, die noch bestehenden Unterschiede zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen zu erklären, kann man nämlich nur zwei halbwegs sinnvolle Antworten finden: Entweder der Mensch ist seines Glückes Schmied, ein Individuum und es gibt keinen vernünftigen Grund warum Männer und Frauen, Weiße und Schwarze, etc. statistisch gesehen genau gleich Ergebnisse haben sollten. Oder das Individuum ist nicht seines Glückes Schmied, sondern gefangen in den mehr oder weniger starren Strukturen der Gesellschaft und jede quantifizierbare oder gefühlte Ungleichheit zwischen Gruppe A und Gruppe B ist ein Beweis für Unterdrückung der jeweils benachteiligten Gruppe durch die andere. Die politische Linke, die sogenannten progressiven Kräfte, haben sich für Erklärung 2 entschieden. Die heute in den Kultur- und Gesellschaftswissenschaften dominanten strukturalistischen Ansätze haben ihre Vorherrschaft noch den wahrhaften Marxisten in den Professorstalaren zu verdanken, die auf Grund ihrer Prägung nicht individualistisch denken konnten, doch die sind meist weg. Ihre geistigen Kinder haben den Ansatz unkritisch übernommen und ihre Schlüsse daraus gezogen.

Wenn wir uns die Gesellschaft und das Rechtssystem anschauen, dann fehlt jede tatsächliche, institutionelle Erklärung dafür warum es noch Rassismus, Sexismus etc. in einem solchen Ausmaße geben kann, wie es von Links postuliert wird. Es heißt Frauen verdienen so viel weniger als Männer weil die Gesellschaft sexistisch ist, aber es gibt ein Gesetz das die ungleiche Bezahlung verbietet. Es heißt in den USA würde eine von fünf Frauen an Universitäten vergewaltigt, eine Zahl wie im Kongo, die sich in keiner einzigen Statistik auch nur ansatzweise finden lässt. Es heißt, dass Flüchtlinge nur kriminell werden weil wir ihnen nicht mit aller Kraft helfen, während das Land unter den Kosten ächzt.
Wie erklärt sich also der strukturell denkende Linke diese Diskrepanz zwischen eigenem Narrativ und der Wirklichkeit? Es muss noch Rassismus und ähnliche Phänomene geben, aber eben nicht mehr wirklich nachweisbar. Wie ein Homöopath der einem versichert, dass die „Medikamente“ funktionieren, es ist nur nicht ganz klar wie, so erklärt die progressive Gedankenwelt, dass Weiße ein höheres Einkommen und geringere Kriminalität haben, weil sie rassistisch sind und Schwarze unterdrücken, unterbewusst und ohne wirklich etwas dagegen tun zu können. Wer darauf antwortet, dass er nicht rassistisch sei, der kriegt zu hören wie „check your privilege“. Er ist ein solcher Höhlenmensch von gestern, dass er nicht mal weiß wie rassistisch er ist, das macht ihn nur noch schlimmer. Das ist die Aussage die dahinter steckt. Ein schönes Beispiel ist ein Mann dem das Internet den schönen Spitznamen Aids-Skrillex, wegen seines Aussehens, gegeben hat. In einem Video diskutiert er mit einem Trump-Wähler und erklärt diesem, dass er keine Meinung zum Schicksal von Minderheiten haben darf, weil er nicht weiß wie es ist unterdrückt zu sein. Der Trump-Wähler fragt ihn warum das? Seine Antwort ist: „You’re a fucking white male!“ Du bist ein verdammter weißer Mann. Diskussion beendet. Die Vehemenz mit der er dieses Argument vorträgt, die Entgeisterung mit der er der Frage allein begegnet, findet sich so auch an vielen anderen Stellen. Es ist die Reaktion die ein Physiker darauf hat, wenn man sagt, dass Gravitation nur eine Verschwörung sei. Die Reaktion eines Evolutionsbiologen auf einen Kreationisten. Da sie ja auf der guten Seite sind und diese unbestreitbar, ja unwiderlegbar gut ist, und sie ja doch öffentlich immer und immer wieder das gute Wort predigen, muss ja jeder der immer noch nicht ihrer eigenen Meinung ist bösartig sein. Nicht dumm, nicht uninformiert, nicht langsam, bösartig.

Es ist diese zugleich wissenschaftliche Sicherheit und religiöse Begeisterung, die dem Verhalten der Linken heutzutage zu Grunde liegt. Das äußert sich nicht nur in den für sich genommen eher belustigenden Youtube-Videos im Artikel, sondern auch in den Reaktionen auf die großen politischen Ereignisse des Jahres. Ein völlig entgeistertes Unverständnis war die Reaktion auf alle AfD-Erfolge des Jahres. Jedes Mal gab es nur einen Lösungsansatz: Wir müssen die AfD-Wähler zurück holen. Zurück holen, nicht auf sie zu gehen, nicht ihnen zuhören, sie zurück holen. Die Idee, dass auch nur ansatzweise etwas an ihren Thesen dran sein könnte ist an sich schon Häresie, haben diese Rechtspopulisten doch den Boden der unbestreitbaren Wahrheit verlassen. Sie sagen 2+2 ist 4, dabei ist es doch 5. Sie sind so gefangen in ihrer Weltanschauung, dass ihre Handlungen selbst dann noch falsch wären, wenn sie Recht hätten. Sie kämpfen gegen Rassismus in dem Black Lives Matter den Tod weißer Polizisten fordert. Sie kämpfen gegen Faschismus in dem sie gegen eine demokratische Wahl demonstrieren. Sie kämpfen für Toleranz in dem sie die weltweit intoleranteste Religion etablieren. Sie kämpfen auf Seiten der undemokratischen EU gegen den Faschismus. Sie zerstören als Politiker, Journalisten und Straßenkämpfer das Land, damit es bloß nicht von einem eingebildeten Feind kaputt gemacht wird.
Lächerlich erscheinende Tumblr-Feministen und Youtube-Gutmenschen mögen harmlos klingen. Doch sie sind Lehrer, Politiker, Journalisten, Meinungsmacher. Von heute und von morgen.

 

Teil 1: It’s not the Economy, Stupid!

Teil 2: Der ungezogene Widerstand gewinnt Wahlen

 

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LEHREN AUS DEM CHAOSJAHR 2016 – TEIL 2: Der ungezogene Widerstand gewinnt Wahlen!

Das Jahr 2016 wird in einer von zwei Varianten in die Geschichte eingehen, entweder als eine irre Laune der Geschichte, oder als das Jahr in dem sich alles begann zu verändern. So oder so, es wird in Erinnerung bleiben. Es ist das Jahr in dem die AfD kolossal in die Landtage von Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin eingezogen ist. Es ist das Jahr des Brexit-Votums. Es ist das Jahr von Donald Trump. Und auch wenn die Wahl von Norbert Hofer erst noch ansteht, ist es das Jahr in dem in Österreich die Grünen und die FPÖ die SPÖ und ÖVP auf die Zuschauerränge verwiesen haben. 2016 war soweit ein Jahr, von dem wir politisch viel lernen können. In Teil 2 geht es um die unwahrscheinlichen Wahlhelfer des Rechtspopulismus, die Trolle des ungezogenen Widerstandes.

 

Es gibt ordentliche Reaktionen auf Politik die einem nicht gefällt. Man kann wählen gehen, vor Gericht ziehen, Petitionen starten, Kampagnen starten, etc. All diese Wege des politischen Widerstands, auch wenn wir sie meistens nicht so nennen, befinden sich in geordneten Bahnen. Für Wahlen gibt es Termine und Zettel, für die Gerichte gibt es Verfahrensregeln, für Petitionen gibt es Ausschüsse und Internetseiten und Kampagnen haben gesetzliche Rahmen. Das heißt auch, dass diese Wege des Widerstandes erwartet werden und all jene die ein großes Interesse daran haben deren Erfolg zu verhindern, ganz genau wissen wo die Engpässe sind, was man tun kann und muss um diese zu neutralisieren. Es hat einen Grund warum viele den Eindruck haben, dass Wahlen nichts bringen, Petitionen nie Effekt haben, usw. Der Grund ist eben genau die Tatsache, dass der rationale, geordnete Widerstand für sich genommen zwar durchaus einzelne Angelegenheiten für sich entscheiden kann, aber nie die Fundamente berühren wird. Die Abwehrmechanismen sind schon lange da, bevor man auch nur daran denkt wie man an ihnen vorbei kommt.

Die Vorwahlen für die Kandidatur der Republikaner haben wiederum ein absolut perfektes Beispiel für ungezogenen Widerstand geliefert. Als Donald Trumps einziger ernstzunehmender Konkurrent Ted Cruz noch im Rennen war, wollten Trump-Unterstützer ihn natürlich in irgendeiner Form schlecht machen. Also was taten sie? Sie griffen nicht seine Politik an, nicht sein Privatleben, nicht seine Worte, nein sie verbreiteten ein Meme, nach dem Ted Cruz der Zodiac-Killer sei. In Windeseile war dieser Running Gag überall zu finden und wurde von jedermann wo immer möglich untergebracht. Zur Information: Der Zodiac Killer war maßgeblich von 1968-1969 aktiv, Ted Cruz wurde 1970 geboren. Der Vorwurf war so absurd, dass man eigentlich davon ausgehen müsste, dass es neben einem kleinen Schmunzeln keinerlei Effekt haben würde. Doch es war anders. Der Zodiac-Killer blieb hängen, nicht als tatsächlicher Vorwurf, aber Ted Cruz war auf einmal der Typ, über den alle den Zodiac-Killer-Witz machten. Und was hätte er auch dagegen machen können, es gab keine Musterantwort, wie für sämtliche Angriffe auf seine Politik. Hätte er sich wirklich vor die Kameras stellen sollen und sagen „Ich bin nicht der Zodiac-Killer“, wie damals Christine O’Donnel in ihrem Wahlkampf für den US-Senat, die nach Vorwürfen öffentlich bekräftigte keine Hexe zu sein. Gleichzeitig hätte mitlachen den nicht unbedeutenden Teil der Offline-Wähler, die überhaupt nichts von dem Witz mitgekriegt hatten, sicherlich verstört. Ted Cruz war gefangen.

Ähnlich hart traf Hillary Clinton der Einsatz der Memes der Alt-Right und der professionellen Trolle im Trump-Lager. Das Erfolgsrezept kam dabei sogar von Donald Trump persönlich: „Don’t back down, double down!“, also „Nicht nachgeben, nachlegen!“. Als es hieß, dass Trump wie Hitler sei antwortete die Alt-Right mit „Wenn’s nur so wäre“. Als man Trump Faschismus vorwarf, wurde Trump zum „God Emperor of Mankind“ erklärt. Pepe the Frog Memes tauchten auf einmal im Internet als pro-Trump Memes auf. Was als Spielereien von ein paar Spinnern auf 4chan abgetan werden könnte, bekam so viel Aufmerksamkeit im Internet, auch im Mainstream, dass Hillary Clinton gezwungen war eine Rede dazu zu halten. In dieser nannte sie den grünen Cartoonfrosch ein Hasssymbol, verlas Schlagzeilen des Profi-Trolls Milo Yiannopoulos und erklärte das alles zu einer nationalistischen, rassistischen Verschwörung angeführt von Wladimir Putin. Wer nicht sowieso schon zu den unbelehrbaren Clinton-Anhängern gehörte, der fand diesen Auftritt, diese Reaktion und diese Verschwörungstheorie mindestens bizarr. Aber wie sollte man auch in irgendeiner Form angemessen darauf reagieren, dass man mit merkwürdig gezeichneten grünen Fröschen konfrontiert war?

Doch waren die Trolle wirklich so entscheidend? Waren sie nicht nur ein Randphänomen dieser verrückten Wahl? Sie waren ganz entscheidend, denn dank der sozialen Medien stellen sie nun eine Waffe dar, deren Reichweite nahezu unbegrenzt ist. Und ihre Schlagkraft basiert auf vier Dingen:
Erstens schaffen sie ein Gruppengefühl bei den „Ungezogenen“. Sie haben ihre eigene Symbolsprache, die erst einmal nur sie verstehen und sie haben Spaß daran wie die Außenwelt diese versucht zu entziffern und daran immer knapp vorbeischrammt.Wenn die Memes dann auch nur eine Sekunde in der weiteren Öffentlichkeit stehen, dann fühlen sie sich mächtig, sind motiviert mehr zu machen. Eine Kettenreaktion findet statt, dezentral und unorganisiert.
Und da haben wir die zweite Stärke. Durch die Dezentralisierung mögen zwar einzelne Personen oder Plattformen identifizierbar und angreifbar sein, nie aber die Gesamtheit. Das trifft zwar auf alle Online-Bewegungen zu, da es sich hier aber um eine Bewegung von rechts handelt und ganz bewusst gesellschaftliche und teilweise auch rechtliche Tabus gebrochen werden, macht diese Anonymität alles erst möglich.
Der Tabubruch ist die dritte Stärke. Die politische Linke überall auf der Welt hat das 20. Jahrhundert mit dem Aufbau ihrer eigenen Kulturdominanz. Seit den 90er Jahren nutzen sie diese als Waffe, in Form der politischen Korrektheit. Das mag eine mächtige Waffe sein, aber dieses Jahr hat gezeigt, dass man sich zu sehr auf sie verlässt. Bis vor kurzem hat jeder der als Rassist, Sexist etc. beschimpft wurde sich sofort entschuldigt. Auch die alteingesessenen Politiker in Europa und Amerika haben dies immer getan. In dem Moment in dem sich eine Person wie Trump oder eine Bewegung wie die Alt-Right weigert dies zu tun, werden sie kugelsicher. Die Strategie gegen sie kann nicht aus der Schublade gezogen werden und das Ergebnis sind chaotische Blamagen wie Clintons Rede.
Die vierte Stärke ist Humor. Trollaktionen sind lustig, egal von welcher Seite. Da aber, zumindest zur Zeit, die Linke für deutlich mehr Autorität steht als die Rechte, ist sie anfälliger für Humor. Niemand über den man lacht, kann Autorität über einen haben, zumindest nicht so lange er einem nicht tatsächlich eine Waffe auf die Brust setzt. Und Autorität, Kontrolle, etc. ist niemals so witzig wie sich gegen sie zu wenden.

Noch ist diese Art Troll, dieser ungezogene Widerstand ist zur Zeit noch ein vor allem amerikanisches Phänomen, doch auch Europa lernt. Bereits jetzt gefallen sich zum Beispiel die Online-Präsenzen der Jungen Alternativ darin Tabus zu brechen, ohne sich jemals dafür zu entschuldigen. Auch hier wird diese Art Wahlkampf eine immer wichtigere Rolle spielen, denn er ist für den klassischen Wahlkampf was der Partisanenkrieg im Hinterland für die geordnete Front ist. Ständig muss der politische Gegner sein Augenmerk kurz abwenden, verliert den Fokus, muss sich mit dem völlig Unbekannten, Irrationalen und Unerwarteten auseinandersetzen. Alles nur weil ungezogene Trolle im Internet jeglichen Respekt für Konventionen verloren haben.

Teil 1: It’s not the Economy, Stupid!

Teil 3: Links sind alle Hemmschwellen gefallen

 

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Von Hetzern, Spaltern und dem deutschen Michel

Ich war 6 Jahre lang in der Jungen Union und 3 Jahre in der CDU. Dann konnte ich es einfach nicht mehr mitmachen. Aktion Linkstrend stoppen, Konservativer Aufbruch, etc. was gab es alles für Initiativen innerhalb der Union, mit denen Merkels massiver Linksruck abgefangen werden sollte. Nichts fruchtete, im Gegenteil. Die selben Leute mit denen ich noch ein paar Tage vorher bei einem Bier auf unsere linke Parteispitze geflucht hatte, fuhren auf die Parteitage aller Ebenen und stimmten dort mit 99,9% für immer wieder die selben Leute. Nur nicht aus der Reihe fallen. Aus „meiner“ Zeit damals haben sich schon einige ihre janusköpfige Nibelungentreue vergolden lassen. Es war eine widerlich konformistische Welt die ich damals hinter mir ließ und ich fand auch keine wirkliche Alternative in der Parteienwelt, bis sich 2 Jahre später genau eben diese formte. Seit dem ist viel passiert. Deutschland hat wieder gelernt zu diskutieren, Leidenschaft und Engagement sind in die letzten Winkel aller Bevölkerungsschichten zurückgekehrt und alle Seiten zwingen die Politik zu Themen, die seit Jahren tabu waren…. Entschuldigung, ich meine natürlich: Das Land ist gespalten wie nie und alle hetzen nur noch im unverschämten Populistenton.

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Es ist das Leitmotiv der politischen Meta-Diskussion zur Zeit: Populismus, Hetze, Spaltung. Gerade in dem was man landläufig die Mainstream-Medien nennt fragt man sich immer wieder was denn nur in diesem Land los ist. Warum ist Deutschland so gespalten, woher kommt die Hetze, der ganze Populismus? Ist er vielleicht vom Himmel gefallen, oder aus der Hölle aufgestiegen? Hat ein böser Zauber das Land befallen? Irgendwie ja. Deutschland hat Probleme und damit ist nicht gemeint, dass Deutschland das Problem des Populismus hat, Deutschland hat tatsächlich Probleme. Die Eurokrise, die zerfallende Infrastruktur, die Übergriffe der EU, die Asylkrise, die innere Sicherheit, etc. Das sind unsere Probleme. Und sie sind nicht alle 100% neu, teilweise gibt es sie schon länger. Aber sie kommen in einer Konzentration und in einer Schwere, die auch den deutschen Michel aus seinem Dornröschenschlaf wecken.
Ich erinnere mich noch als PEGIDA begann, damals war mein erster Gedanke, dass in diesem Land wirklich gründlich was schief laufen muss, damit Deutsche, nach all den Schuld- und Nazikomplexen und der ganzen politischen Korrektheit, gegen Masseneinwanderung und zur offensiven Verteidigung ihrer Kultur aufstehen und das auch noch in solchen Massen. Medial sprach man allerdings hauptsächlich von einer erschreckenden Spaltung der Gesellschaft durch hetzerische Populisten.

Ja, in der Tat, wer Deutschland 2005-2012 mit Deutschland 2013-2016 vergleicht, der muss in der Tat eine massive Verschärfung des politischen Tons und ein Wegfallen zahlreicher Tabus feststellen. Außerdem einen Anstieg der politischen Gewalt. Aber wer glaubt, dass dies ein erschreckender neuer Trend ist, der erinnert sich an schlecht an die deutsche Geschichte. Die Deutschen sind weiß Gott keine Franzosen, die für jede politisch halbwegs umstrittene Frage eine kleine Revolution und einige Autos entzünden. Wir sind auch keine Moslems, die wegen Karikaturen gewaltätige Ausschreitungen starten. Die Deutschen sind effizienter in ihrem Volkszorn. Es ist richtig, dass schon einiges passieren muss, damit wir auf die Straße gehen, aber das passiert nicht unbedingt selten. Der Arbeiteraufstand in der DDR, Wiederbewaffnung, Studentenunruhen und APO, Umwelt- und Friedensbewegung, Stoppt Strauß, NATO-Doppelbeschluss, Montagsdemonstrationen, Anti- und pro-Wiedervereinigung, Kosovo, Afghanistan, Irak, Hartz-IV, Eurorettung, Fukushima, PEGIDA und Anti-PEGIDA, AfD und Anti-AfD. Vielleicht sind wir effizienter als andere in unseren Protesten. Wir sind ziemlich friedlich, egal ob begründet oder nicht, es muss eine gewisse Existenzbedrohung vorliegen und wir hören auf, wenn wir der Meinung sind die Politik nimmt uns ernst. Wer aber auf die Deutsche Geschichte schauen und daraus schließen kann, dass wir ein ewig geeintes, höfliches und niemals reißerisches Volk waren, der ist blind und taub.

Wir haben es uns sehr sehr bequem gemacht bei Mutti Merkel. Wenn Schröder schon die Politik der ruhigen Hand war, dann ist Merkel die der gelegentlich unterbrochenen Totenstarre. In dem breiten Bogen den sie sowohl in der großen Koalition als auch mit Schwarz-Gelb spannte, war breit genug um die Masse der deutschen Wähler und Bedenken abzufangen. Wo es Widerstand gab, und den gibt es ja immer, war er nie groß genug um sich merklich lange auf der Straße niederzuschlagen. Selbst bei der Bankenrettung ging es, bei allem Widerspruch, ohne eine gebliebene Massenbewegungen zu, allein weil sie eben auch von der SPD mitbeschlossen wurde, die noch ein gewisses Maß an Vertrauen genoss. Aber das ist ist nicht der Normalfall der deutschen Politik gewesen, bestenfalls im frühen Kaiserreich, seit dem nicht. Aber der merkelsche, allumfassende Bogen der Beliebigkeit und die radikalen politischen Kurswechsel bei jeder aufkeimenden Diskussion hat eben auch dazu geführt, dass eine klare Positionierung zum Beispiel der Medien nicht nötig war. Als Ergebnis des so automatisch entstandenen Mangels an Kritik und Widerspruch, wurden die vereinzelten kritischen Stimmen die verblieben im Kontrast zunehmend als radikal empfunden und Stück für Stück aus den Redaktionen vertrieben, angefangen mit Eva Hermann, dann Sarazin etc.

Diese völlig unnatürliche, ja demokratisch kaum denkbare, Situation der öffentlichen bzw. veröffentlichten Einheitsmeinung musste irgendwann durchbrochen werden und bei der allgemeinen Linkslastigkeit der Politik war das von Rechts am wahrscheinlichsten. Doch selbst das geschah zahm, gerade verglichen mit anderen europäischen Ländern. Es begann ja nicht mit PEGIDA und Höcke, es begann mit der Wahlalternative 2013 und Lucke. Nach knapp 7 Jahren hatte man sich in Politik und Presse sehr gemütlich eingerichtet, nur vor diesem Hintergrund kann irgendjemand auch nur ansatzweise von einer Spaltung der Gesellschaft sprechen, wenn diese sich in dem erstmaligen Auftauchen einer Oppositonspartei von dort wo die CDU mal war äußerte. Und das auch noch enorm zurückhaltend, wenn man bedenkt wie sich linke APOs verhalten hatten.

Was in Deutschland seit 2013, richtig erst seit der Flüchtlingskrise, zurückkehrt ist normale politische Streitkultur, die nicht nur zur Zeit in anderen Ländern der Welt, sondern auch bis vor wenigen Jahren in Deutschland absolut üblich und auch gesund ist. Wer glaubt, dass sich zumindest der Ton auf ein nie dagewesenes Niveau gesenkt hat, der wird auch durch den Blick in die Kampagnen gegen Strauß, oder gegen die Studentenbewegung, eines besseren belehrt. Nur ein völlig eingeschlafenes Land kann die Zweiteilung der Politik in Regierung und Opposition eine gesellschaftliche Spaltung nennen. Nur eine völlig sedierte und gefügige Presse kann immer und immer wieder als verfassungstreu beurteilte Aussagen und Programmpunkte Hetze nennen. Nur eine völlig verkommene Politik kann es Populismus nennen, wenn man in einer Demokratie eine ansonsten nicht vertrete, verfassungskonforme Meinung mit gewähltem Mandat vertritt. Es ist keine Verschwörung, es ist keine Gleichschaltung die hier passiert ist, es ist ein Gesamtversagen und -vergessen bei all denen, die in einer funktionierenden Demokratie die Wächter und Wahrer der Freiheit sein sollten.

 

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Menschen mögen gleich sein, Kulturen sind es nicht

Eigentlich wollte ich meine Leserschaft ein paar Wochen mit Archivartikeln abspeisen, die Uni nötigt mir zur Abwechslung mal eine Menge Aufmerksamkeit ab. Aber leider sind in den vergangenen Tagen einige Dinge passiert, die mich veranlassen einen Artikel zu beenden, der schon länger in meinen Entwürfen liegt:

Die letzten Tage waren widerlich, einfach nur abartig, abstoßend und widerlich. Vorletzte Nacht wurden von einem IS-Anhänger zwei französische Polizisten erstochen, was schon fast zur Nebenmeldung wird, im Kontext des feigen Anschlags auf einen Schwulenclub in Orlando am Tag davor, ebenfalls IS. Und einen Tag davor prügelten sich Russen und Engländer in Marseille wie wilde Affenhorden, inklusive einem (wiederbelebten) Todesopfer. Da Aufnahmen der IS-Attentate (noch) nicht vorliegen, bleibt mir das Bild der Russen, die zu fünft auf den am Boden liegenden Engländer eintreten und -prügeln, als das abartigste Bild des ganzen Wochenendes im Kopf. Und noch kurz davor hat die Antifa einen Aktivisten der Identitären Bewegung per Steinwurf ins Koma geschickt, währenddessen wurde in Göttingen ein Verbindungsstudent mit Säure angegriffen und liegt im Krankenhaus. Mich persönlich überrascht es, dass noch niemand die islamistische Gewalt mit den Exzessen der Europäer relativiert hat, denn dieses eine Mal wäre zumindest die Inbezugsetzung angebracht.

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Wir können das Ganze, wie es besonders bei den islamistischen Attentätern bereits versucht wird, als die Einzeltaten von verwirrten Individuen darstellen. Doch das greift zu kurz. Rein rechtlich gesehen ist jeder Täter nur ein Einzeltäter, bestenfalls gibt es Helfer, Mitwisser, Auftraggeber etc. doch zum Beispiel die Kugeln in Orlando wurden jedes einzelne Mal von einem Individuum verschossen, der nach jedem Knall die Möglichkeit gehabt hätte zu stoppen. Letztendlich ist der Mensch immer selbst für seine Taten verantwortlich, denn er ist der der sie ausführt, der der sie beenden kann. Aber wer die angeborene rote Linie, die ureigene menschliche Hemmung einen anderen Menschen weder zu verletzen noch zu töten, überschreitet, der tut das nicht zufällig, besonders nicht mit Vorsatz. Was also hat sowohl den Moslem in Orlando als auch den Russen in Marseille zu seiner äußerst brutalen Aktion motiviert? Die Antwort lautet: Kultur.

Wer, wie es immer noch geschieht, Ethnien oder Rassen erstens scharf abgrenzt und diesen dann zweitens die inhärente Eigenschaft der Gewalttätigkeit zuschreibt, der bekommt zur Zeit ein Problem. Denn wer die genetischen, oder von mir aus rassischen Gemeinsamkeiten zwischen prügelnden Russen und Engländern einerseits, oder den im Namen Allahs mordenden Männer und Frauen von den Phillipinen bis nach Schweden finden will, dem wird es schwer fallen seine These zu belegen. Welche genetische Gemeinsamkeit(en) genau den frischen britischen Konvertiten und den afghanischen Selbstmordattentäter vereinen würde mich wirklich interessieren. Nein, was den islamistischen Attentätern gemein ist, ist der Islam. Wenn wir sehr großzügig sein wollen (will ich nicht) ihr Islamismus. Was den Hooligans gemein ist, ist die Hooligankultur.

Bei Hooligans und Moslems handelt es sich jeweils nur um einen Aspekt der kulturellen Identität einer Person. Niemand ist nur Moslem oder Hooligan. Man ist auch Afghane, Engländer, Mann, Frau, Vater, Sohn, etc. Um über Kulturen im Allgemein zu sprechen ist es deshalb hilfreich zunächst die Subkultur anzusehen. Niemand hat ein Problem damit, dass die Kultur, oder Subkultur der Hooligans eine schlechtere ist als zum Beispiel die der normalen, nicht gewalttätigen Fußballfanclubs. Wenn schon nicht an Hand der Grundidee, dann an Hand der Ergebnisse in der Realität. Hat man also die Wahl, zum Beispiel mit staatlichen Fördergeldern, dem e.V. Status oder gar einem Verbot, bestimmte Fankulturen zu fördern oder zu unterbinden, dann ist es vorzuziehen die gewaltlosen zu fördern und die gewalttätigen zu unterbinden. Gesunder Menschenverstand. Wer wer ist, dass kann man nicht immer vorher sagen, aber am Ergebnis sind sie objektiv messbar.

Denken wir nun weiter. Geht es um ganze Kulturen, eventuell sogar kulturelle Überbegriffe wie „Der Westen“ oder „Die islamische Welt“, in denen es jeweils große interne Unterschiede gibt, dann wird es erstens schwieriger allgemeine, messbare und vor allem objektive Aussagen zu treffen und zweitens daraus praktische Konsequenzen abzuleiten. Unmöglich wird es nicht. Wenn ich zum Beispiel sage, dass mir britische Komiker besser gefallen als deutsche, oder italienische Kunst besser als persische, dann ist das eine Geschmacksfrage, für die ich nur Konsequenzen in meinem eigenen Leben ziehen kann, zum Beispiel in welches Museum ich eher gehe. Man kann aber durchaus objektiv sein. Wo sind die Regierungen stabiler (mehr oder weniger Bürgerkriege, Revolutionen, vorzeitige Regierungswechsel), wo ist es sicherer (Kriminalität, Sicherheitsstandards, Kriegsgefahr), wo lebt man freier (Wahlrecht, Korruption, Meinungsfreiheit), wo ist man gesünder (Lebenserwartung, Kindersterblichkeit) und wo ist die Wirtschaft freier (Steuern, Vorschriften, Zölle) etc. All diese Sachen sind zumindest zu einem zufriedenstellenden Grad messbar. Die Frage ist, warum sollten sie ein Kriterium für „besser“ oder „schlechter“ sein und dürfen wir uns solche Kategorien überhaupt anmaßen?

Ich glaube ich kann so arrogant sein für die ganze Menschheit zu sprechen wenn ich sage: Es ist besser wenn Menschen leben, als wenn sie sterben. Es ist besser wenn es weniger Verbrechen gibt als mehr. Es ist besser wenn Menschen reicher, gesünder und schlauer sind als wenn sie ärmer, kranker und dümmer sind. Deshalb sind Sicherheit, Stabilität, Gesundheit und Wohlstand objektive Standards. Eine Kultur die hier sozusagen mehr „Punkte“ hat, ist zu bevorzugen. Weitere Aspekte wie politische und wirtschaftliche Freiheit, sind nicht von allen Kulturen als erstrebenswerte Ziele anerkannt, aber wer sich durch Geschichte und Gegenwart wühlt, der sieht deutlich, dass höhere Werte hier auch höhere Werte von Sicherheit, Stabilität Gesundheit und Wohlstand gewähren.
Allerdings ist es schwierig zu sagen eine Kultur ist exakt 100% besser als die andere. Man muss einzelne Aspekte betrachten. Zum Beispiel haben die Polen einen deutlich gesünderen Ansatz in der Flüchtlingsfragen und weniger Probleme der inneren Sicherheit, die Schweizer sind in Sachen politischer Freiheit weit vorne, während die deutsche Kultur, auch über Staatsgrenzen hinaus, zum Beispiel enormen Wohlstand erzeugt hat. Wer wissen will warum muss sich die Kulturen dann genau anschauen und herausfinden was sie in den jeweiligen Bereichen herausragend macht. Sofern man Dinge wie natürliche Ressourcen oder regelmäßige Naturkatastrophen herausrechnet, bleiben zum Beispiel kulturelle Aspekte wie die deutsche Arbeitsethik, der schweizerische Freiheitssinn, der polnisch-katholische Patriotismus etc.
Deshalb ist auch meine Ideale Kultur nicht etwa „deutsch“ oder „britisch“ oder ähnliches, sondern hat etwa die Streitkultur der Briten, den deutschen Ordnungssinn, die arabische Gastfreundlichkeit usw.

Das schöne an Kulturen ist, dass sie er- und verlernbar sind. Und hier setzt der praktische Aspekt an. Persönlich muss man sich gegenüber ehrlich sein und fragen, ob man Aspekte der eigenen Kultur weiter lebt, oder ob man von anderen Kulturen adaptiert. Wer überzeugend ist, der kann damit eine der vielen Entwicklungen anstoßen, die die Geschichte prägen. Oder gar ob ich protestiere, im schlimmsten Fall kämpfe, wenn objektiv schlechtere Aspekte Einzug halten oder positivere verschwinden.
Aber auf der politischen Ebene ist es noch einmal wichtiger. Wer Verantwortung für sein Volk hat, der muss wissen welche Teile von Kulturen toleriert werden können und welche nicht. Zum Beispiel ist der türkische oder italienische Beitrag zur deutschen Küche Geschmackssache. Ich persönlich mag beides. Der Staat hat keinen Grund einzuschreiten. Wegen des arabischen Fatalismus, nach dem am Ende ja doch alles Allahs Wille ist, so wurde oft argumentiert, nimmt man sich in der arabischen Welt nicht so sehr als seines Glückes Schmied war und geht weniger (zum Beispiel unternehmerisches) Risiko ein. Das hemmt das persönliche Fortkommen und so den Wohlstand. Das betrifft aber nur die Personen selbst. Auch hier gibt es keinen Grund für den Staat einzugreifen. Wenn aber ein kulturelles Element, zum Beispiel die „Taharrusch“ genannten Gruppenvergewaltigungen, Leben, Freiheit, oder Wohlstand Dritter bedrohen, dann wird es Zeit einzugreifen, auch präventiv. Und es ist wichtig solche Taten eben gerade nicht mit kulturellen Eigenarten zu entschuldigen, wie es in Deutschland Praxis ist, sondern diese zusätzlich auf die gesellschaftliche Anklagebank zu stellen und diese früh zu unterbinden. Wer sie predigt ist ebenso eine Gefahr, wie wer sie lebt.

Grundsätzlich ist die Durchsetzung, oder Nicht-Durchsetzung von Kultur eine Frage derer die in dieser Kultur leben. Ein Staat kann und sollte Kultur nicht gestalten, denn wo er sie in gesetzliche Bahnen leitet, wird sie starr und steht auch positiven Änderungen nicht mehr so offen gegenüber. Aber auch mein Libertarismus hat seine Grenzen. Als Minarchist sehe ich so oder so eine Rolle für den Staat bei dem Schutz von Leben, Freiheit und Eigentum. Die Kultur spielt dabei eine Rolle. Denn sobald man sich der Lüge hingibt, dass alle Kulturen eigentlich gleich seien, dann müsste man zwangsläufig glauben, dass die russischen Hooligans genau gleich „gut“ sind wie der Fanclub vom örtlichen Kreisligaverein, dass das Dritte Reich rein kulturell der Bundesrepublik ebenbürtig ist, oder dass eben der Islam nicht mehr oder weniger gewalttätig sein kann als der Buddhismus. Wichtig ist es deshalb kulturelle Rechtfertigung für Taten gegen Andere nicht etwa als mildernde Umstände zu sehen, sondern als Anlass, im rechtsstaatlichen Rahmen, ein Exempel zu statuieren. Ebenso dürfen Politiker nicht, mit falsch verstandener Toleranz, oder ganz und gar bewusstem Hass auf Deutschland, ständig für die kulturelle „Bereicherung“ aus objektiv schlechteren Kulturen zu werben, sie nicht zu fördern, sie bei z.B. Einwanderung in die Entscheidung mit einzubeziehen und sie nicht durch Regierungsnähe und PR-Aktionen aufzuwerten. Das schöne daran ist, dass es nicht nur die Heimatkultur schützt, sondern auch Integration in diese befördert. Zugleich verhindert es den Menschen unter Generalverdacht zu stellen, also zu sagen, dass zum Beispiel Moslems nicht einwandern dürfen, weil die alle religiöse Intoleranz predigen und Frauen schlagen. Stattdessen heißt es, sie können gerne kommen, aber wer religiöse Intoleranz predigt und Frauen schlägt, der fliegt. Wer versucht diese Ideen zu etablieren, der fliegt noch schneller. Wer versucht seine Kultur als Ausrede zu nehmen, der fliegt mit Überschall.

 

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Köln hat alles geändert – Aber warum?

Es gibt viele hohe Ideale auf die sich Konservative und klassisch Liberale berufen, gerade wenn sie sich vom linken Mainstream absetzen wollen. Es sind Dinge wie Höflichkeit, Ehrlichkeit, Sachlichkeit etc., die man sich, zumindest im Vergleich zum politischen Gegner, hoch anrechnet. Das ist alles schön und gut, warum es aber nicht mal ansatzweise gereicht hat um so im Zentrum der politischen Welt zu stehen wie heute, das hat das Beispiel Köln gezeigt. Nicht nur die AfD, das ganze konservativ-liberale Spektrum in Deutschland sollte seine Scheu vor den zwei politisch-medialen Massenvernichtungswaffe verlieren, die der Linken erlaubt haben gesellschaftliche Dominanz zu erreichen: Emotion & eine gute Story.

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Seit Beginn der Flüchtlingskrise war die AfD wie der eine etwas merkwürdige Onkel, dem man an Weihnachten immer zuhören muss wie er einem detailliert erklärt warum die Mondlandung gefälscht ist. Manchmal wirkte sie gar wie die Leute, die mit „Das Ende ist nah“-Schildern in der Fußgängerzonen stehen und sich wundern warum ihnen niemand glaubt. Sicherlich, seit Beginn der Asylkrise und besonders im Zuge der Herbstoffensive konnte sie die Verluste aus dem Führungsstreit des Sommers wieder mehr als gut machen, aber außer der wackeligen Existenz knapp über der 5%-Hürde hat sie dadurch allein nichts gewonnen. Sie war ein Schmuddelkind, wie es allgemein als falsch und schmuddelig galt in irgendeiner Weise gegen die Asylpolitik zu sein.

Wie hat das funktioniert, wo nun doch die AfD innerhalb kürzester Zeit zur drittstärksten Partei wurde und die ganze Stimmung im Volk, nicht nur gegen die aktuelle Grenzpolitik, sondern sogar gegen die noch kürzlich unantastbare Mutti im Kanzleramt, gekippt ist? Ganz einfach: Die Linken hatten die Emotionen, wir hatten die Statistiken. Oder wie es der amerikanische Politkommentator Bill Whittle einmal formulierte: „Sie verteilen kostenlose Süßigkeiten, wir verkaufen Gemüse.“ Man kann die harten Fakten, Statistiken, irgendwelche Klagen über ungerechte Behandlung in den Medien, oder ein abgefackeltes Auto, so oft wiederholen wie man will. So traurig es ist, aber eine einzige emotionale Geschichte schlägt alle harten Daten, selbst wenn sie erfunden ist.

Als der am Strand angespülte tote Flüchtlingsjunge Aylan durch alle Zeitungen und Fernsehsender ging, da war die Asyldebatte erstmal für die AfD und alle Unterstützer von Recht und Gesetz verloren. Kein Argument mit noch so vielen Daten darüber, wie irgendwas nicht bezahlbar oder schulterbar war, konnte dieses Bild schlagen. Und warum auch nicht. Man muss schon ein sehr kaltes Herz haben um beim Anblick des toten Kindes nicht sofort daran zu denken wie man so etwas verhindern kann. Dass der Junge bereits in der Türkei in Sicherheit war, dass man so Bilder verhindert, in dem man die entsprechenden Flüchtlinge direkt abweist, passt beim politisch nicht schon im Vorhinein so eingestellten Bürger nicht in die emotionale Reaktion aufs Bild, denn sie ist Hilfe durch nicht-Tun. Auch wenn es die richtige Hilfe wäre.

Genauso liegt die emotionale Reaktion auf die Nazikeule. Sie mag abgestumpft, inzwischen vielleicht sogar zerbrochen sein, aber sie hat nicht ohne Grund gewirkt. Jeder Deutsche ist in durchaus guter Absicht und mit durchaus gutem Grund von früh an darauf getrimmt die Nazis als enorme und sinistre Bedrohung anzusehen. Zu Recht. Aber das beinhaltet einen enormen Vorbehalt gegen alle und jeden, die als solche gebrandmarkt werden. Und was war das Gegenargument der AfD? Die Medien lügen, wir werden verleumdet, schauen Sie hier in unsere Satzung etc. Fakten gegen Emotionen. Kein gleicher Kampf.

Was Köln war, war in Doppelfunktion die erste große emotionale Story, die die Position der AfD und anderen Asylchaoskritikern bestätigte und zugleich eine spannende, fast krimiartige Story über die „Lügenpresse“, die mit einem Schlag peinlich nackt in der Öffentlichkeit stand. In direkter Verdrehung des alten Stalinzitates, war die Belästigung einer Frau in Köln einer der berüchtigten „Einzelfälle“, die Belästigung von hunderten Frauen war eine Tragödie. Sie war nicht zu leugnen, sie hatte Gesichter, mit denen sich andere Frauen identifizieren konnten und in denen Männer ihre Frauen, Freundinnen, Mütter, Schwestern und Töchter erkannten. Das schiere Ausmaß war himmelschreiend. Es war der Aylan-Moment der Asylkritik, als auch unsere politischen Standpunkte ein emotionales und menschliches Gesicht bekamen, hunderte Gesichter sogar.

Zeitgleich war die Medienrezeption des Ereignisses und insbesondere auch das verordnete Schweigen der Behörden ein Echtzeit-Krimi, vor den Augen einer deutschen Öffentlichkeit, die erstmals seit 1989, zusehen konnte, wie sich Medien für ihre politisch gewichtete Berichterstattung entschuldigten, wie sich Tatsachen erst tagelang im Volk, jenseits der etablierten Kanäle verbreiteten, bevor gerade, aber nicht nur, die öffentlich-rechtlichen Programme auch nur anerkannten, dass überhaupt irgendetwas passiert war. Nicht nur dass, in den Tagen und Wochen danach fiel jedes Lügenkartenhaus zusammen, dass das gewünschte Narrativ der Politik ein ums andere Mal schützen sollte. Jedes Mal zeigte sich, dass die Realität in der Tat die war, die von der AfD bisher so gesehen wurde. Nur von ihr. Waren die Asylkritiker bis dato nur die gewesen, die mit den Schildern „Das Ende ist nah“ auf der Straße standen, so färbte sich neben ihnen der Fluß plötzlich blutrot, die Heuschrecken fielen vom Himmel, etc. und immer mehr erkannten, dass an den Spinnern doch etwas dran sein könnte.

Was für eine Lehre ist aus Köln zu ziehen? Nicht politisch, das ist tausendfach besprochen worden. Welche Lehre kann der politische Aktivismus aus Köln ziehen? Nun, auch die nationalliberalen Kräfte müssen lernen, dass Emotion über Fakten siegt, aber Emotion alleine und Fakten alleine, werden immer von emotionalen Geschichten geschlagen, die faktische Grundlage haben. Um eins klar zu stellen: Es ist unmoralisch wenn man eine solche Geschichte erfindet, es ist unmoralisch wenn man sie verdreht, es ist unmoralisch wenn man sie kürzt etc. Was aber nicht unmoralisch ist, ist eine wahre Geschichte auf ihr emotionales Potential zu untersuchen und dieses im Rahmen von Anstand und Sitte auszuschlachten. Der Mensch ist, entgegen der landläufigen Meinung, nicht verdummt worden und ist nur noch auf emotionaler Ebene ansprechbar, es ist menschliche Natur Emotionen über Fakten zu stellen. Wir sind empathische Wesen, wir reagieren so und es ist nicht falsch oder unmoralisch dies zu nutzen. 13% sind ein schönes Ergebnis, aber wer mit 100 Fußnoten gegen ein zu Tränen rührendes Foto arbeiten will, der hat verloren. Es werden ständig Säue durchs Dorf getrieben. Wer 51% oder mehr will, der muss die Säue kontrollieren. Der emotionale Ansatz muss in der konservativen und liberalen Szene sein Schmuddelimage los werden. Er wirkt, er ist nicht unmoralisch, er ist die Massenvernichtungswaffe der politischen Debatte und bis vor kurzem haben wir einseitig abgerüstet.

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Die Bundesrepublik heute – Nächster Halt Weimar

„Mögest du in interessanten Zeiten leben“ soll, auch wenn der Ursprung unklar ist, ein chinesischer Fluch sein. Ein Blick in die Geschichte zeigt in der Tat, wer Langeweile hatte, der hatte auch meistens ein gesünderes und sicheres Leben. So interessant der ein oder andere Tag der deutschen Nachkriegsgeschichte war, zumindest für die Bürger im Westen wurde es nur punktuell mal richtig „interessant“, während des Terrors der RAF vor allem. Auf einmal überrumpelt uns in den letzten 12 Monaten so viel Neues, in Europa, wie auch hier im Land selbst. Die Zeiten werden interessanter, an den Hebeln der Macht sitzt niemand der das wahr haben will.

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Was passiert gerade in diesem Land? Es ist wirklich nicht mehr witzig. In diesen Tagen geht eine angebliche NGO im Auftrag des Justizministeriums auf „Hetzerjagd“ bei Facebook. Dass dabei natürlich nicht ein einziger linksextremer Hetzer, Verleumder, Anstifter etc. gejagt wird ist klar. Und das ist jedem klar, egal ob man das gut findet oder nicht, jeder weiß es, niemand wird sich da mal rausreden können.
Vor wenigen Tagen gab eine Vertreterin des WDR in einem Interview in den Niederlanden ganz offen zu, dass man Anweisung hat immer im Sinne der Regierung zu berichten. Später hieß es natürlich man hätte sie da missverstanden. Aber allein die ausführliche Formulierung und die weiteren Ausführungen, gerade zur Berichterstattung über Flüchtlinge, zeigen, dass sie bei weitem genug Zeit und Gelegenheit hatte sich zu korrigieren. Hier hat mal jemand ehrlich gesprochen, mit der üblichen Arroganz gegenüber dem deutschen Hörer, dem man nicht zutraut so etwas mitzukriegen.
Und dann, als man dachte der öffentlich-rechtliche Rundfunk könnte sich nicht weiter in die Scheiße reiten, knickt der SWR ein und lädt die AfD von der Elefantenrunde vor der Landtagswahl im März aus. Warum? Weil die SPD und die Grünen wie beleidigte Kleinkinder einen Anfall gekriegt und sich geweigert haben mit der AfD zu diskutieren. Wenn beim SWR auch nur der geringste Rest an Anstand und Respekt für Demokratie und demokratische Grundsätze vorherrschen würde, hätte man den Rot-Grünen Totalitaristen gesagt, dass sie halt Pech haben und zu Hause bleiben können, wenn sie nicht bereit sind ihrem politischen Gegner gegenüberzutreten. Noch peinlicher ist der Versuch des SWR dies mit „Informationsauftrag“ und „Chancengleichheit“ zu erklären. Kein Witz.
Erst im Dezember versuchten die Regierungsparteien mit einer Gesetzesänderung kurz vor der Weihnachtspause, die damit fast sofort wirksam wurde, der AfD einen wichtigen Teil ihrer Finanzierung zu nehmen. Nur dank einer beispiellos erfolgreichen Spendenaktion der AfD, geschultert ausschließlich von ihren Mitgliedern und Unterstützern, keiner großen Firmen, konnte sogar etwas mehr Geld gewonnen werden, als durch die Gesetzesänderung entfällt. Das macht die Sache nicht besser, es spricht nur für die Mitglieder der AfD.

Doch damit hört der Krieg gegen die AfD nicht auf. Frauke Petry kriegt keine Wohnung in Sachsen, weil jeder Vermieter der erstmal bereit ist zu unterschreiben in kürzester Zeit auf Grund von massiven Drohungen gegen Haus und Gesundheit. Genauso geht es fast jedem Landes-, Kreis-, sogar dem Bundesverband der AfD, der irgendwo versucht einen Veranstaltungsort anzumieten. Sobald der Ort auch nur irgendwo in der Öffentlichkeit landet, fliegen Steine, fallen Schüsse, Farbbeutel, Drohungen gegen Leib, Leben und Familie der Vermieter etc. Ich kann es niemandem übel nehmen die Gesundheit seiner Kinder höher einzuschätzen als die Versammlungsfreiheit der AfD. Ich kann es aber sehr wohl übel nehmen, dass hier gegen keinerlei, ich meine wirklich keinerlei, Protest von (ehemals rechts-)staatlicher Seite oder allerhöchstens Fußnoten oder süffisant-offensichtlicher Genugtuung von Seiten des Journalismus stattfindet.

Das, kombiniert mit der alltäglichen Verleumdung der AfD und ihrer Mitglieder, ist schon geschmackloser Politikalltag geworden. Aber es bleibt nicht dabei. Es finden regelmäßige Anschläge gegen z.B. die Autos von führenden AfDlern statt, inzwischen fallen schon Schüsse auf Geschäftstellen. Es bleibt nicht bei Sachschäden. Davon kann Lars Steinke ein Lied singen. Sein Verbrechen? Er ist Vorsitzender der Alternativen Hochsschulgruppe in Göttingen, einer Antifa-Hochburg, und dazu auch nur Mitglied einer Burschenschaft. Dieses Doppelengagement hat ihn schon, abgesehen von Sachschäden, mehrere Besuche im Krankenhaus gekostet. Ihm wurde aufgelauert, er wurde bedroht, ausgeraubt, zusammengeschlagen. Erst am 17.01. wollte er an einer Demonstration teilnehmen, fand aber vor seiner Haustür eine Gruppe von 20 Antifanten vor, die den Eingang völlig blockierten. Die Polizei schaute zu, als Spontandemo kurzfristig angemeldet, ließ man die Faschisten gewähren. Gleichzeitig kursiert an der Universität, an der er studiert, ein Flyer, der Studenten auffordert ihn anzuspucken, seine Unterschriften von Anwesenheitslisten zu streichen, seine Notizen zu stehlen, Friedhofskerzen vor seine Tür zu stellen, etc. Das findet gerade in Deutschland statt, nicht in irgendeinem Dritte-Welt Land und nicht in einem Geschichtsbuch. Das passiert heute, hier! Jenseits von Lokalmedien, die meistens nicht mal den politischen Hintergrund einbeziehen, gibt es keinerlei Meldung, oder gar Solidarität mit Lars Steinke, der immerhin Mitglied einer Partei ist, die wieder und wieder von jedem Verdacht der Verfassungsuntreue freigesprochen wurde.

Diese unglaublichen Vorgänge passieren nicht in einem Vakuum. Was der AfD und vor allem ihren Mitgliedern alltäglich passiert ist nur ein Aspekt, wenn auch ein brutaler, der Weimarisierung unserer Republik. Man muss nur auf die aktuellsten Umfragen zur Hand nehmen und man sieht eine interessante Parallele zu Weimar: Die großen Parteien verlieren massiv an Stimmen. Wenn man INSA glaubt, dann haben CDU und SPD zusammen gerade einmal 55%. Die CDU liegt bei 32,5%, die SPD auf einem historischen Tief bei 22,5%. Die AfD kommt weiter näher, in manchen Bundesländern fast gleich auf mit der SPD, bundesweit bei 12,5%. Insgesamt haben die kleinen Parteien und die Sonstigen gerade 45% der Stimmen. Zum Vergleich, noch  bei der Bundestagswahl 2013 stand die CDU kurz vor der absoluten Mehrheit, die große Koalition hat noch mehr als 2/3 der Sitze im Parlament. In der Zukunft werden die alten Gewissheiten über Koalitionsbildungen und Kanzlerschaften nicht mehr so gültig sein wie früher und damit werden interne Konflikte aufbrechen, ganz abgesehen von denen, die durch die rücksichtslose Flüchtlingspolitik ins Land geholt wurden.

Und warum das Ganze? Was hat uns in diese Situation gebracht, in der die gesamte einst so gewisse Ordnung unserer Republik nur noch den Interessen einer politischen Seite und Klasse dient, in der Rechtsstaat schon routinemäßig als Waffe gegen eine und nur eine Partei eingesetzt wird? Verdammt moderate Forderungen. Die AfD fordert, wie inzwischen die Mehrheit der Bevölkerung, die Einhaltung von Recht und Gesetz nicht nur da wo es opportun scheint, sondern immer. Auch im Angesicht von Krisen und Druck. Es wurde und wird nur das gefordert, was inzwischen überall in Europa, außerhalb von Deutschland, als normal und sinnvoll angesehen wird. Es wurde und wird gefordert, dass man das einhält, was im Grundgesetz, in „normalen“ Gesetzen, in europäischen Verträgen steht, anstatt dem einzig gültigen Willen von Mutti im Kanzleramt und dem kriminell-gewalttätigen Mob von Links auf der Straße. All das Chaos, die Unsicherheit, die Gewalt, die Verleumdung, die Verfassungsbrüche dieser Tage finden statt, weil man genau diesen perversen Status Quo halten will. Nur deswegen. Armes Deutschland!

 

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Wir sind immer noch da – die grauen November Europas

Nachdem ich am Freitag Abend live in der BBC die Ereignisse von Paris verfolgt hatte (im deutschen Fernsehen war das ja kaum möglich), war eine Art Schreibblockade bei mir eingekehrt. Vier angefangene Blogbeiträge liegen seit den vergangenen Tagen in meinem Account, keinen konnte ich richtig zu Ende führen. Es war schwer etwas zu schreiben, dass nicht schon tausend Mal durchgekaut war, dass nicht wie moralisierende Rechthaberei oder späte Einsicht klang. Auch widerstrebt es mir die Opfer dieser Nacht als politisches Argument zu verwenden. Alles was jetzt gültig und notwendig ist, war es auch schon vorher. Es liegt einfach ein ganz neues Gefühl über Europa, dass es so nicht einmal nach dem 11. September hier gab. Wir sind im Krieg, wir sind bedroht und wir haben Angst. Es wird Zeit eins klar zu stellen: Wir sind immer noch da!

sich daran erinnern wie der  November  1806 gewesen sein muss. Gerade erst hatte Napoleon seinen letzten großen Rivalen, Preußen, bei Jena und Auerstedt geschlagen, war kurz darauf in Berlin einmarschiert. Preußen wurde zerschlagen und neu aufgeteilt, wie es auch mit zahlreichen anderen deutschen Staaten geschehen war. Napoleon war, so schien es damals, unbesiegbar. Jeden Gegner hatte er hinweg gefegt und jedes Volk unterworfen. Es muss eine Zeit der enormen Unsicherheit gewesen sein. Welcher Sohn wird für oder gegen Napoleon in den Krieg eingezogen, welche Güter requiriert, welche Armee wird brandschatzend durch das Land ziehen. Wie konnte man da in die Zukunft blicken?

Wie war es als damals im November 1849 die große Revolution der Nationalliberalen in Deutschland niedergeschlagen war. Als die schwarz-rot-goldene Fahne von Einigkeit und Recht und Freiheit zerrissen im Schlamm lag. Als jede Meinungsäußerung, jede Regung nach Freiheit ein Todesurteil war. Wer kann sich die Verzweiflung vorstellen all derer, die über ein Jahr für die Freiheit und Einigkeit Deutschlands mit der Waffe, auf der Straße, oder im Parlament gekämpft hatten und sich nun der Gewalt der Restauration ausgesetzt sahen?

Nur die Wenigsten, nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa erinnern sich an die Hungerwinter, Todeszonen, Todeslisten und Verstümmelungen des ersten Weltkrieges. Als Millionen von Familien ohne Söhne und Väter da standen, als eine ganze Generation für nichts und wieder nichts in den Schützengräben jämmerlich verreckte. Und als dann, im November 1918, für die einen alles gewonnen, für die anderen alles verloren war, noch die Spanische Grippe mehr Tote forderte als der Krieg, als ein Land nach dem anderen in schreckliche Armut und in Bürgerkrieg verfiel. Wie muss es einer deutschen Familie gegangen sein, die, nur noch aus Müttern und Töchtern bestehend, umgeben von Straßenschlachten und Mordkommandos, ihr Essen erbetteln musste?

Ebenfalls erschreckend wenige kennen noch die November der Jahre 39-45. Als es mal den einen, mal den anderen erschien als sei der Krieg niemals zu gewinnen, als sei das Gefühl vollkommen ausgeliefert zu sein das neue Normal. Als die einen erst die Krieg und Konzentrationslager fürchteten, dann die anderen Vertreibung, Rache und Vergewaltigung. Als Hunger, Zerstörung und Niederlage den Deutschen und Hunger und Zerstörung trotz Sieg dem Rest Europas das Rückgrat auf Jahrzehnte brachen. Als die gerade von Hitler befreiten Völker im Osten unverzüglich unter das Joch Stalins kamen. Wie grau und sinnlos muss ihnen das alles erschienen sein?

Und als in den 70ern und 80ern die RAF das ganze Land lahmlegte, während der Kalte Krieg immer mehr danach aussah heiß zu werden. Als die Deutschen, wie so viele in Europa anscheinend die Wahl hatten entweder von einer Bombe am Straßenrand oder aus der Luft ein schnelles Ende zu finden, wie muss die Zukunft gewirkt haben, als dann noch eine Partei nach der anderen von der Einheit Deutschlands abrückte und sich mit der Teilung zu arrangieren begann?

 

Napoleon ist weg. Metternich und all seine fürstlichen Kumpanen sind weg. Die Schrecken der Straßen vom November 1918 und der Weimarer Republik sind weg. Hitler, Stalin, alle Diktatoren sind weg! Die RAF ist weg! Deutschland ist eins! Jedes Mal, jedes einzelne Mal wenn Deutschland, wenn Europa in Finsternis versunken ist, Finsternis, die viele Male schrecklicher war als die unbestritten schrecklichen Vorfälle in Paris, hat die Freiheit gesiegt. Deutschland hat mehr als 2000 Jahre Geschichte hinter sich. Von Varus bis zur Mauer haben wir jeden Feind von Innen und von Außen überwunden, wie auch Europa noch jeden Feind von Innen und von Außen überwunden hat. Einigkeit und Recht und Freiheit, Liberté, Egalité, Fraternité sind Werte, die nicht einfach mal von irgendwelchen Intellektuellen herbeigesponnen wurden. Sie sind tief in der europäischen Seele, wie sie tief in der deutschen Seele sind. Europa wacht auf, Deutschland wacht auf. Im Angesicht eines Feindes, wie wir ihn seit Jahrzehnten nicht gesehen haben, zeigt sich wofür diese Kulturen stehen. Es liegt an den Regierungen Europas diesem nicht im Weg zu stehen, sondern diesem Aufwachen zu folgen, wie es Schritt für Schritt immer mehr Regierungen tun, mit der bemerkenswerten Ausnahme Deutschlands.
Wenn dieser November besonders grau erscheint, dann bleibt nur eins zu sagen: Alle Feinde sind tot, wir sind immer noch da!

Sei Andrew Breitbart, oder das Video vom Windhauch

Ich habe einige Helden, die meisten sind noch nicht einmal erfunden (außer Iron Man), die meisten sind ganz reale Personen in Vergangenheit und Gegenwart, die außergewöhnliches geleistet haben, die es geschafft haben die großen und kleinen Ströme von Geschichte und Gesellschaft in andere Bahnen zu lenken. Einen meiner Helden habe ich leider erst kennengelernt, als er gerade gestorben war: Andrew Breitbart. Andrew Breitbart ist ein ganz außergewöhnlicher, amerikanischer Politaktivist, der im Alleingang eine komplett neue Dimension in die amerikanische Politik gebracht hat. Das ist seine Geschichte:

Andrew Breitbart begann seine Karriere in den USA als Linker, beziehungsweise als „liberal“ wie in den USA die eher linkslastigen genannt werden, die zum Beispiel Politikern wie Barack Obama oder Hillary Clinton hinterherhecheln. Sein erster großer Wurf im Journalismus war die Gründung der Huffington Post, gemeinsam mit Arianna Huffington, einer eher linken Online-Zeitung, die inzwischen auch in Deutschland einen Ableger hat. Allerdings muss dazu gesagt werden, dass damals Arianna Huffington auch noch eher konservativ eingestellt war. Er wandte sich schließlich vom moderaten Wischi-Waschi ab und begann seinen Aktivismus, als er einen ganz persönlichen Hass auf die amerikanischen Mainstream-Medien entwickelte. Im tiefen Inneren dieser Medien hatte er erlebt, wie und nach welchen (meist politisch linken) Kriterien, politisch unerwünschtes entweder verschwand oder verzerrt wurde. Mit seinem Projekt Breitbart.com eröffnete er 2007 seinen Gegenentwurf eines Nachrichtenportals mit fairer, aber unverblümt konservativer, Berichterstattung. Meinung und Meldung waren klar getrennt, so wie wir es in Deutschland leider viel zu wenig sehen.

Vielfach trat Andrew Breitbart bei der amerikanischen Tea-Party-Bewegung als Redner und Unterstützer auf, konservative Sender wie Fox News luden ihn wiederholt als Kommentator ein und er gründete mit „Big Government“, „Big Journalism“ und „Big Hollywood“ spezialisierte Portale für die Beobachtung eines linksliberalen Medien- und Politikkomplexes, der, wie es auch bei uns bekannt ist, jede Abweichung vom erwünschten Denken als rechtsradikal, rassistisch etc. einstuft und Existenzen vernichtet. Aber Andrew Breitbart hat zurückgeschlagen. Eine Reihe von Videos die er veröffentlichte sorgten dafür, dass die linke Organisation ACORN ihre staatlichen Fördermittel verlor, nachdem diese in den Videos vor versteckter Kamera zwei Amateur-Journalisten in die Falle gegangen war, die angaben ein Bordell für inderjährige Mädchen eröffnen zu wollen. ACORN gab Tipps wie man das deichseln könne. Ebenso enttarnte er die dreiste Lüge einiger schwarzer Kongressabgeordneter, die 2010 behauptet hatten, dass konservative Demonstranten ihnen nicht weniger als 15 Mal das Wort „Nigger“ entgegengeschrien hätten. Breitbart hatte Aufnahmen des fraglichen Moments, das Wort war nicht einmal gefallen. Und dennoch übernahmen alle großen Sender und Zeitungen die Geschichte, ohne irgendwelche Beweise. Breitbart bot 100.000 Dollar für einen Schuldbeweis. Keiner kam, dafür zahlreiche neue Videos aus allen Blickwinkeln, auf keinem war das Wort „Nigger“ zu hören. Einer der großen Erfolge von Breitbart.

Andrew Breitbart hat die amerikanische Tea-Party mit einer mächtigen Waffe ausgerüstet: Der Handykamera. Jeder hat heute ständig eine Kamera dabei, die Tea Party hat gelernt, dass sie auch immer laufen muss. Es wird immer gelogen, immer verzerrt und immer erfunden, nur um irgendwie irgendwo den Vorwurf des Rassismus unterzubringen. In Deutschland ist es nicht viel anders, nur dass der Rassismus-Vorwurf einfach etwas weiter unter „Nazi“ eingebracht wird. Die AfD kann ein Lied davon singen. Und damit kommen wir zum Windhauch-Video. Ein taz-Journalist hat vor der Europawahl sein ganz eigenes Verständnis von Journalismus eingebracht und wollte Fakten schaffen, wo keine waren und ließ sich einfach mal Fallen als man ihn von einer AfD-Veranstaltung wegkomplimentieren wollte (wozu jede Partei Recht hat und wie sich gezeigt hat, aus gutem Grund). Dann schrie er nach der Polizei und in der taz erschien am nächsten Tag ein Artikel über den gewalttätigen Schubser der AfD-Sicherheit. Doch dann tauchte dieses Video auf:

https://www.youtube.com/watch?v=GppL75nLhOg

Wie man hier sieht war da entweder die Hand Gottes, ein fieser Windhauch oder feiges Simulantentum im Spiel. Die Medien haben es erstmal ungefragt übernommen. Es passte in den roten Faden, dass die AfD, da rechts von der CDU, quasi eine NSDAP 2.0 sein muss, mit Saalschutz natürlich. Es ist klar, dass die Richtigstellung keine große Verbreitung in den selben Medien fand. Es bleibt für alle konservativen und liberalen (das europäische „liberal“) eine Pflicht alles und jeden zu filmen. Aus jedem Winkel, aus jeder Entfernung. Seid Andrew Breitbar!