Monat: November 2016

White Privilege – Rassisten an meiner Uni

Manchmal fällt mir Wochen lang kein interessantes Thema zum Schreiben ein, dann  5 gleichzeitig 5 vor die Füße. Dieses Mal hing mir ein Thema vor der Nase. Ich lief durch die Anglistik meiner Universität, betrachtete die „Love trumps hate“ Sticker und sonstigen politischen Äußerungen auf den Türen der Professoren, bis ich an einer Tür stehen blieb. In einem braunen Umschlag mit der Markierung „zum mitnehmen“ hingen dort zusammengetackert immer zwei Seiten mit der Überschrift „White Privilege: Unpacking the Invisible Knapsack“, übersetzt „Weiße Privilegien: den unsichtbaren Beutel entpacken“.  [Anm.: Alle Übersetzungen von mir, der Originaltext kann hier eingesehen werden]
Der Text beginnt schonmal interessant „Mir wurde beigebracht Rassismus nur als individuelle, gemeine Handlungen zu sehen, nicht als unsichtbares System, dass meiner Gruppe Dominanz überträgt.“ Dieses einleitende Zitat im Text ist entscheidend für das Selbstbild der Selbstgeißler. Denn wenn es tatsächlich darauf ankäme was Menschen tatsächlich tun und sagen, dann müsste man die westliche Welt und ihre Einwohner mit wenigen Ausnahmen vom Rassismus freisprechen. Nicht nur gibt es Gesetze für die Gleichberechtigung, es gibt eine Bürgerinitiative nach der anderen, Vereine, etc. Die Zahl derer die tatsächlich denken, dass jemand auf Grund z.B. seiner Hautfarbe unterdrückt oder benachteiligt werden sollte ist schon sehr gering, diejenigen die auch noch danach handeln noch viel niedriger, ganz abgesehen von den rechtlichen Konsequenzen die dafür drohen. Wie kann also jemand wie Peggy McIntosh (die Autorin des Textes, übrigens weiß) der Welt glaubhaft erklären, dass sie in ihrer sicherlich gut bezahlten Stelle als Direktorin des Wellesley Collage Center for Research on Women nicht gegen Windmühlen, sondern gegen tatsächlichen Rassismus kämpft? Der Rassismus kommt von einem „unsichtbaren“ System. Das ist praktisch. Es ist unsichtbar, man kann es nicht festnageln, es hat keine definierten Grenzen. Löst man Problem X, selbst nach den Vorgaben von Frau McIntosh persönlich, kann sie ohne Probleme ein neues Problem Y herbeifantasieren um ihre Wichtigkeit erneut zu bestätigen. Wer ihr widerspricht, der sieht das unsichtbare System einfach nicht so gut wie sie und ist schlimmstenfalls ein Rassist.

Ich habe mich entschieden alle 50 Beispiele des täglichen „White Privileges“ einzeln zu betrachten und zu beantworten. Nicht nur sie selbst, sondern das Grunddenken dahinter sind brandgefährlich und man muss es kennen:

  1. „Wenn ich will kann ich es meistens arrangieren in einer Gruppe zu sein die aus Mitgliedern meiner Rasse besteht.“ Ok… und wenn nicht? Ehrlich, was wenn man es eben nicht arrangieren kann? Das ist ja allein schon auf Grund statistischer Wahrscheinlichkeit der Fall, wenn man eben einer Minderheit angehört. Und wieso ist das White Privilege? Es könnte ja genauso jemand sich darüber beschweren, dass er als einer der letzten Weißen in Harlem keine weiße Gruppe findet. Nein, problematisch wird das nur, wenn man schon davon ausgeht, dass es für Nicht-Weiße unsicher oder unangenehm ist in einer weißen Gruppe zu sein, doch das ist hier ja überhaupt erst zu beweisen. Zirkelschluss.
  2. „Ich kann es vermeiden Zeit mit Menschen zu verbringen, zu denen mir Misstrauen anerzogen wurde und die gelernt haben mir oder meiner „Art“ zu misstrauen.“ Wie bitte? Misstrauen gegenüber Fremden und Leuten die anders aussehen als die Vertrauten, also vor allem Familie und Nachbarn, ist nichts was man anerziehen muss. Im Gegenteil, es steckt im Menschen und muss aberzogen werden, im Westen ist das mit einigem Erfolg geschehen. Wo bitte wird gelehrt einander zu misstrauen? In welcher Welt lebt Peggy McIntosh? Die einzigen die Misstrauen lehren sind die, die Minderheiten beibringen, dass die Weißen für alle ihre Probleme verantwortlich seien.
  3. „Wenn ich umziehen muss, kann ich ziemlich sicher sein Wohnraum in einem Gebiet zu mieten oder zu kaufen, dass ich mir leisten kann und in dem ich leben möchte.“ Kein westliches Land erlaubt Diskriminierung auf Grund der Herkunft bei der Wohnungssuche. Außerdem setzt dieses Beispiel voraus, dass die unsichtbaren rassistischen Systeme der einzige Grund sind, warum ein Nicht-Weißer nicht die Wohnung kriegen kann die er will.
  4. „Ich kann mir ziemlich sicher sein, dass die Nachbarn dort mir neutral oder wohlwollend gegenüber stehen.“ Nein kannst du nicht, kann niemand, weiß, schwarz, gelb, grün, orange.
  5. „Ich kann fast immer alleine Einkaufen gehen, mit der Sicherheit dass mich niemand belästigt oder mir folgt.“ Dies ist eine Anspielung auf das Klischee, dass Ladenbesitzer und -detektive vor allem Schwarzen Kunden folgen, weil sie glauben, dass diese klauen. Das mag stimmen, vor allem in den USA, gilt aber auch zum Beispiel für Jugendliche aller Art. Beide Gruppen sind statistisch gesehen häufiger Diebe als andere. Das lasse ich also als Vorurteil gelten, von mir aus auch als Rassismus.
  6. „Ich kann das Fernsehen anmachen oder eine Titelseite ansehen und Menschen meiner Rasse mehrheitlich repräsentiert sehen.“ Buhuuuu. Heul leise. Ganz ehrlich, wenn jemand ein so fragiles Weltbild hat, dass die Tatsache, dass in einem mehrheitlich weißen Land (in Deutschland rund 90%) mehrheitlich weiße Menschen dargestellt sind, ein tatsächliches Problem darstellt, dann ist dem nicht mehr zu helfen. Genauso gut könnte ich argumentieren Opfer des Sexismus zu sein, weil ich mehrheitlich Frauen auf Magazincovern sehe.
  7. „Wenn ich etwas über unser nationales Erbe oder über Zivilisation höre, wird mir gezeigt, dass Menschen meiner Farbe es zu dem gemacht haben was es ist.“ Ja, weil es so ist. Es gab Zeiten in denen man nicht mal daran gedacht hat die Beiträge Nicht-Weißer zur Geschichte der westlichen Zivilisation zu würdigen. Das ist schon seit Jahrzehnten anders. Ein Blick in ein heutiges Geschichtsschulbuch beweist dies. Aber abgesehen davon, die Geschichte Europas wurde nun einmal fast ausschließlich von Weißen gemacht, weil es bis vor sehr kurzem eben fast nur sie dort gab. Die Geschichte der USA (von wo Peggy McIntosh ja schreibt) ist eben eine Geschichte des Staates den weiße Einwanderer geschaffen haben und auch dort findet sich im heutigen Geschichtsunterricht viel über die Beiträge der Nicht-Weißen.
  8. „Ich kann mir sicher sein, dass meine Kinder Unterrichtsmaterial erhalten, dass die Existenz ihrer Rasse bezeugt.“ Die Existenz ihrer Rasse bezeugt… bezeugt!!! Ich weiß gar nicht was ich dazu schreiben soll. Glauben Minderheiten nicht, dass ihre Rasse existiert bis Weiße ihnen Kursmaterial darüber vorlegen?
  9. „Wenn ich will, finde ich mit großer Sicherheit einen Verleger für diesen Text über White Privilege.“ Ja, der Verleger den du lieb Peggy McIntosh gefunden hast, war das Institut dessen Direktor du bist. Du hast dich also selbst verlegt. Woher willst du also wissen wie leicht oder schwer es wäre? Oder wollte es sonst keiner, obwohl du eine Weiße bist? So oder so, Schwachsinnsargument.
  10. „Ich kann mir ziemlich sicher sein, dass meine Stimme in einer Gruppe gehört wird, in der ich der einzige Vertreter meiner Rasse bin.“ Wer einer Minderheit angehört hat in unserer Gesellschaft sogar eine sehr erhöhte Chance seiner Stimme Gehör zu verschaffen, eben als die andere Perspektive. Aber selbst dann stellt sich die Frage ob es überhaupt eine neue Perspektive in die Diskussion bringt, bzw. ob man überhaupt eine andere Stimme hat, nur weil man einer anderen Rasse angehört.
  11. „Ich kann es locker nehmen ob ich jemandem zuhöre der in einer Gruppe der einzige Vertreter seiner Rasse ist.“ Wenn man schon mal in einer Gruppe ist, sollte man jedem zuhören. Warum sollte es von der Hautfarbe abhängen ob man anderen zuhört?
  12. „Ich kann in einen Musikladen gehen und die Musik meiner Rasse repräsentiert finden, in einen Supermarkt und die Hauptnahrungsmittel finden die zu meinen kulturellen Traditionen passen und in einen Friseursalon und dort jemanden finden der meine Haare schneiden kann.“ Zum Musikladen nur ein Wort: Rap! Zum Supermarkt und zum Friseursalon: Wer in einem Land in einer kleinen Minderheit ist und erwartet die eigenen kulturellen Eigenheiten überall genauso zu finden wie die der Mehrheit, der hält sich selbst wohl für ganz schön wichtig. ich wüsste allein in meiner Stadt sofort aus dem Kopf mehrere Adressen für afrikanische Frisuren, asiatisches Essen, etc.
  13. „Egal ob ich per Scheck, Kreditkarte oder bar bezahle, ich kann mich darauf verlassen, dass meine Hautfarbe keinen Einfluss darauf hat wie finanziell zuverlässig ich wirke.“ Erstens: Wer benutzt noch Schecks? Zweitens: Ok, die Hautfarbe sollte keine Rolle spielen. Aber tut sie es? Statistisch gesehen sind Angehörige von Minderheiten ärmer als die Mehrheitsbevölkerung, mit einigen Ausnahmen (zum Beispiel Asiaten). Der Rückschluss mag also ein Vorurteil sein, aber mit welchen Konsequenzen? Wenn ich jemanden als Kunde möchte, bleibt mir nur abzuwarten ob die Kreditkarte angenommen wird oder nicht. Wer sich mit Schecks bezahlen lässt ist selbst schuld.
  14. „Ich kann meine Kinder meistens von Leuten fern halten die sie vielleicht nicht mögen.“ Wenn wir diesen Satz unter dem rassistischen Licht betrachten suggeriert er also, dass Minderheitenkinder häufig nicht gemocht werden. Doch das wäre überhaupt irgendwie mal zu begründen und wenn es explizit gegen Weiße gemünzt ist, müsste begründet werden warum es nicht auch andersrum so ist.
  15. „Ich muss meinen Kindern nicht beibringen, dass sie sich für ihre tägliche physische Sicherheit systematischem Rassismus bewusst sein müssen.“ Wenn ich Kindern eintrichtere, dass ihnen überall Gefahr droht, werden sie auch überall Gefahr sehen. Die Abwesenheit tatsächlicher Schäden für die Kinder kann ich dann dadurch erklären, dass sie gut aufgepasst haben. Grundsätzlich ist das sowieso ein Zirkelschluss: Ein Beispiel für White Privilege ist, dass ich meine Kinder davor warnen muss.
  16. „Ich kann mir ziemlich sicher sein, dass die Lehrer und Arbeitgeber meiner Kinder sie tolerieren werden, wenn sie sich den Schul- und Arbeitsplatz normen anpassen; meine Hauptsorgen beziehen sich nicht auf die Einstellung anderer zu ihrer Rasse.“ Wer sich den Normen anpasst, egal welche Farbe, wird auch keine Probleme kriegen. Gegen die seltenen Ausnahmen gibt es Gesetze. Bestenfalls dient dieser Punkt dazu jede Konsequenz für ein Verhaltens- und Anpassungsproblem von Mitgliedern einer Minderheit mit Rassismus zu verteufeln.
  17. „Ich kann mit vollem Mund sprechen und niemand erklärt es mit meiner Hautfarbe.“ Was?
  18. „Ich kann fluchen, mir Second-Hand Kleidung anziehen, Briefe nicht beantworten, ohne dass Menschen diese Entscheidung auf die schlechte Moral, Armut oder Ungebildetheit meiner Rasse zurückführen.“ Fluchen und Briefe nicht beantworten ist unhöflich, das dürfen auch Weiße nicht. Wer zum Beispiel mit bestimmtem Dialekt spricht wird auch in einer Mehrheitsgesellschaft abgestempelt. Als Unterschicht oder White Trash und assoziierte Menschen haben dann die Folgen der Vorurteile zu spüren. Nicht zwingend Rassismus.
  19. „Ich kann öffentlich zu einer mächtigen männlichen Gruppe sprechen, ohne meine Rasse quasi auf den Prüfstand zu stellen.“ Warum ausgerechnet eine männliche Gruppe? Wer glaubt, dass er seine komplette Rasse in einer solchen Situation repräsentiert, dem unterstelle ich Narzismus.
  20. „Ich kann eine herausfordernde Situation gut meistern, ohne ein gutes Beispiel für meine Rasse genannt zu werden.“ Also das ist ein Erste-Welt-Problem wie aus dem Lehrbuch, aber ignorieren wir das mal. In der Tat würde ich diesem Argument zustimmen. Man muss nur mal ein Spiel der Nationalmannschaft sehen und schon wird bei jedem Migrationshintergrund nach dem Tor genau dies herausgestellt. Wir Weißen sind schon sehr privilegiert das nicht zu haben.
  21. „Ich werde nie darum gebeten für alle Menschen meiner Rasse zu sprechen.“ Nein, ich werde nur gebeten mich für alles was jemals Menschen meiner Rasse gemacht haben außerordentlich schuldig zu fühlen.
  22. „Ich kann völlig unwissend bezüglich der Kulturen und Sprachen von Menschen mit anderer Hautfarbe sein, auch wenn diese die Mehrheit der Weltbevölkerung ausmachen, und in meiner Kultur keine negativen Folgen davon spüren.“ Die Erde ist nicht eine große Uni oder ein Center for Research on Women. Die allermeisten Menschen auf der Welt, jeder Kultur, jeder Sprache, kennen sich nicht mit den anderen Kulturen der Welt aus. Sie haben besseres zu tun.
  23. „Ich kann unsere Regierung kritisieren und sagen wie sehr ich mich vor ihrer Politik fürchte, ohne als kultureller Außenseiter gesehen zu werden.“ Wer Angst vor der Regierung hat und nicht weiß ist, wird als kultureller Außenseiter gesehen… ähm ja. Ich lass das mal so stehen.
  24. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich, wenn ich den Manager verlange, jemanden mit meiner eigenen Hautfarbe sehen werde.“ Und wenn nicht?
  25. „Wenn mich ein Verkehrspolizist anhält, oder die Steuerbehörde mich überprüft, kann ich mir sicher sein, dass ich nicht wegen meiner Rasse ausgewählt wurde.“ Wenn man tatsächlich deswegen ausgewählt wird, ist das Rassismus, unbestritten. Aber wenn einem so etwas passiert, heißt es nicht, dass es aus rassistischen Gründen sein muss. Wer denkt wie die Autorin, wird sich aber immer deshalb verfolgt fühlen.
  26. „Ich kann einfach Poster, Postkarten, Bilderbücher, Grußkarten, Puppen, Spielzeug, und Kindermagazine kaufen, die Menschen meiner Rasse zeigen.“ Und wenn nicht? Wenn man das als etwas positives voraussetzt, dann darf man es eigentlich den Firmen nicht übel nehmen wenn sie für die deutliche Mehrheit produzieren, das ist wirtschaftlich. Ich bin mir sicher, dass es in mehrheitlich z.B. schwarzen Ländern anders aussieht.
  27. „Ich kann zu den Treffen der meisten Organisationen gehen in denen ich Mitglied bin und mich eingespannt eher als ausgeschlossen, fehl am Platz, ungehört, auf Abstand gehalten oder gefürchtet fühlen.“ Fühlen ist hier das Schlüsselwort. Man wird nicht ausgeschlossen, man fühlt sich ausgeschlossen. Komplett das Problem von dem der sich so fühlt.
  28. „Ich kann mir ziemlich sicher sein, dass ein Streit mit einem Kollegen einer anderen Rasse eher seine Fortschrittschancen als meine in Gefahr bringt.“ Nein kann ich nicht.
  29. „Ich kann mir ziemlich sicher sein, dass ich, wenn ich für die Beförderung eines angehörigen einer anderen Rasse argumentiere, oder für ein Programm dass sich auf seine Rasse konzentriert, wird das wahrscheinlich für mich keine schweren Nachteile haben, selbst wenn meine Kollegen mir nicht zustimmen.“ Ähm… nein ich kann mir über den Ausgang dieses sehr spezifischen Szenarios nicht sicher sein.
  30. „Wenn ich erkläre, dass es sich um rassische Angelegenheit handelt oder nicht, wird meine Rasse dieser Einschätzung mehr Gewicht verleihen als der Einschätzung einer Person mit anderer Hautfarbe.“ Das heißt, dass die Autorin wirklich glaubt, dass wenn eine Schwarze sagt, dass hier Rassismus vorliegt und ein Weißer sagt, dass das nicht der Fall ist, alle einfach nicken und nach Hause gehen.
  31. „Ich kann die Entwicklungen in der Minderheitenliteratur und dem Minderheitenaktivismus ignorieren, verächtlich machen, oder von ihnen lernen, aber in jedem Fall bin ich von negativen Konsequenzen dieser Entscheidungen geschützt.“ Nein, das trifft auf jeden zu, der kein Geisteswissenschaftler mit diesem Schwerpunkt ist. Außerdem würde ich gerne mal wissen wissen welche negativen Konsequenzen sich für Minderheiten daraus ergeben Minderheitenliteratur zu ignorieren. Hier merkt man die akademische Blase in der die Autorin lebt.
  32. „Meine Kultur macht mir wenig Angst davor die Perspektiven und Macht von Menschen anderer Rassen zu ignorieren.“ Siehe meine Antwort zu Nr. 22.
  33. „Man macht mich nicht direkt darauf aufmerksam, dass meine Körperform, Haltung oder Körpergeruch als durch meine Rasse bedingt gelten.“ Was? Wenn ich nur von Mitgliedern meiner Gruppe umgeben bin vielleicht. Aber wenn Weiße auf Nicht-Weiße treffen wird immer nur auf die anderen so hingewiesen?
  34. „Ich kann mich über Rassismus sorgen, ohne als selbstsüchtig zu wirken.“ Wer sich um das Wohlergehen der eigenen Gruppe sorgt, sorgt sich damit auch automatisch um das eigene. Aber Peggy McIntosh unterstelle ich den Eigennutz sehr wohl, auch wenn es gegen ihre Gruppe geht. Ihr Lehrstuhl will ja legitimiert bleiben.
  35. „Ich kann einen Job als Gleichstellungsbeauftragte/r kriegen, ohne dass meine Kollegen denken, dass ich den Job wegen meiner Rasse gekriegt habe.“ Bei einem Beruf der sich ganz explizit mit Rasse, Geschlecht, etc. befasst wird man solche Vorurteile nicht vermeiden können. Wieder mal Mimimi auf hohem Niveau.
  36. „Wenn mein Tag, meine Woche, mein Jahr schlecht läuft, muss ich mich nicht bei jeder negativen Episode fragen ob sie rassistische Untertöne hatte.“ Wer sich erst noch fragen muss, ob ihm Rassismus wiederfahren ist, dem ist kein Rassismus wiederfahren.
  37. „Ich kann mir ziemlich sicher sein, dass ich Leute finde die willens sind mit mir zu sprechen und mich zu weiteren beruflichen Schritten beraten.“ Ja, bekannterweise steht sowas nur Weißen zur Verfügung…
  38. „Ich kann über viele Optionen, gesellschaftlich, politisch, imaginär und beruflich nachdenken, ohne mich zu fragen ob eine Person meiner Rasse angenommen werden oder eine Erlaubnis erhalten würde.“ Gegen Diskriminierung bei der Einstellung oder der Genehmigung von Lizenzen, Erlaubnissen, Scheinen, etc. gibt es Gesetze. Angesichts der Tatsache, dass es Frauenquoten schon gibt und Minderheitenquoten gefordert werden, muss man sich die Frage als weißer Mann vielleicht bald wirklich stellen.
  39. „Ich kann zu spät zu einem Meeting kommen, ohne dass dies auf meine Rasse zurückgeführt wird.“ Und wenn man pünktlich kommt gilt man wahrscheinlich wieder als gutes Beispiel für seine Rasse und wird herausgestellt. Man kann nicht gewinnen. Wie wäre es damit nicht zu spät zu kommen?
  40. „Ich kann öffentliche Wohnräume beanspruchen, ohne die Angst, dass meine Rasse nicht reingelassen oder dort misshandelt wird.“ Und wieder „Angst“. Angst kann auch irrational sein. Würde man „die Angst“ aus dem Satz nehmen, wäre das eine berechtigte Sorge. Die Sorge darüber, dass man Angst hat ist nichtssagend, denn die kann völlig unbegründet sein. Das Problem liegt beim Ängstlichen.
  41. Ich kann sicher sein, dass, wenn ich rechtliche oder medizinische Hilfe benötige, meine Rasse nicht gegen mich arbeitet.“ Das kann niemand. Und soweit ich noch verstehen kann, dass man möglicherweise an einen Richter oder Anwalt mit rassistischen Ansichten gerät, wie wahrscheinlich ist es, dass einem medizinische Hilfe verweigert wird?
  42. „Ich kann meine Aktivitäten so arrangieren, dass ich mich niemals wegen meiner Rasse zurückgewiesen fühle.“ Ergo: Wenn ich mein Leben nicht ohne jede Form von Zurückweisung führen kann, bin ich unterdrückt.
  43. „Wenn ich als Anführer eine geringe Glaubwürdigkeit habe, dann kann ich mir sicher sein, dass meine Rasse nicht das Problem ist.“ Kann ich mir da wirklich immer sicher sein? Obama mochte ich nicht wegen seiner Politik, entgegengehalten wurde mir nur, dass ich Rassist sei. Also würde ich es so umformulieren: Ich habe nie die Ausrede, dass meine Unbeliebtheit nur Rassismus sei. White Privilege.
  44. „Ich kann einfach akademische Kurse und Institutionen finden, die nur meiner Rasse Aufmerksamkeit schenken.“ Ich wüsste nicht eine akademische Einrichtung, die nur einer Rasse Aufmerksamkeit schenkt. Ich wüsste einige Kurse, die explizit nur einer Rasse Aufmerksamkeit schenken, zum Beispiel wenn es um bestimmte Literatur geht.
  45. „Ich kann erwarten, dass bildliche Sprache und Bilder in jedweder Kunst den Erfahrungen meiner Rasse entspricht.“ Jedweder Kunst. Im Original „all of the arts“. Warum sollte jedwede Kunst den Erfahrungen meiner Rasse entsprechen? Es gibt einen gigantischen Kanon von Kunst aller Art, die Erfahrungen von Nicht-Weißen widerspiegelt. McIntosh’s Argument setzt erstens voraus, dass ein Weißer auch dort seine Bilder etc. findet und zweitens, dass es ungerecht sei, dass Nicht-Weiße ihre Bilder nicht in Kunst von Weißen finden. Wer denkt bitte so?
  46. „Ich kann Abdecker oder Pflaster in „Hautfarbe“ kaufen und sie mehr oder weniger zu meiner Haut passend finden.“ Ja wir nähern uns den richtig harten Problemen. Diese Produkte werden, wie alle, für einen entsprechenden Markt hergestellt. In einem mehrheitlich weißen Land lohnt es sich nicht große Kontingente andersfarbiger Pflaster oder Abdecker zu produzieren, es gibt sie allerdings in den meisten Läden. In anderen Ländern ist das anders. Was Leute wie Peggy McIntosh daran nicht verstehen bleibt mir ein Rätsel.
  47. „Ich kann alleine oder mit meinem Partner reisen ohne Peinlichkeiten oder Feindlichkeit von denen zu erwarten mit denen wir zu tun haben.“ Das hängt komplett davon ab wohin man verreist. Und wieso das ausgerechnet ein Beispiel für Rassismus sein muss bleibt mir schleierhaft.
  48. „Ich habe keine Schwierigkeiten eine Nachbarschaft zu finden in der die Leute meinen Haushalt für gut befinden.“ Denn ich als weißer Mann finde immer und überall nur Leute die mich toll finden…
  49. „Meine Kindern kriegen Texte und Unterrichtsstunden die implizit unsere Art Familie unterstützen und sie nicht gegen meine Wahl der Partnerschaft wenden.“ War das Thema nicht Rassismus?
  50. „Ich fühle mich in den meisten öffentlichen, institutionellen und gesellschaftlichen Bereichen der Gesellschaft willkommen und normal.“ Zum Schluss also noch ein letztes Mal. Bist du nicht willkommen oder fühlst du dich nicht willkommen? Ersteres ist Rassismus, zweitens ist dein Problem.

Langer Rede langer Sinn: White Privilege ist die Idee, dass auch jeder Weiße der nicht rassistisch ist, sogar jene die sich direkt gegen Rassismus engagieren, immer noch von einem rassistischen System profitieren. Hohe Priester/innen der intellektuellen Eliten wachen darüber und ergreifen immer mehr politischen Einfluss, Selbstbeweihräucherung und Geld, gerechtfertigt mit dem edlen Kampf für die gute Sache.
Die 50 Beispiele täglichen White Privileges, die an die Studenten hier verteilt wurden, nicht von irgendwelchen Leuten, sondern von Leuten mit Lehrauftrag, mit Autorität, sind gefährlich. Sie bringen den gläubigeren Lesern bei sich selbst zu hassen, die Fundamente ihrer Gesellschaft zu hassen, Böses dort zu sehen wo keines ist, machen den Zweifler zum Häretiker und Rassisten. Und was noch schlimmer ist, sie passen zwar zur Ideologie, nicht aber zur Realität. Wer also schon anfällig für diese politische Denkweise ist, in der eine Klasse, Rasse, Sexualität, etc. schuld an allem ist, dann aber auf eine Welt treffen in der dies nicht offensichtlich der Fall sein scheint und dann daraus schließt, dass es alles nur versteckt stattfindet, der rutscht gefährlich ab. Denn wem man Dinge glaubhaft machen kann, die der Realität offensichtlich widersprechen, den macht man sich gefügig.

Die wahren Rassisten sind die, die einerseits alle Schuld einer Ethnie zuweisen wollen und andererseits sich als die mütterlichen Beschützer ihrer geliebten Minderheiten aufspielen, als könnten diese ihre Probleme nicht selbst lösen. Alles um sich selbst als tugendhaft, rechtschaffend und vor allem eines Gehaltes und einer gewissen Autorität würdig zu zeigen. Dies passiert gerade an deutschen Universitäten. Nicht von irgendeinem Spinner im AStA oder einem Flugblattverteiler vor der Mensa, sondern von Professoren so vertreten. Vivat academia, vivant professores.

 

+++++++++++++++++++++++

Wenn Ihnen dieser Beitrag gefallen hat, dann teilen Sie ihn. Auf Facebook, Twitter, oder wo immer sie aktiv sind. Mit jedem Klick unterstützen Sie die Arbeit des Baumhaus des Westens. Wenn Sie weiter auf dem Laufenden bleiben wollen, dann abonnieren Sie uns auf:

https://www.facebook.com/baumhausdeswestens

https://twitter.com/BaumhausdesWest

Advertisements

LEHREN AUS DEM CHAOSJAHR 2016 – TEIL 3: Links sind alle Hemmschwellen gefallen!

Das Jahr 2016 wird in einer von zwei Varianten in die Geschichte eingehen, entweder als eine irre Laune der Geschichte, oder als das Jahr in dem sich alles begann zu verändern. So oder so, es wird in Erinnerung bleiben. Es ist das Jahr in dem die AfD kolossal in die Landtage von Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin eingezogen ist. Es ist das Jahr des Brexit-Votums. Es ist das Jahr von Donald Trump. Und auch wenn die Wahl von Norbert Hofer erst noch ansteht, ist es das Jahr in dem in Österreich die Grünen und die FPÖ die SPÖ und ÖVP auf die Zuschauerränge verwiesen haben. 2016 war soweit ein Jahr, von dem wir politisch viel lernen können. In Teil 3 beschäftigen wir uns mit der erschreckenden politischen Kultur die von Links in diesem Wahljahr zu sehen war.

 

Es gibt viele Probleme die man mit der Politik von links haben kann. Es kann um Sachfragen gehen, um die Dominanz linker Gesellschaftsvorstellungen in den Medien, um die Schlagseite der Presse, etc. Das ist alles normal, das gibt und gab es schon seit Generationen. 2016 haben wir jedoch etwas erlebt, dass zumindest in dieser Dimension, neu ist und das ist die aggressive Beanspruchung der Realität für sich. Eine bessere Formulierung fällt mir dafür nicht ein. Gemeint ist nicht nur der Anspruch in der politischen Gesamtdiskussion Recht zu haben, sondern der radikale, autoritäre und verständnislose Geist, der nicht einmal in der Lage ist zu begreifen, wie jemand anderer Meinung sein kann. Linke Politik, gerade bei den sogenannten Social Justice Warriors, die in Deutschland in den Gutmenschen ihr ähnlichstes Äquivalent haben, ist nun das Produkt einer jahrzehntelangen Konditionierung in der westlichen Welt geworden. Eine Konditionierung, die nun nicht nur eine Kulturrevolution darstellt, sondern auch damit begonnen hat ihre eigenen Kinder zu fressen.

Grundlage dieser Kulturrevolution ist dabei zwar eine heute inzwischen größtenteils verrentete Generation von Autoren, Journalisten, Professoren und Politikern, aber die aktuelle Eskalationsstufe kommt nicht von den altgedienten Kommunisten, sondern von Menschen die, wenn überhaupt, den Kommunismus nur nebenbei predigen, lieber aber von der Gerechtigkeit der Gesellschaft als Ganzes schwärmen. Feministinnen der dritten Generation, Bahnhofsklatscher, Antifa und Antinationale, die Grünen und in Übersee Gruppen wie Black Lives Matter. Was ihnen allen gemein ist, ist der Glaube (nahezu) unumstößliche Mechanismen und Gesetze innerhalb der Gesellschaft entdeckt zu haben, in denen nicht das Individuum eine Rolle spielt, sondern Strukturen und Kollektive. Nach Geschlecht, Alter, Rasse, Sexueller Orientierung, Bildung etc. teilen sie die Gesellschaft ein und weisen den einzelnen Abstufungen Werte auf einer Skala der Unterdrückung zu. Ein Mann ist weniger unterdrückt als eine Frau, ein Weißer mehr als ein Schwarzer, aber ist eine weiße Frau nun unterdrückter als ein schwarzer Mann? Das sind die akademischen Diskussionen innerhalb dieser politischen Klasse. Dass es zum Beispiel ein Homosexueller in Deutschland noch heute, auch wenn er keine staatlichen Repressionen mehr zu fürchten hat, vielleicht immer noch ein schwereres Leben hat als ein Heterosexueller ist ja soweit noch relativ unumstritten, doch wer sich aktiv bemüht sich im Alltag von Vorurteilen zu befreien, ja selbst gar kein Problem mit Homosexuellen hat, der müsste ja eigentlich von den Linken bejubelt werden, oder?
Falsch! Wie dieses in freier Wildbahn lebende Exemplar eines Social Justice Warriors so freundlich erklärt, sind alle Weißen Rassisten, alle Heterosexuellen homophob, alle Männer Sexisten und und und. Um in unserer heutigen Welt, in der auf gesetzlicher, persönlicher und institutioneller Ebene Gleichberechtigung zum Fetisch erhoben wurde, die noch bestehenden Unterschiede zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen zu erklären, kann man nämlich nur zwei halbwegs sinnvolle Antworten finden: Entweder der Mensch ist seines Glückes Schmied, ein Individuum und es gibt keinen vernünftigen Grund warum Männer und Frauen, Weiße und Schwarze, etc. statistisch gesehen genau gleich Ergebnisse haben sollten. Oder das Individuum ist nicht seines Glückes Schmied, sondern gefangen in den mehr oder weniger starren Strukturen der Gesellschaft und jede quantifizierbare oder gefühlte Ungleichheit zwischen Gruppe A und Gruppe B ist ein Beweis für Unterdrückung der jeweils benachteiligten Gruppe durch die andere. Die politische Linke, die sogenannten progressiven Kräfte, haben sich für Erklärung 2 entschieden. Die heute in den Kultur- und Gesellschaftswissenschaften dominanten strukturalistischen Ansätze haben ihre Vorherrschaft noch den wahrhaften Marxisten in den Professorstalaren zu verdanken, die auf Grund ihrer Prägung nicht individualistisch denken konnten, doch die sind meist weg. Ihre geistigen Kinder haben den Ansatz unkritisch übernommen und ihre Schlüsse daraus gezogen.

Wenn wir uns die Gesellschaft und das Rechtssystem anschauen, dann fehlt jede tatsächliche, institutionelle Erklärung dafür warum es noch Rassismus, Sexismus etc. in einem solchen Ausmaße geben kann, wie es von Links postuliert wird. Es heißt Frauen verdienen so viel weniger als Männer weil die Gesellschaft sexistisch ist, aber es gibt ein Gesetz das die ungleiche Bezahlung verbietet. Es heißt in den USA würde eine von fünf Frauen an Universitäten vergewaltigt, eine Zahl wie im Kongo, die sich in keiner einzigen Statistik auch nur ansatzweise finden lässt. Es heißt, dass Flüchtlinge nur kriminell werden weil wir ihnen nicht mit aller Kraft helfen, während das Land unter den Kosten ächzt.
Wie erklärt sich also der strukturell denkende Linke diese Diskrepanz zwischen eigenem Narrativ und der Wirklichkeit? Es muss noch Rassismus und ähnliche Phänomene geben, aber eben nicht mehr wirklich nachweisbar. Wie ein Homöopath der einem versichert, dass die „Medikamente“ funktionieren, es ist nur nicht ganz klar wie, so erklärt die progressive Gedankenwelt, dass Weiße ein höheres Einkommen und geringere Kriminalität haben, weil sie rassistisch sind und Schwarze unterdrücken, unterbewusst und ohne wirklich etwas dagegen tun zu können. Wer darauf antwortet, dass er nicht rassistisch sei, der kriegt zu hören wie „check your privilege“. Er ist ein solcher Höhlenmensch von gestern, dass er nicht mal weiß wie rassistisch er ist, das macht ihn nur noch schlimmer. Das ist die Aussage die dahinter steckt. Ein schönes Beispiel ist ein Mann dem das Internet den schönen Spitznamen Aids-Skrillex, wegen seines Aussehens, gegeben hat. In einem Video diskutiert er mit einem Trump-Wähler und erklärt diesem, dass er keine Meinung zum Schicksal von Minderheiten haben darf, weil er nicht weiß wie es ist unterdrückt zu sein. Der Trump-Wähler fragt ihn warum das? Seine Antwort ist: „You’re a fucking white male!“ Du bist ein verdammter weißer Mann. Diskussion beendet. Die Vehemenz mit der er dieses Argument vorträgt, die Entgeisterung mit der er der Frage allein begegnet, findet sich so auch an vielen anderen Stellen. Es ist die Reaktion die ein Physiker darauf hat, wenn man sagt, dass Gravitation nur eine Verschwörung sei. Die Reaktion eines Evolutionsbiologen auf einen Kreationisten. Da sie ja auf der guten Seite sind und diese unbestreitbar, ja unwiderlegbar gut ist, und sie ja doch öffentlich immer und immer wieder das gute Wort predigen, muss ja jeder der immer noch nicht ihrer eigenen Meinung ist bösartig sein. Nicht dumm, nicht uninformiert, nicht langsam, bösartig.

Es ist diese zugleich wissenschaftliche Sicherheit und religiöse Begeisterung, die dem Verhalten der Linken heutzutage zu Grunde liegt. Das äußert sich nicht nur in den für sich genommen eher belustigenden Youtube-Videos im Artikel, sondern auch in den Reaktionen auf die großen politischen Ereignisse des Jahres. Ein völlig entgeistertes Unverständnis war die Reaktion auf alle AfD-Erfolge des Jahres. Jedes Mal gab es nur einen Lösungsansatz: Wir müssen die AfD-Wähler zurück holen. Zurück holen, nicht auf sie zu gehen, nicht ihnen zuhören, sie zurück holen. Die Idee, dass auch nur ansatzweise etwas an ihren Thesen dran sein könnte ist an sich schon Häresie, haben diese Rechtspopulisten doch den Boden der unbestreitbaren Wahrheit verlassen. Sie sagen 2+2 ist 4, dabei ist es doch 5. Sie sind so gefangen in ihrer Weltanschauung, dass ihre Handlungen selbst dann noch falsch wären, wenn sie Recht hätten. Sie kämpfen gegen Rassismus in dem Black Lives Matter den Tod weißer Polizisten fordert. Sie kämpfen gegen Faschismus in dem sie gegen eine demokratische Wahl demonstrieren. Sie kämpfen für Toleranz in dem sie die weltweit intoleranteste Religion etablieren. Sie kämpfen auf Seiten der undemokratischen EU gegen den Faschismus. Sie zerstören als Politiker, Journalisten und Straßenkämpfer das Land, damit es bloß nicht von einem eingebildeten Feind kaputt gemacht wird.
Lächerlich erscheinende Tumblr-Feministen und Youtube-Gutmenschen mögen harmlos klingen. Doch sie sind Lehrer, Politiker, Journalisten, Meinungsmacher. Von heute und von morgen.

 

Teil 1: It’s not the Economy, Stupid!

Teil 2: Der ungezogene Widerstand gewinnt Wahlen

 

+++++++++++++++++++++++

Wenn Ihnen dieser Beitrag gefallen hat, dann teilen Sie ihn. Auf Facebook, Twitter, oder wo immer sie aktiv sind. Mit jedem Klick unterstützen Sie die Arbeit des Baumhaus des Westens. Wenn Sie weiter auf dem Laufenden bleiben wollen, dann abonnieren Sie uns auf:

https://www.facebook.com/baumhausdeswestens

https://twitter.com/BaumhausdesWest

LEHREN AUS DEM CHAOSJAHR 2016 – TEIL 2: Der ungezogene Widerstand gewinnt Wahlen!

Das Jahr 2016 wird in einer von zwei Varianten in die Geschichte eingehen, entweder als eine irre Laune der Geschichte, oder als das Jahr in dem sich alles begann zu verändern. So oder so, es wird in Erinnerung bleiben. Es ist das Jahr in dem die AfD kolossal in die Landtage von Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin eingezogen ist. Es ist das Jahr des Brexit-Votums. Es ist das Jahr von Donald Trump. Und auch wenn die Wahl von Norbert Hofer erst noch ansteht, ist es das Jahr in dem in Österreich die Grünen und die FPÖ die SPÖ und ÖVP auf die Zuschauerränge verwiesen haben. 2016 war soweit ein Jahr, von dem wir politisch viel lernen können. In Teil 2 geht es um die unwahrscheinlichen Wahlhelfer des Rechtspopulismus, die Trolle des ungezogenen Widerstandes.

 

Es gibt ordentliche Reaktionen auf Politik die einem nicht gefällt. Man kann wählen gehen, vor Gericht ziehen, Petitionen starten, Kampagnen starten, etc. All diese Wege des politischen Widerstands, auch wenn wir sie meistens nicht so nennen, befinden sich in geordneten Bahnen. Für Wahlen gibt es Termine und Zettel, für die Gerichte gibt es Verfahrensregeln, für Petitionen gibt es Ausschüsse und Internetseiten und Kampagnen haben gesetzliche Rahmen. Das heißt auch, dass diese Wege des Widerstandes erwartet werden und all jene die ein großes Interesse daran haben deren Erfolg zu verhindern, ganz genau wissen wo die Engpässe sind, was man tun kann und muss um diese zu neutralisieren. Es hat einen Grund warum viele den Eindruck haben, dass Wahlen nichts bringen, Petitionen nie Effekt haben, usw. Der Grund ist eben genau die Tatsache, dass der rationale, geordnete Widerstand für sich genommen zwar durchaus einzelne Angelegenheiten für sich entscheiden kann, aber nie die Fundamente berühren wird. Die Abwehrmechanismen sind schon lange da, bevor man auch nur daran denkt wie man an ihnen vorbei kommt.

Die Vorwahlen für die Kandidatur der Republikaner haben wiederum ein absolut perfektes Beispiel für ungezogenen Widerstand geliefert. Als Donald Trumps einziger ernstzunehmender Konkurrent Ted Cruz noch im Rennen war, wollten Trump-Unterstützer ihn natürlich in irgendeiner Form schlecht machen. Also was taten sie? Sie griffen nicht seine Politik an, nicht sein Privatleben, nicht seine Worte, nein sie verbreiteten ein Meme, nach dem Ted Cruz der Zodiac-Killer sei. In Windeseile war dieser Running Gag überall zu finden und wurde von jedermann wo immer möglich untergebracht. Zur Information: Der Zodiac Killer war maßgeblich von 1968-1969 aktiv, Ted Cruz wurde 1970 geboren. Der Vorwurf war so absurd, dass man eigentlich davon ausgehen müsste, dass es neben einem kleinen Schmunzeln keinerlei Effekt haben würde. Doch es war anders. Der Zodiac-Killer blieb hängen, nicht als tatsächlicher Vorwurf, aber Ted Cruz war auf einmal der Typ, über den alle den Zodiac-Killer-Witz machten. Und was hätte er auch dagegen machen können, es gab keine Musterantwort, wie für sämtliche Angriffe auf seine Politik. Hätte er sich wirklich vor die Kameras stellen sollen und sagen „Ich bin nicht der Zodiac-Killer“, wie damals Christine O’Donnel in ihrem Wahlkampf für den US-Senat, die nach Vorwürfen öffentlich bekräftigte keine Hexe zu sein. Gleichzeitig hätte mitlachen den nicht unbedeutenden Teil der Offline-Wähler, die überhaupt nichts von dem Witz mitgekriegt hatten, sicherlich verstört. Ted Cruz war gefangen.

Ähnlich hart traf Hillary Clinton der Einsatz der Memes der Alt-Right und der professionellen Trolle im Trump-Lager. Das Erfolgsrezept kam dabei sogar von Donald Trump persönlich: „Don’t back down, double down!“, also „Nicht nachgeben, nachlegen!“. Als es hieß, dass Trump wie Hitler sei antwortete die Alt-Right mit „Wenn’s nur so wäre“. Als man Trump Faschismus vorwarf, wurde Trump zum „God Emperor of Mankind“ erklärt. Pepe the Frog Memes tauchten auf einmal im Internet als pro-Trump Memes auf. Was als Spielereien von ein paar Spinnern auf 4chan abgetan werden könnte, bekam so viel Aufmerksamkeit im Internet, auch im Mainstream, dass Hillary Clinton gezwungen war eine Rede dazu zu halten. In dieser nannte sie den grünen Cartoonfrosch ein Hasssymbol, verlas Schlagzeilen des Profi-Trolls Milo Yiannopoulos und erklärte das alles zu einer nationalistischen, rassistischen Verschwörung angeführt von Wladimir Putin. Wer nicht sowieso schon zu den unbelehrbaren Clinton-Anhängern gehörte, der fand diesen Auftritt, diese Reaktion und diese Verschwörungstheorie mindestens bizarr. Aber wie sollte man auch in irgendeiner Form angemessen darauf reagieren, dass man mit merkwürdig gezeichneten grünen Fröschen konfrontiert war?

Doch waren die Trolle wirklich so entscheidend? Waren sie nicht nur ein Randphänomen dieser verrückten Wahl? Sie waren ganz entscheidend, denn dank der sozialen Medien stellen sie nun eine Waffe dar, deren Reichweite nahezu unbegrenzt ist. Und ihre Schlagkraft basiert auf vier Dingen:
Erstens schaffen sie ein Gruppengefühl bei den „Ungezogenen“. Sie haben ihre eigene Symbolsprache, die erst einmal nur sie verstehen und sie haben Spaß daran wie die Außenwelt diese versucht zu entziffern und daran immer knapp vorbeischrammt.Wenn die Memes dann auch nur eine Sekunde in der weiteren Öffentlichkeit stehen, dann fühlen sie sich mächtig, sind motiviert mehr zu machen. Eine Kettenreaktion findet statt, dezentral und unorganisiert.
Und da haben wir die zweite Stärke. Durch die Dezentralisierung mögen zwar einzelne Personen oder Plattformen identifizierbar und angreifbar sein, nie aber die Gesamtheit. Das trifft zwar auf alle Online-Bewegungen zu, da es sich hier aber um eine Bewegung von rechts handelt und ganz bewusst gesellschaftliche und teilweise auch rechtliche Tabus gebrochen werden, macht diese Anonymität alles erst möglich.
Der Tabubruch ist die dritte Stärke. Die politische Linke überall auf der Welt hat das 20. Jahrhundert mit dem Aufbau ihrer eigenen Kulturdominanz. Seit den 90er Jahren nutzen sie diese als Waffe, in Form der politischen Korrektheit. Das mag eine mächtige Waffe sein, aber dieses Jahr hat gezeigt, dass man sich zu sehr auf sie verlässt. Bis vor kurzem hat jeder der als Rassist, Sexist etc. beschimpft wurde sich sofort entschuldigt. Auch die alteingesessenen Politiker in Europa und Amerika haben dies immer getan. In dem Moment in dem sich eine Person wie Trump oder eine Bewegung wie die Alt-Right weigert dies zu tun, werden sie kugelsicher. Die Strategie gegen sie kann nicht aus der Schublade gezogen werden und das Ergebnis sind chaotische Blamagen wie Clintons Rede.
Die vierte Stärke ist Humor. Trollaktionen sind lustig, egal von welcher Seite. Da aber, zumindest zur Zeit, die Linke für deutlich mehr Autorität steht als die Rechte, ist sie anfälliger für Humor. Niemand über den man lacht, kann Autorität über einen haben, zumindest nicht so lange er einem nicht tatsächlich eine Waffe auf die Brust setzt. Und Autorität, Kontrolle, etc. ist niemals so witzig wie sich gegen sie zu wenden.

Noch ist diese Art Troll, dieser ungezogene Widerstand ist zur Zeit noch ein vor allem amerikanisches Phänomen, doch auch Europa lernt. Bereits jetzt gefallen sich zum Beispiel die Online-Präsenzen der Jungen Alternativ darin Tabus zu brechen, ohne sich jemals dafür zu entschuldigen. Auch hier wird diese Art Wahlkampf eine immer wichtigere Rolle spielen, denn er ist für den klassischen Wahlkampf was der Partisanenkrieg im Hinterland für die geordnete Front ist. Ständig muss der politische Gegner sein Augenmerk kurz abwenden, verliert den Fokus, muss sich mit dem völlig Unbekannten, Irrationalen und Unerwarteten auseinandersetzen. Alles nur weil ungezogene Trolle im Internet jeglichen Respekt für Konventionen verloren haben.

Teil 1: It’s not the Economy, Stupid!

Teil 3: Links sind alle Hemmschwellen gefallen

 

+++++++++++++++++++++++

Wenn Ihnen dieser Beitrag gefallen hat, dann teilen Sie ihn. Auf Facebook, Twitter, oder wo immer sie aktiv sind. Mit jedem Klick unterstützen Sie die Arbeit des Baumhaus des Westens. Wenn Sie weiter auf dem Laufenden bleiben wollen, dann abonnieren Sie uns auf:

https://www.facebook.com/baumhausdeswestens

https://twitter.com/BaumhausdesWest

Lehren aus dem Chaosjahr 2016 – Teil 1: It’s NOT the economy, stupid!

Das Jahr 2016 wird in einer von zwei Varianten in die Geschichte eingehen, entweder als eine irre Laune der Geschichte, oder als das Jahr in dem sich alles begann zu verändern. So oder so, es wird in Erinnerung bleiben. Es ist das Jahr in dem die AfD kolossal in die Landtage von Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin eingezogen ist. Es ist das Jahr des Brexit-Votums. Es ist das Jahr von Donald Trump. Und auch wenn die Wahl von Donald Trump und Norbert Hofer erst noch ansteht, ist es das Jahr in dem in Österreich die Grünen und die FPÖ die SPÖ und ÖVP auf die Zuschauerränge verwiesen haben. 2016 war soweit ein Jahr, von dem wir politisch viel lernen können. In Teil 1 lernen wir, dass die Wirtschaft zwar in vielen Wählerschichten nicht mehr die bedeutendste Rolle  spielt, die herrschenden Klassen und die Libertären aber genau das übersehen haben.

Aus meiner Zeit in der Jungen Union und in der CDU habe ich unter meinen Facebook-Freunden noch zahlreiche Karteileichen, darunter einige inzwischen recht wichtige Amtsträger. Einige haben mich inzwischen gelöscht, ich niemanden, denn ich habe gerne diese zusätzliche Perspektive in meinen Neuigkeiten. Besonders hart merkte ich den Unterschied in diesem Jahr bei der Entscheidung zum Brexit. Nicht nur wurde vor diesem mehr als nur dramatisch gewarnt, sondern jede noch so kleine Nachricht über einen noch so kleinen Sack Reis der irgendwo auf der Insel umgefallen war wurde genüsslich breitgetreten, darunter einige glatte Lügen. Interessant ist, dass es dabei immer nur um ein einziges Thema ging: Wirtschaft. Immer wieder sagte man den Briten, dass es ihnen innerhalb der EU doch so viel besser gehen würde, es wurde vorgerechnet was es den Durchschnittshaushalt kosten würde auszutreten, die Vorzüge des gemeinsamen Marktes wurden aufgezeigt, und und und.
Dem Brexit-Lager wiederum ging es um die Souveränität Großbritanniens, den Europäischen Gerichtshof, Einwanderung und arrogante Eliten. Und gleichzeitig auch um die Wirtschaft. Sie erkannten sogar an, dass es möglicherweise negative wirtschaftliche Folgen haben könnte wenn man die EU verlässt, aber erstens sei das nicht sicher, zweitens habe man auch ganz andere Chancen, und drittens sei es die Souveränität Großbritanniens und der Schutz der Kultur durchaus wert ein wenig Geld zu verlieren. Und das Ergebnis war der Brexit.

Es ist in den USA nicht viel anders. Die Wirtschaftsprogramme von Hillary Clinton und Donald Trump sind nicht gerade ideal und beide werden von Ökonomen kritisiert. Die Tatsache, dass es das Wahlvolk nicht groß zu interessieren scheint ob Freihandel, auch wenn er einzelne Jobs kostet, der Wirtschaft insgesamt nützt, wird gerade von libertärer Seite hart kritisiert. Wie kann der Wähler nur so dumm sein und vor allem wie können so viele Libertäre auf einmal auf der Seite von Donald Trump stehen, selbst Radikale wie Stefan Molyneux? Die Antwort hierauf ist in der Kurzform „Identität“. In der langen Form hat sie zwei Aspekte:
Erstens ignorieren gerade ökonomisch sehr rational denkende Libertäre häufig die Tatsache, dass hinter einem bestimmten Beruf mehr steckt als nur ein Einkommen für Arbeit. Einige Gebiete in den USA, gerade zum Beispiel die großen Industriestandorte wie Flint oder Detroit in Michigan, haben eine, für amerikanische Verhältnisse, fast schon ewige Arbeitertradition. Wenn vom Urgroßvater bis zum Vater alle in der Familie bei General Motors Autos gebaut haben, dabei genug Geld verdient haben, dass die Frau zu Hause bleiben konnte und das ansehnliche Haus im Vorort pflegte, dann setzt das eine Identität in die Familie. Wenn man dann selbst, weil die Fabrik inzwischen zu 90% aus Robotern besteht und viel ins Ausland ausgelagert wurde, drei Jobs im Dienstleistungssektor knapp überm Mindestlohn machen muss um sich über Wasser zu halten, vielleicht das Familienhaus verkaufen muss um in eine Wohnung in der Innenstadt zu ziehen, dann ist das nicht nur einfach der Wechsel von einem Beruf zum anderen. Es ist der Verlust der familiären Identität, unfreiwillig. Man kann diesem Mann so viel erzählen wie man will über die Vorzüge von Freihandelsabkommen, oder dass die Billigkonkurrenz aus China uns am Ende doch alle reicher macht. Wenn er einfach nur einen Job verloren hätte, dann könnte das funktionieren, dann könnte er optimistisch in die Zukunft schauen und denken, dass sich auf Dauer die Wirtschaft verbessern wird und er wieder bessere Jobs kriegt. Aber so frei der Freihandel auch sein mag, es ist unwahrscheinlich bis unmöglich, dass er zu seinen Lebzeiten bei General Motors arbeiten wird. Was er aber machen kann, das ist abzustimmen für jemanden der verspricht die japanische Billigkonkurrenz und im Ausland gefertigte US-Marken so hoch zu bezollen, dass der attraktive US-Markt nur noch sinnvoll zu bedienen ist, indem man in den USA produziert, auch wenn das teuer ist. Hier wird nicht nur Geld, sondern vor allem Identität gewählt.
Der zweite Aspekt der Identität betrifft die Freiheit. Die amerikanische Kultur hatte ungefähr 200 Jahre lang einen automatischen Selektionsmechanismus für Freiheit. Jeder der die ungeheuren Strapazen und Kosten auf sich nahm in die USA zu kommen, der floh meistens wegen der Freiheit und schätzte sie, oder er besaß den Pioniergeist, der ihn über den Atlantik trieb und Einmischung in seine Träume verachtete. Dies hat sich spätestens seit der Mitte des 20. Jahrhunderts geändert. Nicht nur stellt die Reise nach Amerika kein großes Risiko mehr da, der auch dort existente Wohlfahrtsstaat sorgt dafür, dass nun auch die kommen, die einen eher sozialistischeren Geist haben und kein Problem damit haben wenn entweder sie sich vom Staat aushalten lassen, oder andere es tun. Generation für Generation verliert ein ums andere Mal ein wenig Elan für die Freiheit. Mehr Einschränkungen der Meinungsfreiheit, mehr Waffengesetze, mehr Staat, mehr Krieg, mehr Bespitzelung, es wird immer mehr akzeptiert, weil Amerika kein Land mehr ist, in dem die Verteidigung der Freiheit eine Voraussetzung für persönlichen Erfolg ist. Und diese Identität, dieses Selbstverständnis, wird durch Einwanderung stark verändert. Studie um Studie belegt, dass die Neuankömmlinge, wenig überraschend, die Kultur ihrer Heimat mitbringen und seit einigen Jahrzehnten keinen Anreiz mehr haben die ihres Gastlandes zu übernehmen. Das Ergebnis schlägt sich auch in Wahlen, tendenziell für die Demokraten, nieder. Forciert wird dies inzwischen ganz bewusst, so hat die Regierung Obama zum Beispiel syrische Flüchtlinge ausschließlich in Gemeinden und Kreisen untergebracht, die bisher stabile Mehrheiten für die Republikaner liefern. Da Obama schon zahlreiche Amnestien und Staatsbürgerschaften für illegale und legale Einwanderer verliehen hat, und damit das Wahlrecht, haben wir es hier mit demographischem Wahlkampf zu tun.

Und hier, im letzten Satz, zeigt sich der Grund warum so viele Libertäre und staatsskeptische Konservative auf einmal auch denen hinterherlaufen, die keine dezidierten Libertären sind, wie Trump, der AfD, oder UKIP. Identität, so könne man ja meinen, wäre kein libertäres Problem an sich, denn die sollte ja nicht befohlen werden und da stimme ich zu. Aber die Situation ist anders. Den Wohlfahrtsstaat auch deswegen abzuschaffen, weil das zu weniger Armutsmigration führt, das war schon länger ein Argument, aber eher ein langfristiger Ansatz. Nun, wo diese Völkerwanderung im Gange ist, ausgelöst durch staatliche Kriege, gefördert durch staatliche Anreize und ohne jegliche Intervention auf expliziten Wunsch der Regierungen, ist eine langfristige Lösung lächerlich. Jetzt macht es Sinn denen, die einen Wohlfahrtsstaat unterstützen, zu zeigen was er auslösen kann, aber es ist absolut utopisch ihn so schnell abzuschaffen, dass es noch möglich ist den demographischen Wahlkampf so vieler Regierungen zu unterbinden. Es ist schon so hart genug Europäer und Amerikaner, die zumindest in einer Tradition von Freiheit und Kapitalismus, wenn auch nicht immer in einer solchen Realität, leben, von libertären Werten zu überzeugen. Wie wird es dann erst die zu überzeugen, bei denen Religion, Tradition, Anreize und Kultur diesen Idealen komplett entgegen stehen.

It’s not the economy, stupid! Wer sich am Kopf kratzt und fragt wie man als freiheitsliebender Mensch nur so dumm sein kann für eine Partei mit Mindestlohn im Programm zu sein, oder eine Mauer an der Grenze zu bauen, oder aus einem gemeinsamen Markt auszutreten, der hat nichts verstanden. Den Wählern ist es durchaus bewusst, ihnen ist nur zum ersten Mal seit dem Kalten Krieg anderes wichtiger. Wer den Libertarismus über das Chaos-Jahr 2016 retten will, der muss wissen wie man diese Sorgen und Nöte mit libertärer Politik ansprechen kann.

Teil 2: Der irrationale Widerstand 

Teil 3: Links sind alle Hemmschwellen gefallen

+++++++++++++++++++++++

Wenn Ihnen dieser Beitrag gefallen hat, dann teilen Sie ihn. Auf Facebook, Twitter, oder wo immer sie aktiv sind. Mit jedem Klick unterstützen Sie die Arbeit des Baumhaus des Westens. Wenn Sie weiter auf dem Laufenden bleiben wollen, dann abonnieren Sie uns auf:

https://www.facebook.com/baumhausdeswestens

https://twitter.com/BaumhausdesWest