Teilen und Herrschen – Warum man Ghostbusters nicht kritisieren darf

Vielleicht haben Sie es schon mitgekriegt: Es gibt einen neuen Ghostbusters-Film. Mitte des Jahres kommt er raus und der erste richtige Trailer ist gerade auf Youtube erschienen. Wenn Sie, wie ich, die alten Filme lieben, dann werden Sie wahrscheinlich gerade ziemlich begeistert sein. Das kann man sich aber leider sparen, denn der Trailer verrät vor allem dies: Es ist ein stumpfes Remake, mit abgestandenen Effekten, platten Charakteren, dem ganzen Plot im Trailer und enorm gezwungenem Humor. Dennoch wird der Film über alle Maßen hochgejubelt, ein Meilenstein sei er, ja Kritikern des Films werden gar niedere Motive unterstellt. Was ist da los in der Filmwelt, wie entsteht eine solche Diskrepanz zwischen professionellen Kritikern und den Bewertungen der einfachen Zuschauer?

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Nun, es gibt doch einen Grund dafür, dass man den neuen Ghostbusters-Film nicht kritisieren darf. Diesmal sind die 4 Helden nämlich Frauen und das war auch im Vorfeld des Trailers nicht zu übersehen. Gerade die englischssprachige Welt hat sich gegenseitig versucht darin zu überbieten den Film als die große feministische Offenbarung der Kinogeschichte zu feiern. Frauen, so heißt es allerorts in den großen und hauptsächlich linken Publikationen, seien im Bereich Comedy immer noch benachteiligt, weswegen diese rein weibliche Komödie eben so wichtig für Gleichberechtigung… bla bla bla. Das Problem daran ist nur, dass es nicht stimmt.

Frauen sind in Sachen Comedy nicht benachteiligt, sie sind unterrepräsentiert. Das eine ist eine systematische Form der Unterdrückung, das andere ist eine statistische Auffälligkeit. Aus letzterem leitet sich nicht ersteres ab. Jeder weiß, dass es urkomische Frauen gibt, zum Beispiel Anke Engelke, Sarah Silverman oder Martina Hill, aber jeder der es ehrlich betrachtet weiß auch, dass die Durchschnittsfrau nicht so witzig ist wie der Durchschnittsmann. Tut mir Leid, aber das ist so. Woran es genau liegt, daran sind schon viele Forscher gescheitert, meine persönliche Theorie ist es, dass Frauen weniger bereit sind sich öffentlich total lächerlich zu machen als Männer. Umso schöner ist es ja, wenn man dann gute Komikerinnen sieht, eine willkommene Abwechslung. Aber die Tatsache, dass die Komikerwelt sich nicht grob in zwei gleich große Geschlechterlager aufteilt ist genauso wenig Unterdrückung, wie die Unterrepräsentation der Asiaten im amerikanischen Basketball. Ironischerweise beweist das sogar der Film selbst, denn vor allem mit Kristen Wiig und Melissa McCarthy, aber auch mit ihren Co-Stars Kate McKinnon und Leslie, werden zum x-ten Mal die selben „witzigen“ Frauen vor die Kamera geschleift, von denen drei auch noch die üblichen Frauenrollen bei Saturday Night Live spielen.

Doch um den Film, wie um seine Protagonisten wurde sehr schnell ein schützender Kokon gespannt, der des Feminismus und des Sexismus. Durch sofortige Erklärung des Films zum feministischen Weltkulturerbe und der Verlegung des Fokusses weg vom Film rein auf die Geschlechtsteile der Hauptdarsteller, ist er unkritisierbar geworden, zumindest für alle, die auf ihr öffentliches Profil achten wollen. Denn wer ihn jetzt auch in der sächlichsten Art und Weise kritisieren will, der ist Sexist und das ist keine Übertreibung, es passiert bereits. Dabei stört es nicht, dass Kritik auf sachlicher, detaillierter Ebene angeführt wird, denn das ist nur klug versteckter Sexismus, auf den fallen kluge Feministinnen nicht rein.

Es ist das seit den 90ern erprobte und erfolgreiche System der politisch-korrekten Sprechverbote und Identitätskriege, denen genau ein Prinzip zu Grunde liegt: Teile und herrsche! Mit ihnen wird die Individualität von einzelnen Fällen und von einzelnen Menschen schlichtweg negiert. Es wird nicht der Film an sich betrachtet, sondern „Filme in denen Frauen die Hauptrolle spielen“. Dementsprechend wird jede Kritik am Einzelfall zur Kritik am Kollektiv, bzw. des erzwungenen übergreifenden Gedankens. Damit wird sie leicht verwerfbar, handelt es sich doch bestenfalls um als salchliche Kritik getarnter Sexismus/Rassismus/Homophobie etc.

Warum das Ganze? Nun das „herrsche“ in „teile und herrsche“ ist recht wichtig. Wer sich eine Deutungshoheit über eine Gruppe bewahren oder erkämpfen will, der muss ihr ein Unterscheidungsmerkmal geben und sie von Widerspruch isolieren. Genau dazu dient die politische Korrektheit. Einerseits schafft sie ein immer weiter fragmentiertes Identitätsgefühl (Frau -> schwarze Frau -> schwarze lesbische Frau), durch das die Zielgruppe immer enger definiert, angebliche und echte Probleme zielgenauer ausgenutzt und das Gefühl der Besonderheit verstärkt werden können. Andererseits werden ad-hominem-Attacken plötzlich sinnvolle Strategien. Hat man eine, idealerweise recht kleine Gruppe geschaffen und mit einem Identitätsgefühl ausgestattet, kann man eine oder mehrere Gruppen außerhalb (zum Beispiel weiße, heterosexuelle Männer) als die angeblichen Unterdrücker ausmachen und somit jede Kritik am politisch korrekten Schwachsinn, durch Verweis auf die falsche Gruppenzugehörigkeit, abschmettern.

Ein weiterer strategischer Vorteil dieser Spalter ist die Rangfolge der benachteiligten Gruppen. Zum Beispiel sind Frauen von Männern unterdrückt, also ist männliche Kritik an allem weiblichen Sexismus, umgekehrt aber nur das Aufbegehren gegen Unterdrückung. Schwarze werden von Weißen unterdrückt, womit jegliche Kritik abgeschmettert wird. Wer dieses Spiel beherrscht, dem Winken Macht und Geld. Man kriegt seinen lächerlich schlechten Film in die Kinos, indem man schlechte Kritiken zu Sexismus macht, genau wie Obama jede Kritik an seiner verkorksten Gesundheitsreform zu Rassismus gegen ihn erklären ließ.

Wie begegnet man solchen Methoden? In dem man sie schlichtweg nicht akzeptiert. Wer auch nur ansatzweise anerkennt, dass, jenseits von tatsächlichen Gesetzen, gesellschaftliche Gruppen als Ganzes, andere gesellschaftliche Gruppen als Ganzes unterdrücken, dass dies also strukturell bedingt wäre und nicht auf dem Handeln von Individuen beruhe, der hat schon verloren. Die Anerkennung dieser Strukturen bedeutet, dass man sofort seine eigene Position vernichtet, als würde man ein Argument für Atheismus mit „Natürlich gibt es Gott, aber…“ beginnen. Entschuldigungen verursachen nur mehr Blutlust.
Jeder hat das Recht nur nach seinen eigenen Taten und Leistungen beurteilt zu werden, positiv oder negativ. Und wenn die Leistung ein erschreckend schlechter Ghostbuster Film ist, dann ist das kein Sexismus, sondern Filmkritik

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