Monat: März 2016

Ein Volk in Blasen – Wir hören uns nicht

Pauline Kael wird ein, in Amerika, berüchtigtes Zitat zugeschrieben. Zur Wahl von Richard Nixon 1972 soll sie völlig überrascht gesagt haben, dass das eigentlich unmöglich sei, denn sie kenne niemanden der ihn gewählt hat. Tatsächlich hatte Pauline Kael hier einen seltenen Moment der Selbsterkenntnis, den sie in einem Artikel veröffentlichte. Dennoch muss sie als Sinnbild des linksintellektuellen in der Echokammer der eigenen Meinung herhalten. Doch es sind nicht nur die Linken oder die Intellektuellen die so leben. Wir alle tendieren zum Leben in der Blase. Das regelmäßige platzen lassen ist eine absolute Notwendigkeit für jeden, der politisch ehrlich und informiert bleiben will.

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Jeder lebt in einer oder mehreren Blasen. Unsere Familie, Freunde, Kollegen, welche Zeitungen und Bücher wir lesen, welche Internetseiten wir besuchen etc. Das ist eine Binsenweisheit, aber sie erklärt mehr als man vielleicht denkt. Neulich hatte ich zum Beispiel ein Gespräch mit Familienmitgliedern, die ich nur selten sehe. Sie teilten mir mit, dass sie mein Engagement in der AfD „entsetzt“. Besondere Zustimmung hatte ich nicht erwartet, aber Entsetzen hat mich dann doch überrascht. Aus dem weiteren Gespräch ergab sich, dass sie ihr Entsetzen eigentlich hauptsächlich aus Artikeln und Berichten über die AfD, anstatt dem Programm oder Aussagen von der AfD ziehen. Sobald ich begann mit Programmpunkten zu argumentieren, erntete ich grundsätzliche Zustimmung. Nur die Partei an sich, nein die sei schlimm und die Personen, man sei entsetzt. Eigentlich kluge Leute, allesamt Akademiker, hatten mit großer Überraschung die eigentlichen Programmpunkte der AfD vernommen, die, zumindest in Leitlinien und regionalen Wahlprogrammen, für jeden öffentlich zugänglich und recherchierbar waren. Sie hatten nie davon gehört und sie hatten, in ihrer eigenen politischen Blase, auch keine Notwendigkeit dafür gesehen einmal nachzuschauen. Der Effekt war deutlich sichtbar.

Aber auch ich war nach dem Gespräch über mich selbst ein wenig entsetzt, denn mir war plötzlich mitten drin aufgefallen, dass ich solche Ablehnung meiner Ideale und meiner Partei, abgesehen von gelegentlichen Störern bei Infoständen, schon seit einem guten Jahr, eigentlich mehreren Jahren nicht mehr erfahren hatte. Zumindest nicht von Menschen deren Meinung mir wirklich zumindest etwas wert ist. Auch ich hatte meine eigene kleine Blase geschaffen, bestehend aus einem in sich vielfältigen Netz aus alternativen Medien, von Milo Yiannopolous bis zur Achse des Guten, den Freunden hauptsächlich aus meinem politischen Umfeld, einer nicht immer übereinstimmenden, aber toleranten Familie, und einer grundsätzlich ablehnenden Haltung gegenüber den Mainstream-Medien. Auch wenn mir, zu meiner eigenen Überraschung, wenig argumentativ entegengebracht wurde, allein die emotionale Reaktion hat mir gezeigt, dass ich da etwas nicht verstehe. Und das darf eigentlich nicht sein.

Das Internet hat uns allen einen nie dagewesenen Zugang zu Informationen aller Art gegeben, die das Monopol alter Staatsmedien und Großkonzerne gebrochen hat. Aber es war auch nie so einfach sich nicht mit anderen Meinungen auseinanderzusetzen. Hatte die Generation unserer Eltern noch höchstens den Luxus „ihrer“ Zeitung, aber nur die Tagesschau und ein paar Radiosender zur passiven Berieselung, können wir uns heute mit geschlossenen Facebookgruppen, unseren liebsten Youtube-Kanälen, und der schier endlosen Auswahl an Blogs und Nachrichtenportalen komplett in der Welt uns genehmer Meinungen einschließen. Und dabei wird ein ganz entscheidender Punkt der politischen Meinungsbildung oft ausgeblendet, die Frage „Was wenn ich nicht Recht habe?“.

Ich frage mich wie viele Leute sich diese Frage regelmäßig stellen, egal in oder für welche Partei sie sind. Gerade in der, im weitesten Sinne, AfD-Szene sind wir oft stolz darauf uns nicht von den Mainstream-Medien vorführen zu lassen, selbst zu recherchieren, uns unser eigenes Bild zu machen. Aber dadurch kann es sein, dass wir gerade deshalb irgendwelchen falschen Dingen glauben, nur weil sie eben in dieses gefestigte Weltbild passen. Das muss von den jeweiligen Autoren nicht mit böser Absicht passiert sein, es können schlichtweg Fehler sein, oder Leute die voneinander gutgläubig abschreiben bis sie sich gegenseitig als Beleg zitieren. Die Illusion, dass die sogenannten alternativen Medien in irgendeiner Form weniger politisch geprägt oder von Eigeninteresse geleitet sei wie die Mainstream-Medien ist eben nur das, eine Illusion. Ihr Mehrwert ist das sie eben eine alternative Meinung anbieten wo die Meinung zählt und Fakten die es nicht in die großen Medien schaffen.

Aber die Blasen betreffen nicht nur das einfache Volk. Es mag sein, dass z.B. Angela Merkel durchaus im Bilde ist über bestimmte Zahlen und Fakten und was diese bedeuten. Jedoch verbringt sie nahezu ihr gesamtes Leben in einer hochexklusiven Blase, nämlich der politischen Klasse. Wenn sie sich auf ihrer „Ebene“ bewegt, dann tut sie das derzeit mit europäischen Regierungschefs, Abgeordneten, Funktionären und Lobbyisten, die nahezu alle erstens eine ähnliche ideologische Prägung haben und zweitens am Bestehen des Status Quo interessiert sind. Es sind diese Leute, die nicht eine Sekunde an Deutschlands Heilands-Aufgabe in der Asylkrise, am Sinn und Zweck der EU und der Notwendigkeit der Eurorettung zweifeln. Egal ob sie es tatsächlich so sehen, oder ob ihre persönlichen Futtertröge daran hängen.

Gegen solche Blasen wollte die Alternative für Deutschland eben genau das sein, eine Alternative und ich denke auf politischer Ebene ist das bisher auch gut gelungen. Nur dürfen wir, auf allen Ebenen, nicht in die selben Fehler verfallen, die wir an den Altparteien und der „Lügenpresse“ so kritisiert haben. Wenn es eines gibt was sich jeder als leicht verspäteten guten Vorsatz für das neue Jahr vornehmen sollte, dann ist es das hier: Für je 10 JF-Artikel die man liest mindestens einen aus der taz lesen. Mindestens einmal pro Woche die ausführlichen Tagesthemen schauen und mindestens einer politischen Facebookgruppe beitreten, die nicht im weitesten Sinne aus Richtung AfD kommt. Und so oft wie möglich denken: Was wenn ich hier nicht Recht habe?

 

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Der Protestwähler, das unbekannte Wesen

Puh, da hatte man sich aber bei der Lügenpresse den Medien gerade noch gerettet. Ja, die AfD habe hohe Ergebnisse erzielt, ja das sei ein Denkzettel für die etablierten Parteien, ja ja ja, aaaaaber: Rund drei Viertel hätten die AfD gewählt um einen Denkzettel auszuteilen, nichts anderes. Mit einem Satz das Abendland und die Demokratie gerettet, den bösen Rechtspopulisten den Spiegel vorgehalten und ein gutes Zehntel des Wahlvolkes zu Idioten erklärt. So also redet man sich die historischen Wahlergebnisse des vergangenen Sonntags schön, Hauptsache ist man muss nicht zugeben, dass auch die Protestwahl eine politische Entscheidung und zwar eine bewusste ist. Es wird also höchste Zeit sich den politischsten aller Wähler anzusehen, den Protestwähler:

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Stellen wir uns erstmal folgende Frage: Warum, wenn es doch nur um einen dumpfen Protest-Denkzettel ging, haben diese Leute alle AfD gewählt? Warum haben sie nicht zum Beispiel die, selbst von den Medien als gemäßigt dargestellte ALFA, also Luckes AfD-Abspaltung gewählt? Die hat z.B. in Sachsen-Anhalt nur 0,9% gekriegt. Warum haben die Baden-Württemberger ihren Protest bei der AfD geltend gemacht und nicht bei der bereits etablierten und ebenfalls kritischen Linkspartei, die es nicht in den Landtag geschafft hat? Warum haben die Rheinland-Pfälzer den Denkzettel nicht beim III. Weg angekreuzt, der nur 0,1% hatte? Und natürlich die Fragen aller Fragen: Warum bleibt ein Protestwähler nicht zu Hause, zeigt seinen Protest durch ohrenbetäubende Stille im Wahllokal, oder wechselt einfach von CDU zu SPD oder von FDP zu den Grünen?

Könnte es sein, dass hinter dem Denkzettel mehr steckt? Könnte die reine Tatsache, dass schon jemand einen Denkzettel verteilt nicht das politischste aller Statements sein? „Ich habe mir euch alle angeguckt, jetzt im Wahlkampf und die letzten vier Jahre und ich find euch scheiße! So scheiße, dass ich euch nicht mal ansatzweise vertraue. Deshalb wähle ich jetzt jemand anderen!“ Wer glaubt, dass Otto Protestwähler sein Kreuzchen dann in der Kabine auspendelt und die AfD diesmal nur Glück hatte, der glaubt auch, dass Mutti die Asylkrise löst. Was treibt also diese ganzen Protestwähler? (alle Zahlenangaben sind hier nachprüfbar)

  • Fangen wir an mit Ba-Wü. Die „Protestwähler“ dort waren zuvor zumeist Nichtwähler oder bei der CDU.  99% finden es gut, dass die AfD die Flüchtlingszahlen beschränken will und fühlen sich auch zu 99% in ihrem Unsicherheitsgefühl ernst genommen. Sie finden, dass die Regierung die Flüchtlingspolitik nicht im Griff hat und zwar zu 90%. Sie sind zu 81% mit dem Funktionieren der Demokratie unzufrieden und wählen die AfD zu 77% wegen ihren Lösungsvorschlägen zu den Problemen. Schließlich wählen sie zu 70% die AfD wegen Unzufriedenheit mit anderen Parteien und glauben zu 93%, dass die AfD die Probleme nicht löst, aber zumindest benennt.

 

  • Als nächstes nach Rheinland-Pfalz. Was dachten sich die „Protestwähler“, die zuvor zumeist nichts, CDU oder SPD gewählt haben, dort? Auch hier fühlen sich 99% in ihrer Unsicherheit verstanden, und 96% finden es gut, dass der Zuzug von Migranten begrenzt werden soll. 90% trauen der Regierung die Lösung der Flüchtlingskrise auch hier nicht zu. 83% sehen das Funktionieren der Demokratie zur Zeit kritisch. Hier waren es nur 62% deren Wahlentscheidung eher wegen der Enttäuschung über andere Parteien stattfand. Hier sagen 90%, dass die AfD zwar die Probleme anspricht, aber sie nicht löst.

 

  • Der Sachsen-Anhaltinische „Protestwähler“ hat überwiegend vorher gar nicht gewählt. Auch hier stehen stramme 99% zu den selben Aussagen wie in den beiden anderen Ländern, hier glauben sogar 92%, dass die Regierung die Flüchtlingskrise nicht in den Griff kriegt. 95% haben Sorgen, dass die Kriminalität steigt. Nur 64% wählten die AfD aus Enttäuschung über andere Parteien, aber 93% bestätigen auch hier, dass die AfD Probleme benennt, aber nicht löst, wobei hier aber dennoch 75% der Wähler die AfD wegen ihrer Lösungsvorschläge wählen.

Einerseits ist das Bild also eindeutig: Die AfD-Wähler stehen enorm stark hinter Kernpunkten der AfD-Wahlprogramme. Sie wissen warum sie die AfD wählen und können das in den entsprechenden Umfragen nach der Wahl auch benennen. Nirgendwo in den aufgelisteten Punkten ist genug Platz für den dumpfen Protestwähler, der nur Denkzettel austeilt. Wenn 99% der AfD-Wähler zum Beispiel gezielt wegen der Flüchtlingspolitik die AfD wählen, können nicht gleichzeitig 75% der Wähler nur Denkzettel verteilen wollen. Ja sie verteilen Denkzettel, aber sie wissen genau wo und warum sie ihn ankreuzen.
Andererseits ist da auf den ersten Blick eine paradoxe Situation. Rund 3/4 der Wähler wählen die AfD wegen ihrer konkreten Lösungsvorschläge, aber zugleich finden über 90%, dass die AfD die Probleme nicht löst. Wie passt das zusammen? Nun der durchschnittliche Ungutmensch ist ein Realist und versteht, dass, allein wegen der vorherigen Ankündigung aller Altparteien nicht mit der AfD zusammenarbeiten zu wollen, die AfD wohl nicht in der Lage sein wird ihre Punkte umzusetzen. Dennoch finden sie das AfD-Programm gut. Und, das ist löblich, sie wählen nicht das geringste Übel, oder springen zwischen den großen Parteien, sondern verstehen, dass eine Partei auch in der Opposition sinnvoll sein kann und dass es in einer repräsentativen Demokratie darum geht repräsentiert zu werden.

Allein die mobilisierten Nichtwähler, aber natürlich auch die Wechselwähler haben eine gezielte politische Entscheidung getroffen, egal ob sie auch noch ein Denkzettel war oder nicht. Die AfD wurde bewusst gewählt und die Leute wussten, wenn sie auch sicher, wie bei jeder Partei, zum Großteil das Porgramm nicht auswendig konnten, warum sie ihr Kreuzchen hier und nicht da gemacht haben. Das man aus dieser Wahl nun einerseits einen eigenen Sieg und andererseits die unbedachte Protestaktion dumpfbackiger Demokratiefeinde macht ist ekelerregend und an Arroganz kaum zu überbieten.  „Das Politikkartell hat sich von den Bürgern abgekoppelt. Es wird dabei von den Medien, die ihre kritische Kontrollfunktion weitgehend aufgegeben haben, unterstützt. Nun hat der Souverän bei der Wahl gesprochen, aber auch das wird einfach ignoriert.“ schrieb dazu Vera Lengsfeld, auch für dieses Verhalten wird es in Zukunft Denkzettel geben.

 

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Teilen und Herrschen – Warum man Ghostbusters nicht kritisieren darf

Vielleicht haben Sie es schon mitgekriegt: Es gibt einen neuen Ghostbusters-Film. Mitte des Jahres kommt er raus und der erste richtige Trailer ist gerade auf Youtube erschienen. Wenn Sie, wie ich, die alten Filme lieben, dann werden Sie wahrscheinlich gerade ziemlich begeistert sein. Das kann man sich aber leider sparen, denn der Trailer verrät vor allem dies: Es ist ein stumpfes Remake, mit abgestandenen Effekten, platten Charakteren, dem ganzen Plot im Trailer und enorm gezwungenem Humor. Dennoch wird der Film über alle Maßen hochgejubelt, ein Meilenstein sei er, ja Kritikern des Films werden gar niedere Motive unterstellt. Was ist da los in der Filmwelt, wie entsteht eine solche Diskrepanz zwischen professionellen Kritikern und den Bewertungen der einfachen Zuschauer?

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Nun, es gibt doch einen Grund dafür, dass man den neuen Ghostbusters-Film nicht kritisieren darf. Diesmal sind die 4 Helden nämlich Frauen und das war auch im Vorfeld des Trailers nicht zu übersehen. Gerade die englischssprachige Welt hat sich gegenseitig versucht darin zu überbieten den Film als die große feministische Offenbarung der Kinogeschichte zu feiern. Frauen, so heißt es allerorts in den großen und hauptsächlich linken Publikationen, seien im Bereich Comedy immer noch benachteiligt, weswegen diese rein weibliche Komödie eben so wichtig für Gleichberechtigung… bla bla bla. Das Problem daran ist nur, dass es nicht stimmt.

Frauen sind in Sachen Comedy nicht benachteiligt, sie sind unterrepräsentiert. Das eine ist eine systematische Form der Unterdrückung, das andere ist eine statistische Auffälligkeit. Aus letzterem leitet sich nicht ersteres ab. Jeder weiß, dass es urkomische Frauen gibt, zum Beispiel Anke Engelke, Sarah Silverman oder Martina Hill, aber jeder der es ehrlich betrachtet weiß auch, dass die Durchschnittsfrau nicht so witzig ist wie der Durchschnittsmann. Tut mir Leid, aber das ist so. Woran es genau liegt, daran sind schon viele Forscher gescheitert, meine persönliche Theorie ist es, dass Frauen weniger bereit sind sich öffentlich total lächerlich zu machen als Männer. Umso schöner ist es ja, wenn man dann gute Komikerinnen sieht, eine willkommene Abwechslung. Aber die Tatsache, dass die Komikerwelt sich nicht grob in zwei gleich große Geschlechterlager aufteilt ist genauso wenig Unterdrückung, wie die Unterrepräsentation der Asiaten im amerikanischen Basketball. Ironischerweise beweist das sogar der Film selbst, denn vor allem mit Kristen Wiig und Melissa McCarthy, aber auch mit ihren Co-Stars Kate McKinnon und Leslie, werden zum x-ten Mal die selben „witzigen“ Frauen vor die Kamera geschleift, von denen drei auch noch die üblichen Frauenrollen bei Saturday Night Live spielen.

Doch um den Film, wie um seine Protagonisten wurde sehr schnell ein schützender Kokon gespannt, der des Feminismus und des Sexismus. Durch sofortige Erklärung des Films zum feministischen Weltkulturerbe und der Verlegung des Fokusses weg vom Film rein auf die Geschlechtsteile der Hauptdarsteller, ist er unkritisierbar geworden, zumindest für alle, die auf ihr öffentliches Profil achten wollen. Denn wer ihn jetzt auch in der sächlichsten Art und Weise kritisieren will, der ist Sexist und das ist keine Übertreibung, es passiert bereits. Dabei stört es nicht, dass Kritik auf sachlicher, detaillierter Ebene angeführt wird, denn das ist nur klug versteckter Sexismus, auf den fallen kluge Feministinnen nicht rein.

Es ist das seit den 90ern erprobte und erfolgreiche System der politisch-korrekten Sprechverbote und Identitätskriege, denen genau ein Prinzip zu Grunde liegt: Teile und herrsche! Mit ihnen wird die Individualität von einzelnen Fällen und von einzelnen Menschen schlichtweg negiert. Es wird nicht der Film an sich betrachtet, sondern „Filme in denen Frauen die Hauptrolle spielen“. Dementsprechend wird jede Kritik am Einzelfall zur Kritik am Kollektiv, bzw. des erzwungenen übergreifenden Gedankens. Damit wird sie leicht verwerfbar, handelt es sich doch bestenfalls um als salchliche Kritik getarnter Sexismus/Rassismus/Homophobie etc.

Warum das Ganze? Nun das „herrsche“ in „teile und herrsche“ ist recht wichtig. Wer sich eine Deutungshoheit über eine Gruppe bewahren oder erkämpfen will, der muss ihr ein Unterscheidungsmerkmal geben und sie von Widerspruch isolieren. Genau dazu dient die politische Korrektheit. Einerseits schafft sie ein immer weiter fragmentiertes Identitätsgefühl (Frau -> schwarze Frau -> schwarze lesbische Frau), durch das die Zielgruppe immer enger definiert, angebliche und echte Probleme zielgenauer ausgenutzt und das Gefühl der Besonderheit verstärkt werden können. Andererseits werden ad-hominem-Attacken plötzlich sinnvolle Strategien. Hat man eine, idealerweise recht kleine Gruppe geschaffen und mit einem Identitätsgefühl ausgestattet, kann man eine oder mehrere Gruppen außerhalb (zum Beispiel weiße, heterosexuelle Männer) als die angeblichen Unterdrücker ausmachen und somit jede Kritik am politisch korrekten Schwachsinn, durch Verweis auf die falsche Gruppenzugehörigkeit, abschmettern.

Ein weiterer strategischer Vorteil dieser Spalter ist die Rangfolge der benachteiligten Gruppen. Zum Beispiel sind Frauen von Männern unterdrückt, also ist männliche Kritik an allem weiblichen Sexismus, umgekehrt aber nur das Aufbegehren gegen Unterdrückung. Schwarze werden von Weißen unterdrückt, womit jegliche Kritik abgeschmettert wird. Wer dieses Spiel beherrscht, dem Winken Macht und Geld. Man kriegt seinen lächerlich schlechten Film in die Kinos, indem man schlechte Kritiken zu Sexismus macht, genau wie Obama jede Kritik an seiner verkorksten Gesundheitsreform zu Rassismus gegen ihn erklären ließ.

Wie begegnet man solchen Methoden? In dem man sie schlichtweg nicht akzeptiert. Wer auch nur ansatzweise anerkennt, dass, jenseits von tatsächlichen Gesetzen, gesellschaftliche Gruppen als Ganzes, andere gesellschaftliche Gruppen als Ganzes unterdrücken, dass dies also strukturell bedingt wäre und nicht auf dem Handeln von Individuen beruhe, der hat schon verloren. Die Anerkennung dieser Strukturen bedeutet, dass man sofort seine eigene Position vernichtet, als würde man ein Argument für Atheismus mit „Natürlich gibt es Gott, aber…“ beginnen. Entschuldigungen verursachen nur mehr Blutlust.
Jeder hat das Recht nur nach seinen eigenen Taten und Leistungen beurteilt zu werden, positiv oder negativ. Und wenn die Leistung ein erschreckend schlechter Ghostbuster Film ist, dann ist das kein Sexismus, sondern Filmkritik

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