Ja, der Islamische Staat ist unislamisch, aber warum?

Kein Anschlag, keine Gräultat, kein Massaker von ISIS, oder IS, oder wie immer sich die Mörderbande inzwischen nennt, ohne dass uns von zahlreichen Islamverbänden, und noch viel mehr von grün-linken Genossen, versichert wird, dass der Islamische Staat ja nichts mit dem wahren Islam zu tun hätte. Dazu kommt dann meist noch der Verweis darauf, dass die Christen ja auch mal marodierend und massakrierend durch die selben Gebiete gezogen wären. Gut das war vor rund 800 Jahren, aber dennoch. Die Ausrede, dass der IS unislamisch sei, ist an sich nicht falsch, sie wird aber nie spezifiziert. Was den IS unislamisch macht kann uns viel über diese Religion sagen.

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Wofür ist der Islamische Staat bekannt? Er erobert, er massakriert brutalst, er führt Anschläge auch außerhalb seiner Grenzen durch und/oder fördert diese, ruft zum globalen Dschihad auf und er hat sich selbst zum Kalifat, mit Al-Baghdadi an der Spitze erklärt. Arbeiten wir mal Stück für Stück ab was daran islamisch ist und was nicht:

  • Der Koran und die Hadithe sind die Quellen aller Autorität im Islam. Das Problem ist: Sie sind nicht chronologisch geordnet. Der Koran ist nach Länge der einzelnen Suren geordnet, wobei die einzelnen Suren ebenfalls teilweise eindeutige Zeitsprünge beinhalten. Die Hadithen sind lose Sammlungen von Anekdoten und Zitaten des Propheten. Das führt zu Problemen, da die Aufforderungen im Koran, z.B. zu Gewalt und Gewaltverzicht, oft widersprüchlich sind und nur durch zeitliche Abfolge deutlich wird, was endgültig ist [siehe Sure 2, Vers 106]. Setzt man die Hadithen und den Koran in Zusammenhang, stützt dies mit stilistischen Analysen und Querverweisen im Originaltext, so ergibt sich ein sehr deutliches Bild von der Abrogation, also der Ablösung alter Anweisungen durch neue.
    Es zeigen sich, analysiert man so, 4 Phasen des Dschihads in Mohammeds Zeiten. Sie beginnen mit einem reinen Dschihad des Wortes und der Aufforderung Widerspruch und sogar Gewalt stumm und stoisch zu ertragen [Sure 50, Vers 39] und enden, nachdem die Muslime die arabische Halbinsel weitestgehend kontrollieren, mit der Aufforderung zur uneingeschränkten Offensive und dem berühmten Schwertvers „Und erschlagt sie, wo immer ihr auf sie stoßt…“ [Sure 2, Vers 191].
    Apologeten des Islam argumentieren oft damit, dass mit der vorgeschriebenen Eroberung nur die arabischen Stämme und damit die natürlichen Gegner zu Lebzeiten Mohammeds gemeint wären. Dies ist leicht zu widerlegen, denn noch Mohammed selbst hat kurz vor seinem Tod die Eroberung der byzantinischen Stadt Tabuk befohlen, immerhin 700km von Mekka entfernt und eine christliche Stadt.
    Die kontinuierliche Expansion des Islamischen Staates ist also absolut durch den Koran gerechtfertigt und damit islamisch. Unislamisch sind tatsächlich, bleibt man bei der Autorität des Korans, all jene muslimischen Staaten, die nicht expandieren.
  • Aber die Massaker an Christen, Apostaten, Juden, Schiiten, Jesiden, etc. die sind doch sicherlich Exzesse, oder? Mmmmh…. bedingt. Die Frage ist was vor dem Massakern geschehen ist, das wird nicht immer aus den Videos klar. Grundsätzlich kann der Dschihad gegen 3 Arten von Gegnern geführt werden:
    Einmal die Schriftbesitzer. Das sind Juden und Christen, denn denen wurde die Botschaft Allahs schon je einmal gesandt, aber sie haben sie nicht verstand, bzw. verfälscht. Deswegen muss ihnen eine gewisse Gnade zugestanden werden. Sie haben die Wahl entweder Muslime zu werden, oder aber sogenannte Dhimmis zu werden. Diese Schutzbefohlenen dürfen weiter ihren Glauben praktizieren, haben aber keine Bürgerrechte, dürfen am öffentlichen Leben nur sehr eingeschränkt teilnehmen und müssen eine jährliche Strafsteuer zahlen. Nur wenn sie sich beidem widersetzen, dann müssen sie sterben.
    Dann sind da die Polytheisten, die an Vielgötterei glauben, zum Beispiel die Hindus, oder praktisch jeder außer Juden und Christen. Diese haben nur die Wahl zu konvertieren, oder zu sterben.
    Schließlich die Apostaten, also jene Muslime, die vom Glauben abgefallen sind. Eine Rückkehroption gibt es nicht. Sie müssen sterben, ohne wenn und aber.
    Also ist jedes Massaker an Schiiten, Jesiden, oder Muslimen die nicht beim IS mitkämpfen wollen grundsätzlich gerechtfertigt, aus der Perspektive des IS zumindest. Massaker an Nicht-Muslimen sind nur dann gerechtfertigt, wenn diese nicht konvertieren oder Dhimmis werden wollen. So lange der IS das einhält ist es absolut islamisch zu massakrieren, egal wie viele, wo und vor welchem Publikum. Mohammed persönlich hat laut den Hadithen persönlich 800 jüdische Gefangene des Qurayza Stammes enthauptet.
  • Was ist aber mit den Terroranschlägen? Nun Terroranschläge richten sich per Definition nicht immer nur gegen Militär, sondern führen meist zu enormen zivilen Opfern. Seien das die erschossenen Juden bei der Geiselnahme in Paris, nach dem Charlie Hebdo Massaker, oder die Toten des 11. Septembers. Egal welche Organisation, durch Terroranschläge hat der Islam die Schlagzeilen auf sich gezogen. Tatsächlich kann man im Koran und den Hadithen zahlreiche Verse finden, die Zivilisten, Nutzvieh und -pflanzen, Wasserversorgung etc. unter besonderen Schutz im Krieg stellen. Ist der Terror also unislamisch? Nein ist er nicht. Wie ein Gummiparagraph steht die allgemein akzeptierte Lehrmeinung (die ja, wenn auch nicht so leichtfertig, in westlicher Kriegsdoktrin vorhanden ist), dass Zivilisten Ziele sein können wenn es zum Sieg unbedingt nötig ist. Das ist ein sehr weit interpretierbarer Gedanke. Außerdem sind Zivilmassaker legitim, wenn sie als Vergeltung für Massaker an Muslimen stattfinden. Als solche Massaker an Muslimen kann man fast jede, auch defensive, Kriegshandlung der „Ungläubigen“ zählen.
  • Und schließlich der Aufruf zum globalen Dschihad und die Ausrufung des Kalifats. Und hier haben wir den Salat. Bis zum Zerfall des Osmanischen Reiches nach dem 1. Weltkrieg gab es immer ein durchgehendes Kalifat, von Mohammed an. Wer das Recht hat ein neues Kalifat auszurufen, das ist nirgendwo festgeschrieben. Al-Baghdadi hat sich die Autorität dazu aus seiner salafistischen (also dem Propheten nacheifernden) Lebensweise gezogen. Keine islamische Autorität in der Geschichte dieser Religion hat das jemals für ausreichend gehalten. Auch war das ursprüngliche Ziel der Organisation die Auslösung eines Bürgerkrieges zwischen Sunniten und Schiiten. Auch dafür kann es logischerweise keine Grundlage geben, da zu Mohammeds Zeiten die Muslime noch vereint waren. Da nur ein Kalif das Recht hat den Dschihad per Aufruf zur Individualpflicht für alle Muslime zu machen, er aber diese Autorität eigentlich nicht hat, ist auch dieser Aufruf unislamisch.

Und so sieht es schlussendlich aus. Das Blutbad, dass der IS anrichtet ist nicht unislamisch, sein Eroberungszug ist nicht unislamisch, sein Terror ist nicht unislamisch. Was unislamisch ist, ist einzig und allein die Autorität Al-Baghdadis. Wer sagt, dass der IS unislamisch ist hat Recht, impliziert damit aber nur eins: Wenn der wahre Kalif die selben Gräuel befehlen würde, dann wäre alles in Ordnung. Natürlich würden uns die Grünen immer noch erzählen, dass wir das im Westen nur missverstehen.

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