Die Homo-Ehe – eine Machtdemonstration

Man konnte es wirklich nicht übersehen. In den USA ist die Homo-Ehe vom Verfassungsgericht legalisiert worden. Die Reaktionen aus der ganzen westlichen Welt waren enorm. Auf Facebook kann man sein Profilbild mit einem Regenbogenfilter ausstatten, das weiße Haus war in Regenbogenfarben angestrahlt, die Facebookseite des Freistaates Thüringen hat ihr Wappen mit Regenbogenfarben unterlegt und während ich hier tippe hat mir auch WordPress ungefragt ein Regenbogenbanner an die Spitze der Seite gesetzt. Es scheint als feiert die Welt. Analysiert man diese Ereignisse etwas näher sind sie doch nichts als die erschreckende Machtdemonstration einer Elite, die viel mehr ändert als die Ehe, und das Hinterherhecheln nützlicher Idioten.

 

Stellen wir zunächst eines klar: Die Homo-Ehe ist kein Sieg für die Freiheit, sondern für die Gleichheit. Die rechtliche Gleichstellung ist vergleichbar mit der Ausweitung des Mindestlohns von bestimmten Berufsgruppen auf alle Arbeitnehmer. Das Privileg vom Staat als Paar anerkannt zu werden, entsprechende Steuervorteile und so weiter zu erhalten ist an sich freiheitsfeindlich. Tatsächlich handelt es sich bei zum Beispiel den Steuervorteilen um die gezielte Beeinflussung der Lebensplanung der Bürger, in diesem Fall um sie in die staatlich gewünschte Lebensform der Ehe zu bringen. Da die Ehe in unserer Kultur zu Recht als etwas Positives angesehen wird, gibt es dagegen keinen Widerspruch. Dreht man die Sache im Kopf um und denkt sich Steuervorteile für Alleinstehende, wird man sich der Problematik bewusst. Dieses Privileg nun auf eine weitere Gruppe auszuweiten, ist kein Sieg für die Freiheit. Der tatsächliche Sieg ist schon länger her, er war die Dekriminalisierung der Homosexualität.

Was hier eigentlich passiert ist die totale Änderung unserer Normen. Die Homoehe mag in dem Fall noch relativ unkontrovers sein, zumindest in den letzten Jahren, aber sie ist einer von vielen Schritten. Und diese Schritte werden nicht zufällig gemacht. Grundlage ist das „progressive“ Denken, das in Deutschland seit dem frühen 20. Jahrhundert existiert, aber erst in der 68er Kulturrevolution wirklich in den Mainstream gelangte. Unwissenschaftlich wird hier, ursprünglich ausgehend vom Geschichtsbild Karl Marx‘, ein deterministisches Weltbild postuliert, in dem die Gesellschaft sich permanent und fortschrittlich vom Schlechten zum Guten wendet. Zum Beispiel hielt man früher Sklaven, heute nicht mehr. Retrospektiv mag so eine Ansicht durchaus Sinn machen, wenn man einen bestimmten Sachverhalt wie die Sklaverei über die Geschichte hinweg betrachtet. In dieser, kulturmarxistischen, Ansicht aber ist dies ein ehernes Naturgesetz. Die Menschheit entwickelt ihre Gesellschaft stetig gerechter, früher war alles ungerechter usw. Dies wird selten offen so formuliert, es steckt aber subtil in unserer Kultur. So bezeichnet man Leute mit unbequemen Ansichten nicht selten als „ewig-gestrig“ und diskreditiert damit eine Idee ausschließlich auf Grund der Tatsache, dass früher so gedacht wurde, heute nicht mehr.

Diese Art zu denken und vor allem zu argumentieren ist ein unglaublich mächtiges Werkzeug für jeden, der an den fundamentalen Werten der Gesellschaft rütteln will. Da diese Werte ja per Definition schon lange gelten, wird ihre Erodierung oder Abschaffung automatisch als das Neue, deswegen Bessere verkaufbar. Warum sollte aber jemand an eben diesen Werten rütteln wollen? Nun es gibt viele Gründe, gute oder schlechte. Schaut man aber auf jene, die hier die Homo-Ehe fördern und fordern, ergibt sich ein fatales Bild. Es handelt sich, schon von Beginn an, um eine Bewegung linker, sozialistischer Gruppen und Individuen, wie sie in der aktuellen Generation der SPD, aber vor allem bei den Grünen und der Linkspartei zu finden sind. Und sie sind nicht nur Politiker, sie sind vor allem auch Journalisten, Professoren, zuweilen Pfarrer. Meinungsbildende Leute. Das geistige Umfeld in dem sie existieren und aus dem sie ihre Ideen ziehen, das steht in der Tradition von 1968, auch wenn die meisten nicht selbst aktive 68er waren. Dieses Denken wiederum entstammt der Frankfurter Schule, einer marxistischen Denkfabrik. Ihr wohl größter Beitrag zur heutigen Kultur ist der Kulturmarxismus. Ausgehend von der frustrierenden Erkenntnis, dass die Arbeiter und Bauern im 1. Weltkrieg lieber ihre Nation gewählt und aufeinander geschossen haben, anstatt sich im Klassenbewusstsein zu erheben und auf die Herrscher und Kapitalisten zu schießen, analysierten sie die Grundlagen für die westliche Aversion gegen den Kommunismus. Ihr Befund: Die Menschen brauchen die Versprechungen des Sozialismus nicht, weil es ihnen zu gut geht. Sie haben volle Märkte, stabile Häuser und vor allem ein Wertesystem (Disziplin, Tradition, Glaube, Familie, Nation etc.), dass dem Sozialismus zu stark entgegensteht. Es muss also zunächst dieses Wertesystem zerstört oder stark geschwächt sein.

Es ist kein Zufall, dass ausgerechnet die Sozialisten sich Themen wie der Homo-Ehe verschrieben haben, genauso wie es kein Zufall ist, dass sie sich auch in Richtung der Legalisierung von Pädophilie bewegen. Wenn Politiker, wie zum Beispiel Hillary Clinton sagen, dass man das ganze Dorf braucht um ein Kind zu erziehen, und heute Politiker eine Ganztagsbetreuung von frühester Kindheit fordern, dann zerstören sie damit Stück für Stück die Idee der traditionellen Familie, in der die Kinder ihre Werte von den Eltern erhalten. Dies produziert nämlich zu viele verschiedene Ideologien. Ist der Staat die prägende Figur in der Meinungsbildung von Kindern und Jugendlichen, dann schafft er einerseits ein relativ uniformes Meinungsbild und andererseits hat er die Möglichkeit jede Ideologie zu propagieren, die er für richtig hält. Damit dies möglich ist, muss die traditionelle Familie ein geschwächter oder toter Wert sein. Ist der gesamtgesellschaftliche Konsens tatsächlich oder augenscheinlich so, dass die Familie nicht zwingend der einzig wahre Ort für ein Kind ist (weil Mutti arbeiten soll, weil so viele Ehen geschieden werden, weil da Missbrauch droht etc.), dann werden solche Maßnahmen toleriert und das ist bei uns schon weit fortgeschritten. Und damit kommen wir zur Homo-Ehe, einer von vielen Ideen, die für sich genommen vielleicht harmlos wirken, aber große Auswirkungen haben können. In diesem Fall wird der Begriff der Ehe entleert, er wird ein Stück beliebiger, er verliert an Wert. Ist das eine große sozialistische Verschwörung? Sicher nicht, die Träger dieser Ideologie werden nur in den seltensten Fällen bewusst so handeln. Vielmehr ist es den ursprünglichen Denkern, vornehmlich der Frankfurter Schule, dank des Marsches durch die Institutionen gelungen ihr Gedankengut zum selbstverständlichen Kanon zunächst linken und dann allgemeinen Denkens zu machen. Es gibt katholische Nonnen, die ihren Glauben stärker hinterfragen als Linke ihre Ideologie.

Die Reaktionen auf die Homo-Ehe in den USA ist bezeichnend. Die Welt scheint zu feiern als wäre bis gestern Homosexualität noch mit der Todesstrafe belegt gewesen. Der einmalige Vorgang, dass das Weiße Haus in Regenbogenfarben angestrahlt ist etc., dass zahlreiche Kommentarspalten in Zeitungen nicht etwa die Homo-Ehe an sich, sondern die erwartete Frustration der „bigotten Homophoben“ feiern, ist eine öffentliche Machtdemonstration. Die Machtdemonstration einer, vornehmlich linken, Elite, die klar gestellt hat, dass sie die Macht haben Normen, Werte und Moral selbst zu ändern, und die seit heute den perfekten Präzedenzfall für jede weitere Aushöhlung traditioneller Werte hat. Der Progressivismus gibt ihnen das Feigenblatt, dank dem man nicht einmal mehr fragen muss warum man solche Entscheidungen anstrebt wie die Homo-Ehe. Es wird für selbstverständlich hingenommen, als gäbe es irgendwo eine große Liste mit den Ungerechtigkeiten der Welt, die auf dem Weg zum Paradies abgeschafft werden müssen. Die Erkenntnis, dass es diese Liste nicht gibt wirft automatisch die Frage auf wer wann wo und vor allem warum es anstrebt und vor allem so feiert. Wenn wir uns das gefallen lassen, wird es nicht der letzte Sieg sein.

Advertisements

2 Kommentare

  1. „Stellen wir zunächst eines klar: Die Homo-Ehe ist kein Sieg für die Freiheit, sondern für die Gleichheit….“
    Solange es keine Gebährmutter-Transplantate gibt und solange eine Familie mehrheitlich aus der Bindung verschiedener Geschlechter besteht sehe ich keine „Gleichheit“. Wenn ein Kind durch Gesetz an 2 Schwule veradoptiert wird, gezwungen wird, ohne weibliche Komponente aufzuwachsen um von einer bärtigen „Mutti“ unter Gelächter von der Schule abgeholt zu werden – wo ist da „Gleichheit“. Es ist zum Kotzen!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s