Eat the Rich, die Umverteilung durchgerechnet

Deutschland ist ein reiches Land. Unsere Unternehmen sind erfolgreich, knapp jeder 82. Bürger ist Millionär, nur wenige Länder können mit unserem Lebensstandard mithalten und selbst die Leute, die in den sozialen Sicherungssystemen ihr Auskommen finden müssen, leben ohne akute Bedrohung zu verhungern, zu erfrieren oder ohne ärztliche Behandlung zu leiden. Es scheint also absolut nachvollziehbar zu sein, dass der deutsche Staat von dieser reichen Bevölkerung einen nicht unerheblichen Beitrag verlangt, um diesen Wohlstand z.B. gegen äußere Feinde zu verteidigen, durch Diplomatie zu verbessern und ihn natürlich nach unten zu verteilen, wo er am dringendsten benötigt wird. Dabei wird immer wieder der Ruf laut, dass es in Deutschland trotz allem doch sehr sozial ungerecht zugehen würde. Die Reichen werden immer reicher, und das auf Kosten der Ärmeren. Eine Reichensteuer muss her, vielleicht gleich eine Beschlagnahmung, vielleicht auch eine 100% Erbschaftssteuer, so lange man die Kohle, die da oben festsitzt endlich für sinnvolleres als Hummer, Champagner und teure Autos einsetzen kann. Wie sähe das in der Praxis aus? Ein Gedankenexperiment:

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Der Bundeshaushalt 2014 beträgt rund 296,5 Milliarden Euro, dazu kommen die Haushalte der Länder, die zusammen 323,785 Mrd Euro ausmachen, sowie die kommunalen Haushalte, die mit knapp 183,8 Milliarden Euro zu Buche schlagen. Das sind an Gesamthaushalten zusammen 804,08 Mrd Euro pro Jahr, das sind 2,202 Milliarden Euro am Tag, 91,789 Millionen Euro pro Stunde, 1,5 Millionen Euro pro Minute. Diese große, gierige Maschine muss gefüttert werden, mit unseren Steuergeldern und mit Schulden. Wie viel einfacher wäre es, wenn wir einfach mal drauf los beschlagnahmen und uns das Geld da holen wo es sitzt, bei den fetten Geldsäcken da oben. Wir beginnen bei den Top 100 der reichsten Deutschen, sie können natürlich große Schnitte verkraften, also nehmen wir Ihnen mit einmal 50% ihres Vermögens. Das sind 199,9 Mrd Euro damit bezahlen wir den Staat bis:

Ja, bis zum 01. April um 18 Uhr. Ok, weiter wir haben ja gerade erst angefangen. Es geht ja noch reicher. Nehmen wir das Geld der Top 500 reichsten Deutschen. Das Vermögen der übrigen 400 halbieren wir auch mit einem Federstrich und das bringt uns 105,97 Milliarden Euro. Die Kasse klingelt:

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Nun sie klingelt bis zum 23. Mai um ziemlich genau 17 Uhr. Nein, es hilft nicht, wir müssen sie ganz enteignen, bzw. lassen wir Ihnen den Millionärsstatus, jeder der aus der Top 500 darf eine Millionen behalten, wir holen uns die restlichen 305,37 Mrd Euro und dann wird verprasst!

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Und zwar bis 9 Uhr morgens am 9. Oktober, aber immerhin, wir haben einen gewaltigen Sprung gemacht. Aber wir können noch Kohle rausholen. Diese ganzen Superreichen haben ja auch Unternehmen, gut diese Unternehmen sind jetzt alle größtenteils liquidiert, da wir sie ja soeben von den ganzen Familien beschlagnahmt haben und dann alles Geld sofort ausgegeben haben, aber noch haben wir ja Jahresgewinne aus dem Geschäftsjahr. Holen wir uns doch einfach mal Aldi, der frisch verstorbene Gründer wird’s uns nicht übel nehmen, und beschlagnahmen den ganzen Jahresgewinn aus Deutschland. Damit kommen wir bis:

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… ja genau, dass ist der selbe Kalender, wir haben es nämlich nur bis 14 Uhr am 9. Oktober geschafft, ganze drei Stunden. Ok, wir wollen ja heute mal links sein und deswegen verachten wir ein wenig Leistung. Nehmen wir diese verdammten Bayern, sie gewinnen sich durch die Bundesliga und kriegen dafür Geld sonstwo reingeblasen. Da steckt die Kohle, die wollen wir haben, wir beschlagnahmen also alle Spielergehälter des FC Bayern aus der 1. Mannschaft (dann hat auch vielleicht jemand anderes eine Chance) und verdienen uns so 146 Millionen Euro. Ok machen wir gleich nen guten Schnitt und nehmen uns den Gewinn der FC Bayern München AG (ein Verein sollte eh nicht an die Börse gehen), dass sind … nun ja das sind 16,5 Millionen Euro, drauf geschissen, wir holen uns die AG , die 658 Millionen Euro wert ist und wir sind bei:

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Ja, immer noch am 9. Oktober, nur ist es jetzt 23 Uhr. Wir kleckern noch, es wird Zeit zu klotzen! Und wo kann man klotzen, wenn nicht bei den verdammten Banken in Deutschland, immerhin waren es die gierigen Banken, die uns in den Ruin getrieben haben. Wir schnappen uns den Gesamtgewinn aller Banken in Deutschland und der ist 14,3 Milliarden Euro, endlich wieder etwas mit Milliarden. Der große Sprung nach vorne endet am:

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16. Oktober, um 11 Uhr vormittags. Ok, es kann nicht so schwer sein, wir schwimmen doch in Geld und es steckt doch nur bei den ganzen Großkopferten in Frankfurt, München etc. Also wie machen wirs? Folgendermaßen: Der durchschnittliche Jahreslohn in Deutschland beträgt 31.089 Euro brutto, da wir ja gerade den Staat durch Enteignungen finanzieren müssen wir ja keine Steuern erheben, wir arbeiten also mit brutto. Sagen wir, dass in unserer schönen neuen Welt jedem Deutschen egal ob Rentner oder Säugling genau diese Summe pro Jahr zusteht, alles was man mehr auf dem Konto hat, wird abgeschöpft. Auf deutschen Konten und in deutschen Geldbeuteln sind derzeit rund 2 Billionen Euro, abzüglich der 2,5 Billionen Euro die jedem also pro Jahr zustehen… oh… ja, verdammt, wir müssen eine halbe Billion draufzahlen. Ok, also schnappen wir uns aus den Geldvermögen der Bürger noch ihre Pensionsrückstellungen (sie kriegen ja ihr gerechtes Jahresgehalt vom Staat) in der Höhe von 351 Milliarden Euro und ihre Investmentzertifikate (451 Mrd) und schon haben wir einen Überschuss für den Staat von rund 303 Milliarden Euro.

Endlich, das dürfte reichen, wir haben sogar am 31. Dezember rund 170 Milliarden Euro übrig, um unsere Staatsschulden zu tilgen. Allerdings betragen diese derzeit 2.146.808.326.178 Euro, wenn Sie das hier lesen schon viel mehr. Wir können damit also rund 8% unserer Staatsschulden tilgen.

Und jetzt? Es ist der 1. Januar 2016. Wir haben Firmen, Vermögen, Bankkonten und ein paar Gehälter liquidiert und ihr Geld wieder ausgegeben. Der Staat ist finanziert und jeder Bürger hat sein Durchschnittsgehalt. Weiter? Der Haushalt 2016 muss gemacht werden. Wieder die reichsten 500 enteignen? Geht höchstens noch einmal, dann ist auch die zweite Hälfte weg. Die Bayerngehälter nochmal holen? Ah, nee es kriegt auch da ja jetzt jeder nur noch 31.089 Euro. Noch ein Unternehmen liquidieren, oder die Gewinne holen? Ach so, die die wir nicht liquidiert haben sind ausgewandert. Warum? Weil wir wie wild angefangen haben Firmen zu liquidieren. Gutes Argument.

Naja, vielleicht nehmen wir ja einfach erstmal Schulden auf und kurbeln die Wirtschaft an. Aber immerhin ist alles jetzt viel gerechter.

Fazit: Das ist natürlich nur ein Gedankenexperiment. Es hat seine (Rundungs-)Fehler und ist natürlich unrealistisch. Man sieht aber gut wie sich unser Staatsapparat aufgebläht hat. Wir können beschlagnahmen, das kann eine Zeit gut gehen. Wir können aber auch einfach mal anfangen zu sparen.

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