Das Märchen vom einsamen Hippie

In der Debatte um den Klimawandel hat der Meteorologe Lennart Bengtsson die Seiten gewechselt, das meldete gestern der Spiegel. Nun ist das nicht das erste Mal, dass einer auf die eine oder andere Seite überläuft, aber ich dachte es ist vielleicht einmal an der Zeit etwas zum menschengemachten Klimawandel und meiner Meinung dazu zu schreiben:

Ich bin kein Naturwissenschaftler, ich bin Geisteswissenschaftler. Ich habe wenig bis keine Ahnung wie genau der menschengemachte Klimawandel genau funktioniert, ich kenne die üblichen Darstellung aus den Wissenschaftssendungen im Fernsehen, das war es aber auch. Deshalb vertraue ich Wissenschaftlern. Ich käme auch nicht auf die Idee mich zu Rakenantrieben zu äußern, oder zur Medikamentenentwicklung. Jedoch gibt es einige, nicht-naturwissenschaftliche Probleme, die ich mit der aktuellen Klimadebatte in Deutschland vor allem, aber auch im Rest der Welt habe. Es geht dabei vor allem um die alte Mär von den edlen, selbstlosen Wissenschaftlern, den armen Hippies die für die Umwelt kämpfen und den heilbringenden, liebevollen Regierungen, die alle gegen eine Mauer von Wirtschaftsinteressen der ruchlosen Ölmilliardäre stehen. Diese Ansicht, gerade in Deutschland weit verbreitet, ist nicht nur deswegen fatal, weil sie die tatsächlich existierenden Machtverhältnisse und damit die Glaubwürdigkeit der jeweiligen Standpunkte verzerrt, sondern vor allem, weil sie nicht nur ein mögliches, sondern ein tatsächlich genutztes Werkzeug ist die Märkte zu verteufeln und die Regierung als den allmächtigen Retter darzustellen. Die tatsächlichen Verhältnisse sind anders:

1. Der IPCC, der Weltklimarat, gilt als die große Institution für die Erforschung des Klimawandels auf unserem Planeten. Regelmäßig stellt er einen Bericht vor, der dann in den Medien vielfach zitiert wird. Dabei werden zwar regelmäßig ein paar Änderungen in den Zukunftsaussichten vorgenommen, aber die Gesamtaussage bleibt immer die gleiche: Der Mensch verändert das Klima. Wenn also der IPCC immer wieder zum selben Schluss kommt, dann muss da doch was dran sein, oder? Nun, nicht ganz. Der IPCC hat nicht die Aufgabe zu klären, ob der Klimawandel von Menschen gemacht ist. Er hat tatsächlich nur die Aufgaben die entsprechenden Auswirkungen und Risiken abzuschätzen. Der menschengemachte Klimawandel ist in der gesamten Arbeit vorrausgesetzt. Das ist ungefähr so, als würde ich einen Rat dafür einsetzen herauszufinden, wie sich die Welt verändern wird, wenn Schweine fliegen können und dann in den Nachrichten melde, dass der Rat bewiesen hat, dass Schweine fliegen können. Das hat er nicht, er hat es nur vorrausgesetzt. Aber mehr zum IPCC später.

2. Kennen Sie dieses Schloss?

 

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Foto: Wikipedia User Wolkenkratzer

 

 

Das ist Schloss Marienfels am Rhein. Es gehörte einmal Thomas Gottschalk bis er es 2012 an einen gewissen Herrn Frank Asbeck verkaufte, für 5 Millionen. Kennen Sie den? Frank Asbeck, der übrigens bereits vorher schon ein Schloss zum Jagen besaß, ist der Gründer und Vorstandsvorsitzende der Firma Solar World. Solar World baut Solarzellen und das scheint ganz gut zu laufen. Und Solar World ist nicht die einzige Firma die auf grüne Energie setzt. Nehmen wir allein die Windenergie, wo sich allein in unserem Land so bekannte Firmen wie Siemens oder General Electric tummeln, wobei der Marktführer in Deutschland derzeit Enercon ist. Oder nehmen wir Firmen wie Rockwool, die Dämmmaterialien für den Hausbau herstellen und damit allein in Deutschland laut Wikipedia 365 Millionen Euro pro Jahr umsetzen. Oder was ist mit den ganzen großen Energiekonzernen. E.on, RWE und wie sie alle heißen bieten schon seit vielen Jahren grüne Energie an und bauen ihre Angebote vielfach aus. Viele Energieversorger werben ihre Kunden mit Ökostrom und das nicht selten trotz höherer Preise. Und schließlich haben wir da noch Philips, stellvertretend für viele Elektrohersteller auf dem Markt. Philips hat die Energiesparlampe markttauglich gemacht. Zahlreiche andere Firmen haben neue, noch energiesparendere Produkte auf den Markt geworfen und immer wenn man die eine Generation hat, dann ist noch mehr da und inzwischen wird so etwas nicht nur mit gesundem Menschverstand, sondern mit gesetzlichem Zwang als Kaufargument vermarktet. All diese Unternehmen, haben die nicht ganz oder teilweise Interesse daran, dass möglichst viel Panik in der Kundschaft Bevölkerung  und natürlich in der Politik besteht, so dass man ihre Produkte freiwillig oder per Zwang kauft? Umweltfreundliche Produkte kommen heute nicht aus den Werkstätten idealistischer Hippies, sondern aus Fabriken die genauso zu Großkonzernen gehören wie das Auto, dass Sie fahren.

3. Versicherungen. Versicherungen können nur Gewinn machen, wenn Sie am Ende mehr durch Gebühren eingenommen, als in Schadensfällen ausgezahlt haben. Gerade Versicherungen gegen Schäden wie Naturkatastrophen können durch den Verweis auf den menschengemachten Klimawandel profitabler werden, denn ständig wird uns vorhergesagt, dass in den nächsten Jahrzehnten alle Katastrophen, von Tsunamis bis Tornado, deutlich zunehmen werden. Das erlaubt höhere Gebühren, da man dem Kunden ein viel höheres Risiko glaubhaft machen kann. Ganz oben in der Nahrungskette stehen da die Rückversicherungen, also Versicherungen, die Versicherungen versichern, was gerade bei Naturkatastrophen, wenn große Summen an viele Leute gleichzeitig ausgezahlt werden müssen, wichtig ist. Das heißt, dass gerade die Rückversicherungen überproportional von schwarzgemalten Horrorszenarien profitieren. Als Beispiel sei hier auf die Münchner Rück verwiesen, die sogar einen eigenen Klimaexperten unterhält.

4. Und da sind schließlich die Regierungen. In den meisten Ländern der westlichen Welt, selbst in den USA, wird inzwischen Klimapolitik im großen Stil betrieben. Dabei geht es nicht nur um irgendwelche Verpflichtungen der Regierungen, dabei geht es um massive Eingriffe in die Wirtschaft durch Verbote, Steuern, Regulierungen, Vorschriften und natürlich Subventionen in Milliardenhöhe. Mal ganz abgesehen davon, dass eine Regierung ungern zugibt falsch zu liegen, eignet sich doch der Klimawandel dazu der Wirtschaft (und zwar inzwischen nahezu jedem größeren Unternehmen) die vorher geleisteten Wahlkampfspenden und Lobbyschmiergelder angemessen zurückzuzahlen. Viel wichtiger ist noch, dass man hier wirklich ein absolutes Horroszenario, einen wahrhaften Weltuntergang, vor sich hat. Die Regierung versucht uns hier vor dem absoluten Ende zu retten. Welches Mittel ist da nicht Recht? Das ist eine Rechtfertigung, die ich keiner Regierung der Welt in die Hand legen würde. Wundert es da wirklich, dass ein von Regierungen gesponserter Rat wie der IPCC regelmäßig das Ende der Welt an die Wand malt (und bisher immer falsch gelegen hat)?

 

Also was jetzt, ist der Klimawandel echt oder nicht, und wenn ja ist er natürlich oder menschengemacht? Ich weiß es nicht, ich bin da nicht kompetent genug. Aber ich hoffe ich habe klar gestellt, dass zumindest die begleitenden politischen Untertöne in der allgemeinen Wahrnehmung völlig verzerrt sind. Und noch eine letzte Sache: Die ersten Solarzellen und Windräder wurden mit ziemlicher Sicherheit von Maschinen gebaut und auf Autos transportiert, die mit fossilen Brennstoffen angetrieben wurden. Jeden Tag werden unsere Autos effizienter und sauberer, jeden Tag kommen wir dem praktischen Elektroauto, oder dem Wasserstoffauto einen Schritt näher und Solarzellen werden ständig weiterentwickelt und das meistens eben nicht von den Firmen, die massenhaft Subventionen kassieren. Nur der technische Fortschritt kann uns gleichzeitig vor den eventuellen Folgen des Klimawandels bewahren und gleichzeitig unseren Lebensstandard nicht nur halten, sondern verbessern. Planwirtschaft, wie sie zum Beispiel im EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) stattfindet, vertraut unsere Zukunft den Leuten an, die zum Beispiel in den USA Pizza zum Gemüse erklärt haben um in Schulen die Quoten für gesundes Essen zu erfüllen, oder in Deutschland nicht einmal in der Lage sind Flughäfen zu bauen.

 

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