Monat: April 2014

Zwei Steinzeitmenschen und ein Astronom

Wenn zwei Menschen einen Handel abschließen wollen, dann kostet das Geld. Also nicht nur das Geld für den Handel an sich, sondern es kostet Steuern, viele Steuern. Außerdem müssen bestimmte Regeln eingehalten werden, also nicht nur die Regel, dass man sich nicht bescheißt, sondern unsere weisen Damen und Herren von der Regierung, haben ganz bestimmte Regeln erdacht. Man muss zum Beispiel bestimmte Sätze mit ganz bestimmten Unterschriften auf einem ganz bestimmten Papier haben, dann darf man seinen Laden aufmachen, nachdem man für das Papier bezahlt hat. Auf anderen Stücken Papier stehen nochmal andere Sätze, denen man unbedingt hörig sein muss. Die Regulierung der Bananenkrümmung zum Beispiel ist zwar tatsächlich nicht auf dem Mist der EU gewachsen (die Regulierungen gab es schon vorher), aber ihre bloße Existenz ist schon himmelschreiender Unsinn. In Amerika arbeitet sich gerade der Elektroautohersteller Tesla nach vorne und kriegt gleich die Tür des Staates New Jersey vor der Nase zugeschlagen. Denn Tesla verkauft die Autos selbst, nicht durch Filialen, das ist in New Jersey illegal, weil ist so. Gleichzeitig laufen, auch in Deutschland die Taxifahrer Sturm gegen neue Apps, die es Menschen erlauben sich gegenseitig (auch für Geld, aber auch kostenlos) mitzunehmen. In den USA wurde die New Yorker Polizei schon angewiesen gegen alle diese Schrecklichkeit vorzugehen. Nutzer der App sollen angehalten und kontrolliert werden um „eine Botschaft“ zu senden. Und natürlich werden an den Grenzen der EU derzeit Autos unter anderem darauf kontrolliert, ob man Glühbirnen mit der Absicht sie zu verkaufen dabei hat. Da fragt man sich natürlich, wieso muss der Staat eigentlich überall eingreifen? Müssen wir auf dem Markt geschützt werden, weil wir (aber nicht irgendein Beamter) zu blöd sind den echten Wert, oder die echte Qualität von etwas zu erkennen? Und müssen die ganz bösen Herren in Grau, also die bösen Buben, die ganz viel Geld verdient haben, entsprechend besteuert werden, damit man diese himmelschreiende Ungerechtigkeit wieder ausgleicht? Nun Bill Whittle, ein amerikanischer Publizist, hat eine schöne Geschichte dazu, hier von mir übersetzt:

In der Steinzeit leben zwei Stämme in zwei Tälern. Der Stamm im Osten lebt in einem Wald voller Tiere und ist deswegen sehr gut im Jagen geworden. Die Männer und Frauen des Oststammes haben Speere entwickelt, die immer treffen, selten kaputt gehen und wiederverwendbar sind. Allerdings haben sie darüber das Sammeln vernachlässigt und ihre Körbe sehen eher aus wie grobmaschige Siebe. Auf dem Heimweg fällt da immer die Hälfte raus. Der Stamm im Westen wiederum lebt in einem Wald voller Büsche und Bäume mit Früchten. Sie haben Körbe entwickelt, die sogar Wasser transportieren können. Allerdings haben sie das Jagen vernachlässigt, so dass ihre Speere nicht viel mehr als kleine, wackelige Äste sind.

Eines Tages treffen sich ein Jäger vom Oststamm und ein Sammler vom Weststamm. Der Ost-Mann sagt: „Mein Gott, das ist der beste Korb den ich je gesehen habe.“ Der Westmann sagt: „Wenn ich das Kompliment zurückgeben darf, dieser Speer ist unglaublich.“ Beide entscheiden sich dazu, dass sie tauschen. Die Frage ist, wer hat den besseren Deal gemacht? Wer ist reicher als vorher? Die Antwort ist einfach: Beide! Der Ost-Mann findet den Korb wertvoller, als den Speer und der West-Mann findet den Speer wertvoller, als den Korb. Aber nicht nur das, sie haben ihre Stämme reicher gemacht. Es wird mehr Früchte im Osten geben und mehr Fleisch im Westen. Aber selbst das ist nicht alles. Der Ost-Mann denkt nämlich weiter. Wenn er eine Stunde länger abends wach bleibt, dann kann er pro Woche einen weiteren Speer herstellen und der West-Mann denkt das selbe mit den Körben. Und jede Woche treffen sie sich und tauschen. Beide Stämme haben mehr zu Essen, beide Stämme haben Wohlstand aus dem Nichts erschaffen.

Ich würde in Bill Whittles Geschichte sogar noch weiter führen. Denn eines Tages hat der Ost-Stamm genug Körbe, so dass so viel Essen da ist, dass der Ost-Mann eine Stunde weniger am Tag Jagen gehen muss und trotzdem haben alle genug zu Essen. Jetzt arbeitet er genauso viel wie vorher, aber er ist reicher. Und der kleine schwache Junge in der Gruppe, der nicht auf die Jagd kann und auch keinen Korb tragen kann, der hat jetzt eine Aufgabe, die er physisch schafft, er schnitzt. Vorher war er der Gruppe gegenüber völlig nutzlos, jetzt schafft er Mehrwert. Und jetzt da alle mehr zu futtern haben, kann die Gruppe wachsen. Da jedes einzelne Stammesmitglied mehr Nahrung heranschafft, als es selbst braucht, ist irgendwann der Punkt erreicht, an dem einer gar nicht mehr Essen sammeln muss.

Und damit kommen wir zu dem Astronom. Ich frage mich ja wie das damals gewesen sein muss, als zum ersten Mal einer gesagt hat, dass er lieber kein Essen besorgen will, sondern stattdessen tagsüber pennt und nachts die Sterne angucken will. Erst der geschaffene Wohlstand machte so etwas und schließlich unsere Zivilisation möglich. Und das gilt nicht nur für die Steinzeit. Wenn heute jemand eine Maschine entwickelt, die zum Beispiel einen VW Golf für 1000 € weniger herstellen kann und deswegen der Preis sinkt, dann hat jeder Käufer eines VW Golfs den Mehrwert Auto in seinem Leben, plus 1000 € in der Tasche, die er sonst nicht hätte. Er kann diese 1000 € dann für etwas ausgeben, dass er sich vorher nicht leisten konnte. Und ein paar von diesen Euros werden zum Beispiel für ein Essen im Restaurant ausgegeben und zwar von genug Leuten, dass Herr Schmidt’s lange gehegter Traum eines eigenen Fischrestaurants wahr wird, denn Kochen ist das einzige was er wirklich kann und jetzt kann er auch noch davon leben.

Aber der Staat ist der Meinung, dass wenn einer schreit: „Ich habe einen Apfel und hätte gerne Geld dafür!“ und der andere schreit: „Ich habe Geld und hätte gerne einen Apfel dafür!“, unbedingt noch jemand von der Regierung dazwischenschreien muss: „Sie sind kein lizenzierter Apfelhändler und um die Uhrzeit ist kein Markt hier auf dem Platz und außerdem haben sie Gentechnik benutzt um den Apfel zu produzieren, dass ist verboten und wir hatten noch keine Möglichkeit alle ihre verwendeten Dünger zu überprüfen und ihr Apfel widerspricht in Form und Farbe insgesamt 14 EU-Normen und schließlich und endlich hätte ich dann gerne noch ein paar Prozent des Verkaufswertes, Dankeschön!“ Wenn der freie Austausch von Waren, Dienstleistungen und Ideen immer und immer mehr reguliert wird, dann wird eben keine Maschine für VW hergestellt, weil  zum Beispiel ein Mindestlohn dafür gesorgt hat, dass der Typ, der später die Maschine erfindet, gar nicht erst als Azubi eingestellt wurde. Dann schafft es Schmidt’s Fischrestaurant nicht über das erste Jahr. Dann verletzt das neue IT-Start-up eines jungen Genies eine der hundert neuen Regulierungen die pro Jahr kommen, von denen er noch nie gehört hat und die Geldstrafen treiben die Firma in den Bankrott, noch bevor sie den nächsten großen Sprung in der Welt der Technik schaffen.

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Gerechte Steuern, oder wie ein deutsches Schlachtschiff im Krankenhaus landete

In unserem Land wird regelmäßig und viel von Steuergerechtigkeit gesprochen. Damit meinen manche ein wenig Steuersenkung, manche meinen ein wenig höhere Steuern für die Reichen, manche wollen die kalte Progression abschaffen. Jeder meint etwas anderes. Tatsächlich sind all diese Vorschläge weit davon entfernt Steuergerechtigkeit herstellen zu können, denn das moderne Steuersystem, dass sich im 20. Jahrhundert über die ganze Welt verbreitet hat, ist so fundamental problematisch, dass wir innerhalb eben dieser engen Grenzen kaum wirklich etwas gerechter machen können. Es lohnt sich deshalb einen Blick in die Vergangenheit zu werfen um zu sehen, wie eine der gerechtesten Steuern in Deutschland zu einer der ungerechtesten wurde und wie ein deutsches Kriegsschiff dabei im Krankenhaus endete:

deutsche-kolonien

Diese, etwas abgeschnittene, Karte zeigt die deutschen Kolonien zur Zeit des Kaiserreichs. Sie konnten nicht mit den Kolonien der Briten oder Franzosen mithalten, aber sie waren beachtlich. Das Problem an den Kolonien war allerdings, dass die Handelsrouten von und zu den Kolonien im Kriegsfall kaum zu verteidigen waren. Dem Kaiserreich fehlte nämlich eine schlagkräftige Hochseeflotte. Bisher hatte man lediglich eine kleine Marine zur Küstenverteidigung in Nord- und Ostsee betrieben. 1898 begann man deswegen den Bau einer Hochseeflotte unter dem Kommando des Admirals Tirpitz, die allein 55 größere Schlachtschiffe und Kreuzer beinhalten sollte.

Diese Entscheidung spaltete die Deutschen in zwei (nicht unbedingt gleich große) Teile. Auf der einen Seite waren die Adligen und die Großunternehmer. Beide Gruppen waren begeistert von der Flotte. Die Unternehmer freuten sich auf staatliche Aufträge für den Bau und die Versorgung der Flotte. Die Adligen freuten sich auf neue Posten als Admiräle und Kapitäne, denn auch wenn die kaiserliche Armee eine Meritokratie war, so wurden doch die Söhne der großen Familien schon von klein an auf ihre Offizierslaufbahnen vorbereitet und endeten so in den höchsten Positionen. Auch höhere Investitionen in die Kolonien, mit vielen neuen Posten waren nun absehbar. Auf der anderen Seite standen (nicht einheitlich) die „unteren Klassen“. Sicherlich waren viele von ihnen auch vom Prestige einer solchen Flotte begeistert, aber es gab zwei Probleme: Die Flotte sollte eine „Risikoflotte“ für die anderen Großmächte darstellen. Also keine Flotte, die überlegen war (das wäre erst in vielen Jahrzehnten möglich), sondern eine die abschreckend wirkte. Was wenn die Flotte eben keine Abschreckung, sondern ein Kriegsgrund sein würde? Dann würden nicht die Unternehmer und Adligen an der Front sterben, dass wäre dann die Aufgabe der unteren Klassen. Außerdem kostete so eine Flotte viel Geld. Für die da oben war es ja kein Problem ein paar Prozent mehr abzudrücken, aber eine Arbeiterfamilie mit vielen Kindern, konnte damals durch auch kleine Erhöhungen in große Schwierigkeiten kommen.

Diese Bedenken hätte man in früheren Zeiten wohl einfach vom Tisch gefegt. Aber seit 1890 war die SPD bereits die stärkste Partei im Reich, die Angst vor anarchistischen, bzw. vor allem vor sozialistischen Aufständen war enorm. Nun war die Flotte aber dringend notwendig, also was tun? Die Lösung des Problems ist eine Sternstunde der deutschen Innenpolitik: Die Sektsteuer. Warum bin ich so begeistert von der Sektsteuer? Nun, gehen wir das Punkt für Punkt durch:

– Die Sektsteuer ist eine Steuer mit einem ausdrücklichen Zweck. Sie dient dem Aufbau und Unterhalt der kaiserlichen Kriegsmarine. Diese wiederum ist Teil der nationalen Verteidigung. Nationale Verteidigung ist eine Kernaufgabe der Regierung, doe auch die hartgesottensten Liberalen und Libertären als notwendig anerkennen müssen und die Finanzen müssen irgendwo her kommen. Man kann natürlich über das Ausmaß der Flotte streiten, aber dass ein Staat mit Meereszugang zumindest eine Flotte benötigt, ist meiner Meinung unumstößlich. Und ein Staat mit überseeischen Besitzungen braucht eine Hochseeflotte. Der Grund ist also schon mal ein gerechter. Aber viel wichtiger ist, dass dem Volk klar gemacht wird: Das brauchen wir und so werden wir es bezahlen. Und wenn aus irgendwelchen Gründen die Flotte nicht mehr gebraucht wird, dann fällt auch die Sektsteuer weg. Was glauben Sie wie viele Amerikaner hätten den Irakkrieg 2003 unterstützt, wenn George Bush dafür eine explizite Steuer hätte erheben müssen. Wie viele Menschen hätten Angela Merkel 2013 gewählt, wenn man für die Finanzierung der Südstaaten einen Aufschlag auf Bier erhoben hätte?

– Zweitens ist die Steuer sozial sehr gerecht. Heute kann man für ein paar Euro Sekt an der Tankstelle kaufen. Damals war Sekt ein Privileg der Reicheren. Zu einer Zeit als der durchschnittliche Fabrikarbeiter rund 60 Reichsmark im Monat verdiente, kostete eine Flasche Champagner 2,50 Reichsmark. Die Sektsteuer schlug eine halbe Reichsmark auf, der Preis von ungefähr drei Brotlaiben. Jeder der sich den Sekt nicht für 3 RM leisten konnte, der konnte sich ihn auch nicht für 2,50 leisten. Und sollte nun wirklich ein kleiner Prozentsatz übrig geblieben sein, dem der Sekt genommen wurde, der konnte ja immer noch auf billigere Marken umsteigen. 2,50 ist ja nur der Durchschnittspreis. Nicht nur traf diese Luxussteuer nur die Reicheren Klassen, sie traf damit auch genau die Bevölkerungsschichten, die nahezu einhellig für den Bau der Flotte eintraten.

– Für mich am wichtigsten ist, dass die Steuer eine Verkaufssteuer war. Wir haben uns so an die Einkommenssteuer gewöhnt, dass wir gar nicht merken, wie problematisch und ungerecht sie ist. In einer Einkommenssteuer, selbst wenn sie zu Anfang einheitlich erhoben wird (z.B. 25% für jeden), können die Einkommensschwächeren durch ihre große Masse bei jeder Wahl eine Staffelung nach Einkommen durchsetzen, wie wir sie mit den verschiedenen Steuerklassen heutzutage kennen. Ist dies erstmal geschehen, verliert vor allem die Mittelschicht, die weder große Wählermassen mobilisieren kann, noch Geld für Lobbying oder findige Steuerberater hat, effektiv das Mitspracherecht bei ihren Steuersätzen. Außerdem kann die Regierung gewünschtes Verhalten beeinflussen, wenn nicht sogar steuern. Steuererleichterungen für Ehepaare zum Beispiel. Oder durch die Möglichkeit Spenden von der Steuer abzusetzen. Wer gerne spenden würde, aber auf die Steuererleichterung angewiesen ist, der muss dem Staat exakt mitteilen wem er was wann gespendet hat. Das verringert die Bereitschaft an politisch inkorrekte Gruppen oder Oppositionsparteien zu spenden. Wer glaubt das sei dunkle Dystopie, der sei auf die amerikanische IRS verwiesen, also die Bundessteuerbehörde, die im Auftrag der Regierung Rückzahlungen aufgeschoben und Einsprüche absichtlich verschleppt hat, wenn die jeweiligen Bürger zum Beispiel Mitglieder der konservativen Tea Party waren. Und dazu kommt noch die unglaubliche Fülle von teilweise sehr privater Information, die dem Staat beim Ausfüllen der Steuererklärung mitgeteilt werden muss. Eine Verkaufssteuer, wie zum Beispiel die Mehrwertssteuer ist nicht nur für jeden gleich, sie kann auch Verhalten wenn überhaupt, dann nur minimal lenken (zum Beispiel durch höhere Steuern auf Luxusgüter). Sie benötigt keine Informationen über Privatpersonen und kann nicht zur gezielten Bekämpfung einzelner Gruppen genutzt werden. Alles was der Staat wissen und durch Stichproben bei Firmen kontrollieren muss, ist wie viel von welchen Waren zu welchem Preis verkauft wurden. Und niemand kann Teile der Bevölkerung gegeneinander ausspielen um Steuern zu erhöhen, denn eine Erhöhung von Verkaufssteuern trifft gerade die wählerstarken Klassen härter als die Reichen.

 

Leider endet die Geschichte der Sektsteuer hier nicht. Ich sagte ja schon zu Anfang, dass sie eine der ungerechtesten aller Steuern wurde und wir müssen auch noch klären, wie ein deutsches Kriegsschiff im Krankenhaus landete: Die Deutsche Hochseeflotte war ein Fehlschlag. Sie kämpfte nur in einer wirklichen Schlacht, der Skagerrakschlacht und die ging zwar für die Deutschen aus, war aber ein strategisches Unentschieden. Als sie dann zum Ende noch einmal auslaufen sollte, revoltierten die Matrosen und dies läutete das Ende des Kaiserreichs ein. Die Flotte wurde Kriegsbeute und musste in den britischen Hafen Scapa Flow einlaufen. Admiral Ludwig Reuter, der das Kommando für diese letzte Fahrt der Flotte hatte, gab schließlich das geheime Kommando „Paragraph 11“ und die Flotte versenkte sich selbst, anstatt den Briten in die Hände zu fallen. Die Deutschen hatten den Krieg verloren und der Versailler Vertrag beschränkte die Flotte auf 12 Kreuzer, 12 Zerstörer und 12 Torpedoboote. Natürlich verlor Deutschland auch alle seine Kolonien. Also war die Steuer hinfällig und wurde abgeschafft. Falsch! Die Steuer wurde beibehalten, mit einer minimalen Änderung: Man strich die Gesetzespassage, die die Steuer an die Hochseeflotte band. Augerechnet Hitler schaffte die Steuer 1933 ab, nur um sie 1939 wieder einzuführen um die deutsche Ubootflotte auszubauen. Nach dem 2. Weltkrieg behielten die BRD und die DDR beide die Sektsteuer und auch im wiedervereinigten Deutschland zahlen wir sie weiter. Laut Wikipedia hat der Staat allein 2011 470 Millionen Euro eingenommen. Nicht nur, dass die Steuer nun grundlos erhoben wird, sie trifft nun, da Sekt, zumindest billiger Sekt, für alle Bevölkerungsschichten bezahlbar ist, selbst noch Hartz-IV-Empfänger, die sich mal was zum Geburtstag gönnen wollen, oder das Taschengeld 16-Jähriger Mädchen. Es mag größere Ungerechtigkeiten in Deutschland geben, aber diese Steuer muss einfach weg.

 

Achja und was war mit dem deutschen Kriegsschiff im Krankenhaus? Nun, jedes Stück Stahl, dass nach dem Juli 1945 irgendwo auf der Welt hergestellt wurde, enthält minimale Spuren radioaktiven Staubes, der durch die Vielzahl der Nuklearexplosionen seitdem entsteht. Wenn man Geräte bauen will, die Radioaktivität messen sollen, so muss das Material dafür aber so strahlungsarm wie nur irgendwie möglich sein. Die deutsche Hochseeflotte auf dem Meeresboden vor Scapa Flow, ist durch das Meerwasser aber von all dieser Strahlung verschont geblieben und bis 2002 bargen private Unternehmen tonnenweise deutschen Kriegsschiffstahl für eben diesen Zweck. Zum Beispiel wurden einige Ganzkörperzähler, also extrem sensible Geräte, die Strahlung im menschlichen Körper messen auf manchmal aus diesem Material gebaut.

Ganzkörperzähler

Ganzkörperzähler

Ich denke, dass dies genug Grund sein müsste, nicht mehr für die Kriegsmarine zu zahlen. Die Geschichte der Sektsteuer allerdings, ist ein guter Grund mal ganz grundsätzlich über die Bedeutung des Begriffes „Steuergerechtigkeit“ nachzudenken.

1000 kleine Schritte

Wenn Politik Krieg ist, dann sind die Medien die Luftunterstützung. Ohne sie geht nichts. Absolut nichts. Egal wie viele, egal wie gut ausgerüstete und egal wie gut motivierte Soldaten man in die Schlacht führt, ein oder zwei Überflüge mit Streubomben und es regnet Stahlsplitter und Körperteile. Die Argumente unsere Sache können gegen den Irrsinn, den die Politik, nicht nur in Deutschland, sondern auch in der gesamten westlichen Welt, verzapft nur gewinnen. Wer sich unsere Staatsschulden, die Arroganz der politischen Klasse, die nicht enden wollenden Vorschriften und Regulierungen aus Brüssel anschaut, der kann nicht, nein der muss sehen, dass wir Recht haben. Dieses hochnäsige grün-linke Denken, dass man den Bürgern besser vorschreiben kann was sie zu tun und zu lassen haben, wofür sie ihr Geld ausgeben können und wofür nicht und was sie verdammt noch mal zu denken haben und was strengstens verboten ist, ist aber genau im Interesse der politischen Luftwaffe. Denn wer glaubt er habe das Recht zu dieser Bevormundung und natürlich auch die höhere Weisheit dazu, der wird naturgemäß in die Politik, oder in den Journalismus gehen. Und so entsteht der linskversiffte Haufen von Schreiberlingen und Oberlehrern, den wir mit unseren GEZ-Gebühren auch noch füttern müssen – Verzeihung, ich meine natürlich mit der Demokratieabgabe. Und in den privaten Medien ist es ja nicht viel besser, nur etwas schlechter bezahlt und mit mehr Titten. Die üblichen Rufmordkampagnen gegen Autoren wie Sarrazin und gegen Parteien wie die AfD, oder gegen Zeitungen wie die Junge Freiheit, dass sind die Luftschläge. Gegen unsere Argumente können sie nur gewinnen, wenn die Medien alles totschweigen das uns nützt und alles übertreiben oder gar erfinden das uns schadet. Ein ungefilterter Zugang zu Informationen für nur ein Jahr und die AfD würde die Regierung stellen, die Junge Freiheit würde die taz schlucken und Akif Pirincci hätte eine Talkshow im ZDF. Wie schlagen wir ihre Lufthoheit?

 

Der Aufwand und die individuellen Leistungen kann man nicht jedem vorschreiben. Jeder kann etwas anderes, jeder ist eher extrovertiert oder introvertiert, jeder hat anderen Zugang zu Technik und jeder hat mehr oder weniger Zeit um sich politisch zu betätigen. Entscheidend ist aber, dass alle sich beteiligen. Nicht jeder wird den ganz großen Wurf schaffen, tatsächlich wird das kaum jemand, aber jeder kann seine Aufgabe finden. Denn die linke Medienwelt ist gigantisch und vielfältig. Wem die Süddeutsche nicht gefällt, der liest Spiegel. Wer Volker Pispers nicht witzig findet, der guckt Hagen Rether und wer sich das dümmliche Gegrinse von Cherno Jobatey im ZDF nicht antun will, der genießt das dümmliche Gegrinse von Reinhold Beckmann in der ARD. Egal wer sich links informieren will, oder es nicht anders kennt, er findet immer eine Alternative. Aber wem Sarrazin zu trocken ist und gleichzeitig Akif Pirincci zu vulgär… nun der kann höchstens noch Broder lesen, dann wirds schon dünn bevor wir die wirklich unterhaltsamen, oder etablierten Autoren verlassen. Wer das eine Video, die eine Info-Grafik, den einen Blog oder das eine Buch nicht mag, der muss bei uns hundert Alternativen finden. Jede ein wenig persönlich anders, aber alle im Großen und Ganzen konservativ. Deshalb hier einige Vorschläge nach der Methode „Wenn das nicht geht, dann machen sie…“:

– Ein Youtube-Video sagt mehr als alle Worte die darin gesprochen werden. Ein aufgeräumter Hintergrund und eine gute Ton- und Bildqualität sind in der Regel genug um auch ohne größere Special Effects ein unterhaltsames Video zu machen. Ein kurzer, persönlicher Kommentar zu einem tagespolitischen Thema, eine tiefgründige Einsicht in konservative Kernthemen, parteipolitischer Wahlkampf. Alles lässt sich hier wahnsinnig einfach gestalten. Mit der in Laptops integrierten Webcam wird es außerdem sehr leicht ein Skript vorgefertigt auf dem Bildschirm anzulegen und dann sympathisch und möglichst deutlich vorzulesen. Simple Videobearbeitungsprogramme stehen kostenlos zur Verfügung und können dann noch dem versierteren Hobbyfilmemacher bei der Post-Production helfen.

– Wer sich nicht vor die Kamera traut, der kann immer noch einen Text aufsprechen und mit einer thematisch passenden Diashow unterlegen. Auch hier helfen die Bearbeitungsprogramme.

– Klar, nicht jeder will auch seine Stimme online haben. Aber auch hier liefern Blogs und Facebookseiten eine perfekte Möglichkeit zu arbeiten. Was Blogs angeht kann ich nur herzlichst wordpress empfehlen, aber auch auch andere Dienste wie Blogspot sind sehr einsteigerfreundlich. Genau wie bei den Youtube Videos geht es vor allem darum Inhalte zu bringen. In persönlichen Varianten. Niemand schreibt uns vor was und wie wir zu schreiben haben, aber wenn Sie diesen Blog lesen, dann werden unsere Meinungen ja nicht zu weit auseinander gehen. Wer sich gut auskennt, der kann grundsätzliche Texte schreiben, aber auch Kommentare zur Tagespolitik gehen immer gut. Man muss sich auch nicht schämen Texte von anderen als Inspiration zu nehmen, denn der selbe Inhalt kann einem grundsätzlich interessierten Leser verschlossen bleiben, wenn dieser schon vom Stil abgeschreckt wird. Zwei Blogs weiter findet er dann Ihren Blog und der Stil gefällt mehr, der Inhalt kommt durch. Facebookseiten wiederum leben von Bildern. Auch hier ist es kein Problem Bilder anderer Seiten zu nehmen. Markante Sprüche, Infografiken, Entlarvte Kampagnen und Lügen, alles bietet sich hier an. Und wenn 100 Seiten das selbe Material verbreiten ist es egal. Es bedeutet 100fache Chance auf uns aufmerksam zu werden.

– Wer das nicht machen will, der kann schlicht und einfach die fertigen Ergebnisse teilen und weiterverbreiten. Wichtig ist es diese natürlich auch zu lesen. Wer sich jeden Tag eine halbe Stunde (besser nicht vor dem Einschlafen) im Internet an politischen Diskussionen beteiligt, der hilft bereits enorm. Jeder hat irgendein Forum, oder eine Facebookgruppe, egal zu welchem Thema. Gehen Sie in die Off-Topic-Sektion, wenn es nicht so oder so ein politisches Forum ist. Dort laufen immer tagespolitische Diskussionen. Gehen Sie rein und posten Sie Antworten, oder einfach nur passende Links. Nicht nur ist jedes Mal eine Chance, dass jemand überzeugt wird (auch wenn das eher selten ist), es ist auch eine große moralische Stütze, für die, die bereits unsere Seite in den Diskussionen einnehmen und dies oft ohne Fakten als Grundlage.

– Eine weitere Maßnahme eignet sich für alle mit einer guten Handykamera oder einer Digitalkamera. Jedes Mal wenn irgendwo eine Lesung eines politisch inkorrekten Buches stattfindet, oder ein Politiker der AfD spricht, oder eine Demo für das Leben, gegen den Euro oder Genderwahn, dann gehen Sie raus und filmen Sie. Alles, die gesamte Veranstaltung, jedes Wort, dass sie einfangen können. Ständig werden uns Worte in den Mund und Taten in die Hand gelegt, die schlicht und einfach nicht passiert sind. Man wird uns als Hetzer, Rechtspopulisten und natürlich Nazis bezeichnen, während man von spuckenden, pöbelnden und nicht selten zuschlagenden Gegendemonstranten als „aufrechte Bürger“ sprechen wird. Ihr Video zeigt das Gegenteil. Schicken Sie es an Blogs, Internetseiten, Gruppen etc. die sie für kompetent halten das Material zu verwenden.

 

Niemand, dem die Politik und Gesellschaft unseres Landes am Herzen liegt, hat eine Ausrede nicht zumindest eine dieser Maßnahmen zu ergreifen. Denn das wichtigste ist, dass wir auf so viele Möglichkeiten wie es nur geht zurückgreifen können, um schnell jeden erlogenen Vorwurf entkräften zu können und auf jede Frage eine Antwort zu haben. Nicht zuletzt hilft es uns moralisch auch unsere Seite immer häufiger vertreten zu sehen. Vielleicht gewinnen wir nicht die totale Lufthoheit, aber der Himmel gehört ihnen nicht mehr.

 

Breaking Bad, oder der rote Faden der deutschen Politik

Rein statistisch gesehen müsste es unter den Lesern, die dieser Blog hoffentlich über die Dauer seiner Existenz anzieht, den ein oder anderen geben, der oder die Breaking Bad noch nicht gesehen hat. Sollten Sie genau diese Person sein, dann lesen Sie jetzt bitte brav fertig und dann schauen Sie Breaking Bad. Alle Staffeln. Am besten an einem freien Wochenende. Und bitte tun Sie es legal, die Serie hat es verdient. Um Breaking Bad selbst soll es aber hier nicht allein gehen, Breaking Bad ist vielmehr ein anschauliches Beispiel für etwas, dass ich in unserer Gesellschaft für sehr wichtig, wenn nicht sogar entscheidend halte: Den roten Faden.

 

In Breaking Bad entscheidet ein Mann, Walter White, Crystal Meth zu kochen. Diese Droge ist eine der zerstörerischsten Substanzen mit denen sich die Menschheit bisher aus dem Alltag geschossen hat und sie zieht wie eine Epidemie über die ärmeren Regionen der USA und tröpfelt langsam auch über die tschechische Grenze nach Deutschland. Walter White verdient einen Haufen Kohle mit der Droge, aber das ist ihm nicht genug. Auf seinem Weg tötet er Menschen, einige Menschen und ruiniert auch das Leben einiger anderer. Ruchlos nimmt er das Leid der Konsumenten in Kauf, immer nur auf das große Geld bedacht. Walter White ist ohne Zweifel der Bösewicht… Nur werden alle, die diese Serie mindestens zu Anfang gesehen habe wissen, dass das nicht der Fall ist. Walter White ist der Gute. Er ist die Hauptfigur. Wie jede gute Hauptfigur ist er vielschichtig und wir sind nicht von allem begeistert was Walter White macht, aber er ist und bleibt der Gute. Warum? Nun, ich habe ein entscheidendes Detail ausgelassen. Walter White hat Krebs. Seine Chancen stehen nicht sehr gut und er hat keine ausreichende Krankenversicherung. Als Chemielehrer hat er auch nicht das Geld um seine Behandlung aus der eigenen Tasche zu bezahlen und selbst wenn, seine Familie säße im Fall seines Todes ohne Einkommen auf einem gigantischen Haufen Schulden. Walter White kocht Crystal Meth um seiner Familie ein Plus zu hinterlassen. Das ist der rote Faden von Breaking Bad. Das ist der Grund, warum wir uns als Zuschauer für den rücksichtslosen Drogendealer Walter White begeistern können.

Warum erzähle ich das? Nun, der rote Faden ist das, was Breaking Bad besonders macht. Er ändert alles. Er sorgt dafür, dass wir den guten Dealer Walter von all den anderen, bösen Dealern in der Serie unterscheiden können. Aber der rote Faden existiert nicht nur im Fernsehen. Der rote Faden existiert auch in unserer Gesellschaft. Tatsächlich existieren mehrere davon. Einer der ganz entscheidenden wird am besten durch ein Zitat von Franz Josef Strauß veranschaulicht: „Rechts von uns ist nur die Wand!“ Damit gemeint war er und seine CSU. Natürlich wusste Strauß und natürlich wussten alle seine Zuhörer, dass es noch Leute gab, die rechter waren als er. Es gab die Altnazis, Neonazis, recht(sextrem)e Splitterparteien und sicherlich auch die ein oder andere Privatperson, die in Strauß nur ein linkes Weichei sah. Mit der Wand war vor allem der Bundestag gemeint und darüber hinaus die Landtage und Kommunalparlamente. Die CDU und vor allem die CSU sind, so die Lesart seit frühesten Zeiten der Bundesrepublik, das Rechteste, dass mit unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung vereinbar ist. Und das mag dereinst auch der Fall gewesen sein. Genauso war die FDP sicherlich auch mal die äußerste Bastion der freien Marktwirtschaft, die man innerhalb der sozialen Marktwirtschaft noch aufstellen konnte.

War! Sie sind es nicht mehr. Und daran sind vor allem sie selbst und Oskar Lafontaine schuld. Oskar Lafontaine hat 2005, pünktlich zu den Neuwahlen des Bundestages, die Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) gegründet. Zusammen mit der PDS bildete sie eine gemeinsame Liste, die der angeschlagenen SPD weitere Stimmenanteile wegnahm. Das Ergebnis ist bekannt. Gerhard Schröder war weg, Merkel kam und mit ihr die große Koalition. Die SPD rückte nach links um dem Wählerschwund durch die sich nun konstituierende Linkspartei aus PDS und WASG entgegenzuwirken. Die CDU, die durch die große Koalition sowieso zu einer sozialdemokratischeren Politik gezwungen war, erkannte ein Potential in der nun von der SPD vernachlässigten Mitte. Die FDP hechelte hinterher um ja bei der nächsten Wahl den großen Partner wieder zu gewinnen. Das ganze Parteienspektrum des Bundestages rutschte ein gutes Stück nach links. Schon bald hatte Mutti Merkel ihre Partei gut genug im Griff um von der neu gewonnen Position als Wischi-Waschi-Partei der Mitte nicht mehr abzurücken. Jeder Ausreißer verschwand, jeder Konkurrent wurde geschlagen und die SPD gewann ihre Hälfte der Mitte nie zurück. Stattdessen driftete sie (ohne entsprechenden Wahlerfolg) weiter nach links.

Der rote Faden aber blieb. Rechts von der CDU/CSU gibt es nichts. Da wartet das Schreckgespenst der Rechtsradikalität. Die Union, so rechts wie es dereinst selbst Helmut Schmidt oder Willy Brandt als zu links gesehen hätten, war die letzte Grenze aufrechter Demokratie. Mit diesem Argument hatte man das Aufstreben von wahrhaft rechtsradikalen Parteien wie der NPD verhindert und das war für viele Journalisten, den Herren des roten Fadens,  nur einer von vielen Gründen den roten Faden weiter zu spinnen. Die meisten von ihnen, die sich mit einer Partei identifizieren, stehen so oder so links, wie eine 2010 veröffentlichte Studie der freien Universität Berlin feststellte (https://www.dfjv.de/documents/10180/178294/DFJV_Studie_Politikjournalistinnen_und_Journalisten.pdf (Seite 13)). Das hier kein Interesse bestand Raum für neue konservative, oder gar marktliberale Kräfte (die beide interessanterweise als „rechts“ zusammengefasst werden) frei zu geben scheint offensichtlich. Natürlich hatten auch die Parteien selbst kein Interesse an weiterer Konkurrenz.

Das ging alles gut, so lange es Deutschland gut ging. Bis 2008. Bis in den USA die Hypothekenblase platzte. Wer Merkels Bankenrettung als zu starken Eingriff in die Wirtschaft sah, nun der hatte sicher keine politische Heimat links von ihr. Er war hinter der Wand, da wo die wilden Rechten wohnen. Wer der Meinung war, dass wir vor dem Hintergrund der ausufernden Staatsschulden unsere Einwanderungs- und Sozialpolitik nicht gleichzeitig durchhalten können konnte sich gerade dazu stellen. Und wer glaubte, dass eine bedingunslose, zeitlich unbegrenzte Unterstützung der sparunwilligen PIGS in der Eurozone war, nun der wusste wo die Tür war. Gleichzeitig begannen andere Probleme in der Gesellschaft. Was viele Bürger bereits tagtäglich in den Städten und nächtlich in den U-Bahn-Stationen erlebten, dass fasste Sarrazin in eine trockene Statistiksammlung. Der rote Faden spulte sich ab. Gegen den ESM? Nazi!. Gegen die Einwanderung in Sozialsysteme? Nazi. Dafür, dass Banken ihren Mist selbst aussitzen sollen? Nazi! Aber es war zu viel. In Deutschland gibt es kaum einen schlimmeren Vorwurf, als dass man ein Nazi ist. Höchstens Kinderficker ist schlimmer. Wenn man den Deutschen gesagt hätte sie seien zum Beispiel „EU-Kritiker“ oder „Einwanderungskritiker“ oder „Anti-Interventionisten“, sie hätten sich fortan als solche bezeichnet und das ganze nach ein paar Wochen vergessen. Aber jeden Tag erkannten mehr, dass sie nun auch „Nazis“ waren, dann sie fanden ihre Lebensrealität und ihren gesunden Menschenverstand in diesen Meinungen wieder. Und sie wussten sie sind keine Nazis und wollten auch keine sein. Demnach konnten auch die, die ihre Meinung teilten keine Nazis sein. Zwischen der Union und der Wand war viel Platz für Alternativen. Der rote Faden löst sich auf. Jeden Tag ein bischen mehr.

Sarrazin, oder die AfD, oder Konservative und Marktliberale ganz allgemein haben kein Problem mit der Politik der Regierung, weil sie alle böse und rechtsradikal sind. Sie haben gute Gründe für das was sie tun. Gute Gründe, die jeder Mensch nachvollziehen kann, dessen Gehalt nicht von dem Erhalt der bestehenden Ordnung abhängt. Walter White kocht kein Meth weil er ein Monster ist.